IQNA- Die Plattform „Atlas der islamischen Geschichte“ ermöglicht durch Sammlung von Daten über Herrscherdynastien, Gelehrte, Herrscher, Städte, Kriege und Reiserouten die interaktive Erforschung von mehr als 1.300 Jahren Geschichte der islamischen Welt.
IQNA: Die digitale Plattform „Atlas der islamischen Geschichte“ verknüpft verschiedene historische Daten in Form einer interaktiven Karte, um die Geschichte der islamischen Welt im Zeitraum von 632 bis 1924 n. Chr. darzustellen und zu untersuchen. (Quelle: Anadolu)

Die unter islamicatlas.org erreichbare Plattform beschränkt sich nicht auf Darstellung historischer Informationen. Durch ein Netzwerk von Verbindungen zwischen Personen, Orten und Ereignissen ermöglicht sie Forschern Lebens- und Wirkungsweg von Herrschern, Gelehrten und Reisenden nachzuverfolgen sowie Lehrer-Schüler-Beziehungen, Verwandtschaften und Begegnungen historischer Persönlichkeiten zu untersuchen.
Die aktuelle Version des Atlas enthält Informationen über 186 islamische Dynastien und 830 Herrscher. Außerdem umfasst sie 13.940 Biografien aus dem Buch „Al-Aʿlām“ von Chaireddin al-Ziriklī 8.528 Biografien aus der von der türkischen Religionsstiftung veröffentlichten „Enzyklopädie des Islam“ sowie 12.954 geografische Datensätze aus Yāqūts „Muʿǧam al-buldān“.
Die Sammlung enthält außerdem Informationen über 3.458 Münzstätten, 2.049 in heiligen Schriften erwähnte Orte, 317 Stationen aus dem Reisebericht Ibn Battūtas und 5.444 Stationen aus den Reisen des osmanischen Reisenden Evliyā Çelebi. Darüber hinaus sind darin Informationen über 801 historische Gebäude und Bauwerke erfasst.
Das Mitglied des Lehrkörpers der Abteilung für Islamische Geschichte an der Theologischen Fakultät der Universität Selçuk Hüseyin Kök Alp sagte dazu: Der „Atlas der islamischen Geschichte“ ist das erste Projekt des Zentrums für digitale Geisteswissenschaften (T-CORPUS).
Ihm zufolge stammte die ursprüngliche Idee für dieses Projekt aus dem Buch „The New Islamic Dynasties“ des britischen Historikers Clifford Edmund Bosworth, das 186 über die islamische Welt herrschende Dynastien chronologisch und mit ihren Stammbäumen untersucht.
Kök Alp erklärte, dass das Forschungsteam diese Informationen in eine digitale Umgebung übertrug, damit die zwischen 632 und 1924 herrschenden Dynastien umfassend auf einer Karte dargestellt werden können.
Er fügte hinzu, dass das Projekt zunächst ein Atlas islamischer Dynastien war, später jedoch durch Informationen über Reiseberichte, Städte und Kriege erweitert wurde. So entwickelte es sich von einer einfachen Karte zu einem Projekt der digitalen Geisteswissenschaften, das die Beziehungen zwischen verschiedenen historischen Quellen sichtbar macht.
Kök Alp zufolge können Nutzer in diesem Atlas die Beziehungen eines Gelehrten, Herrschers oder Befehlshabers zu anderen Personen sehen und zugleich Bildungs-, Verwandtschafts- und Nachfolgeverbindungen untersuchen.
Er sagte: Das Team entwickelte für den Atlas ein mehrschichtiges Modell das miteinander verflochtene historische Netzwerke erstellen und Daten umfassend verarbeiten kann.
Die Plattform ermöglicht den Nutzern außerdem Kommentare und Vorschläge einzureichen. Das Entwicklungsteam will ihre Informationen auf Grundlage der Vorschläge von Forschern und Akademikern laufend aktualisieren. Auch die Umwandlung des Atlas in eine Mobiltelefonanwendung gehört zu den angekündigten Zukunftsplänen des Projekts.
4373518