IQNA

20:49 - September 02, 2026
Nachrichten-ID: 3015361

Meer der Kriegskosten – Preis für Kriegsdrang der Zionisten

Vom Forscher auf dem Gebiet des Zionismus und Judentums Ali Marufi Arani

„Israel wird im Jahr 2027 mit einer seiner schwierigsten und komplexesten wirtschaftlichen Phasen konfrontiert sein.“ Davor warnte Leiter der Steuerbehörde des zionistischen Regimes Schai Aharonowitsch in einem Gespräch mit der Zeitung Jedi’ot Acharonot. Er betonte, dass zur Bewältigung dieser Krise sofortige und außergewöhnliche Maßnahmen unvermeidlich sind. Nach Angaben informierter Quellen würden dazu Steuererhöhungen, Abschaffung von Steuervergünstigungen und drastische Kürzung öffentlicher Ausgaben gehören.

 

Meer der Kriegskosten – Preis für Kriegsdrang der Zionisten

 

Diese Warnung erfolgt zu einem Zeitpunkt an dem die hebräischen Medien einräumen, dass die Regierung in Tel Aviv nach den bevorstehenden Wahlen Ende Oktober praktisch mit einem gewaltigen Haushaltsdefizit und einem Berg unkontrollierbarer finanzieller Verpflichtungen zu kämpfen haben wird.

Berichten zufolge wird die künftige Regierung mit einer tiefen Finanzlücke konfrontiert sein. Ihre Ursachen liegen in jahrelangen Überschreitungen der Haushaltsobergrenze, ungezügelten Anstieg der Militärausgaben und Zuweisung von Milliarden Schekel für Koalitionsverpflichtungen.

 

Haushaltsdefizitkrise im zionistischen Regime

Die Lage wird noch komplizierter wenn man bedenkt, dass der Militäretat dieses Regimes um mehrere Dutzend Milliarden Schekel (Währung des zionistischen Regimes) stiegen und außerdem neue Verpflichtungen im Wert von 400 Milliarden Schekel (entspricht 134 Milliarden US-Dollar) für das kommende Jahrzehnt beschlossen wurden ohne dass eine nachhaltige Einnahmequelle zur Finanzierung dieser Ausgaben vorgesehen wäre.(1)

Nach Einschätzung der hebräischen Medien wird dieser Trend das derzeitige Defizit in ein strukturelles und chronisches Defizit verwandeln dessen Eindämmung in den kommenden Jahren nahezu unmöglich sein wird.

Der Leiter der Steuerbehörde des zionistischen Regimes Schai Aharonowitsch warnte die Medien des Regimes erneut in einem Bericht, dass Israel wirtschaftlich ein äußerst schwieriges Jahr bevorsteht. Die wachsende Haushaltslücke und finanziellen Verpflichtungen werden die künftige Regierung zu sofortigen und außergewöhnlichen Maßnahmen zwingen.

Laut dem Informationszentrum Palästina betonte Aharonowitsch in einem Gespräch mit der hebräischen Zeitung Jedi’ot Acharonot, dass die nach den Wahlen Ende Oktober gebildete Regierung mit erheblichem finanziellen Druck konfrontiert sein wird.

 

Militäretat gegen öffentliches Wohlergehen

Obwohl er keine Einzelheiten zu den erforderlichen Maßnahmen nannte, brachte Jedi’ot diese Warnung mit Plänen des Finanzministeriums zur Erhöhung der Steuern, Abschaffung bestimmter Steuervergünstigungen und Kürzung der Staatsausgaben in Verbindung – und das zu einer Zeit in der Gesundheitswesen, Bildung, soziale Dienste und Infrastruktur höhere Haushaltsmittel benötigen.

Die künftige Regierung wird mit einer großen Finanzlücke konfrontiert sein. Sie ist das Ergebnis jahrelanger Überschreitungen der Haushaltsobergrenze, starken Anstiegs der Militärausgaben und Zuweisung von Milliarden Schekel für Haushaltsmittel aus Koalitionsvereinbarungen.

Die aufeinanderfolgenden Kriege des zionistischen Regimes gegen die Islamische Republik Iran, Hisbollah und Hamas haben innerhalb dieses Regimes eine sehr große wirtschaftliche und finanzielle Lücke verursacht. Auch die Versicherungseinrichtung des zionistischen Regimes warnte, dass ihre finanziellen Reserven bis 2036 erschöpft sein könnten und sie ohne zusätzliche staatliche Mittel oder Erhöhung der Versicherungsbeiträge möglicherweise nicht mehr in der Lage sein wird ihre gesetzlichen Verpflichtungen vollständig zu erfüllen. Seit 2023 übersteigen die Auszahlungen dieser Einrichtung ihre Einnahmen.

Gleichzeitig ist das Bildungssystem mit sinkendem Bildungsniveau und abnehmender Unterrichtsqualität sowie steigender Zahl von Schülerinnen und Schülern konfrontiert, die grundlegende Fächer nicht erlernen. Es benötigt strukturelle Reformen und umfangreiche Finanzierung.

