IQNA

14:52 - March 04, 2019
Nachrichten-ID: 3000897
Von Yavuz Özoguz Nein, keine Sorge, in diesem Artikel wird weder dafür plädiert, dass die Bürger Deutschlands den Islam annehmen sollen, noch soll das islamische Recht in Deutschland eingeführt werden. Es geht vielmehr darum, dass die Bürger Deutschlands versuchen zu verstehen, dass ihnen Frieden, Freiheit und Demokratie geraubt wurden, sie – ohne es zu merken – zu modernen Sklaven eines weltweit mörderisch agierenden Unterdrückungssystems verkommen sind und der Ausweg sehr eng mit dem Islam und den muslimischen Mitbürgern zu tun hat.

Nein, keine Sorge, in diesem Artikel wird weder dafür plädiert, dass die Bürger Deutschlands den Islam annehmen sollen, noch soll das islamische Recht in Deutschland eingeführt werden. Es geht vielmehr darum, dass die Bürger Deutschlands versuchen zu verstehen, dass ihnen Frieden, Freiheit und Demokratie geraubt wurden, sie – ohne es zu merken – zu modernen Sklaven eines weltweit mörderisch agierenden Unterdrückungssystems verkommen sind und der Ausweg sehr eng mit dem Islam und den muslimischen Mitbürgern zu tun hat.

Einmal mehr ist – zum tausendsoundsovielten Mal (gähn) – in Deutschland ein Buch gegen den Islam und die Muslime verfasst und verbreitet worden [1]. Die gleich mehreren Autoren sind eine Art Who is Who der deutschen Islamhasser, die die neue Berufsbezeichnung „Islamkritiker“ für sich in Anspruch nehmen. Das ist ein äußerst neuer Beruf, den jeder Vollidiot ausüben kann, der jemanden kennt, der schon einmal Allahu Akbar (Gott ist am Größten) gerufen haben könnte. Das macht jeder Muslim mehrfach bei jedem Gebet! In Kirchen und Synagogen hat die Befreiungstheologie Gottes schon lange keine Ausstrahlungskraft mehr. Bis hierher ist eigentlich noch alles „normal“ an dem neuen Buch.

Doch bei der Vorstellung des neuen Buches im Deutschlandfunk ist dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU und Zuständigen für Wirtschaftspolitik etwas herausgerutscht, was mehr als nur entlarvend war. Er faselte etwas von einem „Werte-Fundament“, das die freiheitlich-westlichen-Blablablas haben, verteidigen müssten usw. Und dann kamen die entscheidenden Sätze: „… ein Staat kann nur funktionieren, wenn es ein Werte-Fundament gibt. Und dieses Werte-Fundament ist entscheidend für die Umsetzung der sozialen Marktwirtschaft. Und viele glauben in Deutschland, die soziale Marktwirtschaft ist ein Wirtschaftssystem, nein, es ist ein Gesellschafts- und Wirtschaftssystem. Und für dessen Umsetzung brauchen wir ein Werte-Fundament.“ [1]

Die soziale Marktwirtschaft sei also auch ein Gesellschaftssystem. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, dass ein Spitzenpolitiker mit „C“ im Parteinamen, das so unverhohlen zugibt. Der Begriff „soziale Marktwirtschaft“ ist nichts anderes als eine verniedlichende Beschreibung des imperialistischen Raubtierkapitalismus. Und in Deutschland gibt ein Spitzenpolitiker der Regierungsparteien zu, dass nicht der Mensch im Vordergrund des aktuellen deutschen Systems steht, sondern die Wirtschaft. Nicht die Wirtschaft ist für den Menschen da, sondern der Mensch für die Wirtschaft. Die mit dieser unmenschlichen Denkweise zusammenhängenden Dogmen entlarven das ganze Dilemma. Jahrzehntelang hat man dem Deutschen eingeredet, dass nur in der Arbeit die Selbstverwirklichung möglich ist. Mann und Frau müssen idealerweise beide für den Markt arbeiten. Es genügt nicht so viel zu erwirtschaften, dass die Familie versorgt und glücklich ist, nein, die Selbstverwirklichung hängt an der Arbeit. Die Ehefrau, die ihre Selbstverwirklichung in Kindern und Familie sieht, ist nicht marktkonform. Daher wird die Familie zerstört; wie jeder sehen kann, sehr erfolgreich.

