IQNA

16:52 - September 01, 2026
Nachrichten-ID: 3015351
Gelehrter aus Guinea:

Islamische Einheit geht über bloßen Kompromiss hinaus und erfordert wissenschaftliche und praktische Verantwortung

Teheran (IQNA)- Ein Prediger aus Guinea sagte: Einheit sei ist Slogan, sondern Notwendigkeit zum Überleben in der unruhigen Welt von heute. Als Forschende und Ausbildende müssten wir unsere wissenschaftliche und praktische Verantwortung übernehmen allen die Botschaft des authentischen Islam auf richtige und wirksame Weise zu vermitteln.

In einer Zeit in der politische und gesellschaftliche Turbulenzen die Grenzen zwischen den Gesellschaften verschieben ist die Frage nach dem Weg zur Standhaftigkeit dringender denn je. Bedeutet islamische Einheit Verzicht auf grundlegende Überzeugungen oder handelt es sich um einen neuen Ansatz zur Annäherung bei gleichzeitiger Wahrung der Authentizität? Der stellvertretender Vorsitzender des Nationalen Predigerverbands in Guinea Scheich Musa Bawaro betonte im Interview mit IQNA am Rande der 40. Internationalen Konferenz für Islamische Einheit in Teheran unter Rückgriff auf die Lehren des Heiligen Korans und prophetischen Sunna die Bedeutung einer islamischen Gemeinschaft als eines einzigen Körpers angesichts internationaler Herausforderungen sowie die Rolle der Intellektuellen bei der Darstellung der authentischen Botschaft des Islam.

 

Islamische Einheit geht über bloßen Kompromiss hinaus und erfordert wissenschaftliche und praktische Verantwortung

 

Im Folgenden das komplette Interview:

 

IQNA – Wie kann dauerhafter Frieden und dauerhafte Sicherheit erreicht und die islamische Gemeinschaft auf die regionalen und internationalen Entwicklungen vorbereitet werden?

Unsere Ansicht ist, dass die Antwort in der Rückkehr zum Heiligen Koran und zu den klaren prophetischen Weisungen liegt. Was den Heiligen Koran betrifft, sagt der Erhabene Gott zu allen Muslimen:

«وَاعْتَصِمُوا بِحَبْلِ اللَّهِ جَمِيعًا وَلَا تَفَرَّقُوا»

«Und haltet allesamt am Seil Gottes fest und zerfallt nicht» (3:103, Āl ʿImrān).

Das bedeutet, dass alle Muslime geeint sein und sich gemeinsam an dieses Seil Gottes halten müssen.

Dies führt uns zu genau dem, wozu der edle Prophet Muhammad (Friede sei mit ihm) uns aufrief, als er sagte: „Keiner von euch erreicht den wahren Glauben solange er für seinen Bruder nicht das liebt was er für sich selbst liebt.“ Ihr sollt euren muslimischen Bruder ebenso lieben und ihm das wünschen was ihr euch selbst wünscht. Der Prophet (Friede sei mit ihm) sagte außerdem in einem anderen Überlieferung: „Der Gläubige ist für den Gläubigen wie ein Bauwerk dessen Teile einander Halt geben.“

In einem weiteren Überlieferung beschreibt der Prophet (Friede sei mit ihm) die Gläubigen angesichts ihrer gegenseitigen Liebe und Barmherzigkeit und vergleicht die gesamte islamische Gesellschaft mit einem einzigen Körper: „Wenn ein Körperteil leidet und schmerzt, reagieren die übrigen Körperteile mit Schlaflosigkeit und Fieber.“ Deshalb rufen wir die islamische Gemeinschaft überall auf der Welt dazu auf ihre Einheit und Geschlossenheit zu bewahren. Sollte – Gott bewahre – einem Muslim im Iran, in Palästina oder in Guinea-Bissau ein Schaden widerfahren, so muss die gesamte islamische Gesellschaft in allen Teilen der Welt dies so empfinden, als wäre dieses Unglück ihnen persönlich widerfahren.

 

IQNA – Bedeutet islamische Einheit und Stärkung der Annäherung zwischen den islamischen Konfessionen Ihrer Ansicht nach Überzeugungen aufzugeben oder von ihnen abzurücken oder hat sie eine andere Bedeutung?

Islamische Einheit bedeutet nicht Überzeugungen aufzugeben, denn bei unseren grundlegenden Prinzipien und Glaubensinhalten bestehen kaum Unterschiede. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen islamischen Richtungen liegen lediglich in Einzelheiten und Nuancen; bei den Grundpfeilern und Prinzipien der Religion – etwa Gebet, Fasten, Pilgerfahrt, Koran und Prophetentum – stimmen wir überein. Meinungsverschiedenheiten treten nur bei der Auslegung von Texten und bei Fragen jenseits dieser grundlegenden Prinzipien auf. Daher befürworte ich weder einen Verzicht auf zentrale Überzeugungen oder das Wesen des Glaubens noch eine Spaltung aus religiösen Motiven.

 

IQNA – Welche Aufgabe haben Religionsgelehrte, Medienvertreter und Akademiker in der islamischen Welt bei der Vermeidung von Spaltung und Beleidigungen der Heiligtümer der Anhänger verschiedener islamischer Konfessionen?

Die Botschaft des Islam zu vermitteln ist zugleich eine Glaubenspflicht, wissenschaftliche Aufgabe und  islamische Notwendigkeit. Uns obliegt es die authentische Botschaft des Islam in der ganzen Welt – Muslimen ebenso wie Nichtmuslimen – zu vermitteln. Als Forschende, Ausbildende und Lehrende müssen wir diese erhabene und authentische Botschaft allen auf richtige und wirksame Weise nahe bringen.

Guinea liegt im Nordwesten Afrikas. Im Norden grenzt es an Guinea-Bissau, Senegal und Mali, im Osten an Mali und die Elfenbeinküste sowie im Süden an Sierra Leone und Liberia. Die offizielle Religion des Landes ist der Islam; etwa 95 bis 98 Prozent der Bevölkerung Guineas sind Muslime, die übrigen sind Christen oder Anhänger traditioneller Religionen. Die sunnitischen Muslime Guineas folgen der malikitischen Rechtsschule. Die ersten Schiiten des Landes waren Einwanderer aus dem Libanon.

Die 40. Internationale Konferenz für Islamische Einheit wird vom 24. bis 30. August 2026 unter dem Thema „Islamische Einheit im Denken des Märtyrerimams Großajatollahs Sajjed Ali Husaini Chamenei“ abgehalten.

 

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Stichworte: islamische Einheit ، Einheit
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