Auch im Gesundheitswesen zeigen Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, dass im besetzten Palästina auf 1.000 Einwohner nur 3 Krankenhausbetten kommen, während der Durchschnitt der Mitgliedstaaten dieser Organisation bei 4,2 Betten liegt. Auf 1.000 Einwohner kommen außerdem 3,5 Ärzte und 5,6 Pflegekräfte; in den Mitgliedstaaten liegen die entsprechenden Durchschnittswerte bei 3,9 beziehungsweise 9,2.(2)

 

Krieg gegen Iran, Militärkosten und Inflationskrise

Die Kriege des zionistischen Regimes gegen Iran trafen das Regime selbst noch bevor sie Iran einen wirtschaftlichen Schaden zufügten. Die Gesundheitsausgaben des zionistischen Regimes entsprechen 7,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, während der Durchschnitt der Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit 9,3 Prozent angegeben wird. Auch die öffentlichen Sozialausgaben liegen unter dem Durchschnitt dieser Organisation.

Außerdem gab das Statistikamt des zionistischen Regimes bekannt, dass die privaten Konsumausgaben in diesem Zeitraum um 4,7 Prozent zurückgingen. Nach einem Rückgang um 4,6 Prozent im vorangegangenen Quartal weist dies auf eine Fortsetzung des Abwärtstrends bei der Binnennachfrage hin.

Demgegenüber stiegen die Militärausgaben des zionistischen Regimes im selben Zeitraum um 9 Prozent. Dieser Anstieg wurde vor dem Hintergrund der fortgesetzten Militäroperationen und des Kriegszustands verzeichnet. In dem Bericht wird außerdem darauf hingewiesen, dass Tel Aviv die wirtschaftlichen und menschlichen Schäden seiner regionalen Kriege stets streng zensiert und ihre Veröffentlichung durch Bilder und Informationen verhindert.

Die Gesamtheit dieser Belastungen stellt die künftige israelische Regierung vor eine schwierige Aufgabe: Einerseits muss sie den stark wachsenden Militäretat finanzieren, andererseits eine weitere Verschlechterung von Bildung, Gesundheitswesen, sozialen Diensten und Infrastruktur verhindern.

Die vom Finanzminister des zionistischen Regimes angestrebte Kombination aus Steuersenkungen mitten im Krieg und Inflation sowie beispiellosen Anstieg der Militärausgaben treibt die israelische Wirtschaft in eine Spirale aus Inflation, Defizit und finanzieller Instabilität.

Am stärksten traf der Krieg Israels gegen Iran vielleicht den Haushalt. Der Haushalt für 2026 wurde mit Ziel eines Defizits von 4,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verabschiedet. Die Kriegskosten stiegen jedoch gegenüber der Zeit vor dem Krieg um 120 Prozent auf 143 Milliarden Schekel. Die Ratingagentur Fitch setzte den Ausblick für Israels Kreditwürdigkeit aufgrund dieses finanziellen Drucks auf „negativ“ und prognostizierte, dass das Verhältnis des Haushaltsdefizits zum Bruttoinlandsprodukt auf etwa 7,5 Prozent steigen wird.(3)

Eine weitere ernste Herausforderung für die israelische Wirtschaft ist die umfassende Einberufung von Reservisten und der Weggang ausländischer Arbeitskräfte. Dadurch sieht sich der Arbeitsmarkt der besetzten Gebiete mit einem Arbeitskräftemangel und steigenden Löhnen konfrontiert. Besonders deutlich ist dies in der Landwirtschaft, Baugewerbe und Technologiesektor, wodurch die Kosten der Unternehmen steigen.

 

Notwendigkeit des Handelns islamischer Länder gegen Wirtschaft des zionistischen Regimes

Insgesamt führten die genannten Herausforderungen dazu, dass die Zentralbank des besetzten Palästina ihre Wachstumsprognose für 2026 von 5,2 Prozent im Januar auf 3,8 Prozent senkte. Einige Experten sind der Ansicht, dass sich dieser Rückgang noch weiter verstärken wird.(4)

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Israel zwar einige makroökonomische Faktoren vor den Folgen des jüngsten vierzigtägigen Krieges bewahren konnte, jedoch beeinträchtigen die wirtschaftlichen Herausforderungen mit denen seine Wirtschaft infolge der aufeinanderfolgenden Kriege seit dem 7. Oktober konfrontiert ist die Zukunft des wichtigsten Wirtschaftsbereichs des Regimes – Technologie und wissenschaftliche Industrie – und werden große Besorgnis auslösen.

Die islamischen Länder müssen mit mehr Initiativen und größerer Verantwortungsbereitschaft Druck auf die israelische Wirtschaft ausüben und verhindern, dass sie sich in Sicherheit wiegt.

Quellen:

1 – Bericht der Nachrichtenagentur Fars, 23. August 2026 (1. Schahrivar 1405)

2 – Bericht des Informationszentrums, Montag, 18. Mai 2026

3 – Mohammad Mohsen Fayesi, Palästina-Experte, Die israelische Wirtschaft nach dem Krieg

4 – Ebenda

 

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