Eine „marktkonforme Demokratie“ ist in jenem Wertesystem eine Selbstverständlichkeit, während ein demokratiekonformer Markt nicht vorgesehen ist. Entsprechend ist eine marktkonforme Umweltpolitik [3] seit Jahrzehnten vorgesehen, nicht aber ein umweltkonformer Markt. Es gibt eine marktkonforme Arbeitsmarktpolitik [4], marktkonforme Arbeitsbedingungen [5] mit marktkonformen Schlachthofstrukturen [6], marktkonforme Versicherungspflicht [7], marktkonforme Gesundheitspolitik [8] und marktkonforme Familien [9]. Auf die Idee einen umweltkonformen oder gar familienkonformen Markt zu etablieren, kann man in dem Wertesystem „soziale Marktwirtschaft“ gar nicht kommen, denn sie wären nicht marktkonform. Selbst eine marktkonforme Religion [10] wird angestrebt. Der Markt ist der Götze, dem sich alles unterzuordnen hat. Der Wert Freiheit bedeutet vor allem Freiheit der Märkte. Ist sie gegeben, interessieren andere Freiheiten kein Stück, wie man es am Beispiel Saudi-Arabien sehen kann. Werden aber die Freiheiten der Märkte eingeschränkt, dann wehrt sich der Markt mit allen seinen Propagandamitteln und fordert Freiheitsrechte ein, in dem er den Menschen vorschiebt. Frieden ist gut, wenn es den Märkten dienlich ist. Hat der Markt sich aber überhitzt und droht das Finanzsystem in sich zusammenzubrechen, dann kann auch ein Krieg marktkonform sein. Die Politik der andauernden Spannung hilft den Märkten.

Deutschland ist derart zum Sklaven jenes Götzendienstes verkommen, dass alles und jeder dem Markt untergeordnet wird. Markt bedeutet, dass die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinanderdriftet. Markt bedeutet, dass die Umwelt und die Familien zerstört werden. Markt bedeutet, dass der Mensch verdinglicht und Dinge vergöttert werden.

Das Christentum und das Judentum haben sich schon lange dem Markt untergeordnet. Kaum ein hoher Geistlicher dieser Religionen traut sich noch den Kampf gegen die Märkte aufzunehmen. Die Aussage „Gott ist am Größten“, die eigentlich für alle monotheistischen Religionen Gültigkeit haben müsste, wurde „integriert“ in: Ein marktkonformer Gott ist am Größten.

Einzig der Islam ist sowohl international als auch national in Deutschland die einzige verbliebene Kraft, welche die Menschen erreicht und sich gegen das Diktat der Märkte stellt. Daher wird der Islam bekämpft. Im eingangs erwähnten Buch wird die soziale Marktwirtschaft gegen den Islam aufgestellt. Hingegen steht im Islam das Geschöpf Mensch im Mittelpunkt, für den eine echte gerechte Marktwirtschaft etabliert werden muss. Der Markt bekämpft den Islam; aber nicht jeden Islam! Ein „liberaler“ Islam, der die Märkte in Ruhe lässt, ist genau so willkommen wie ein unmenschlicher Islam Marke Saudis, der die Märkte fördert. Nur ein Gerechtigkeit einfordernder Islam ist verboten. Denn was Gerechtigkeit ist, bestimmt nicht der Mensch, sondern der Markt.

Dieser Artikel soll einmal dazu anregen, sich intensiver und unabhängig von der marktkonformen Propaganda mit der Thematik zu beschäftigen. Wer z.B. verstehen will, warum die Islamische Republik Iran durch die Märkte zum größten Bösewicht aller Zeiten deklariert wurde, lässt sich in deren Verfassung ablesen: „Bei der Festigung der ökonomischen Grundlagen geht es prinzipiell um die Befriedigung der Bedürfnisse des Menschen während seines Reife- und Entwicklungsprozesses, aber nicht, wie bei den anderen ökonomischen Systemen, um Zentralisierung und Akkumulation des Kapitals oder um Profitsucht, zumal die materialistischen Schulen die Wirtschaft als Selbstzweck betrachten, was auf dem Wege zur Entwicklung als Faktor der Zerstörung, Korruption und Verderbnis wirkt. Im Islam jedoch ist die Wirtschaft ein Mittel, und von einem Mittel erwartet man nur, zweckmäßig für das Erreichen eines Zieles zu sein. Aus dieser Sicht besteht das islamische Wirtschaftsprogramm darin, die geeigneten Grundlagen zur Entfaltung der unterschiedlichen menschlichen Kreativitäten zu bereiten ...“ [11]

Wie wäre es, wenn etwas Ähnliches eines Tages in der Verfassung eines vom Diktat der USA und Israels befreiten Deutschland stehen würde? In solch einem Staat gäbe es keine Notwendigkeit, die Menschen gegeneinander aufzuhetzen und die unterschiedlichen Bürger könnten sich gegenseitig in vielen Bereichen bereichern.


[1] https://www.deutschlandfunk.de/politisch...Q4WbRu4GYJsGd-o
[2] http://www.ard.de/home/radio/Marktkonfor...9562/index.html
[3] https://www.springer.com/de/book/9783790811841
[4] https://de.gegenstandpunkt.com/artikel/m...itsmarktpolitik
[5] https://eyer.de/images/pdf/Schssler-Eyer...4-15_236_ff.pdf
[6] https://www.zmp.de/analysen/marktkonform...trukturen/85096
[7] https://www.econstor.eu/handle/10419/151211
[8] https://www.treffpunkteuropa.de/Die-mark...tspolitik,05746
[9] http://www.spiegel.de/forum/politik/stud...ad-87469-4.html
[10] http://lothargothe.de/2017/05/10/marktko...forme-religion/
[11] http://www.eslam.de/manuskripte/verfassu....htm#Einleitung

 

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