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18:31 - September 07, 2026
Nachrichten-ID: 3015385
Notiz

Betrachtung über Sendung des Propheten (s.); Wahrheit jenseits vom Menschen geschaffener Scheinrealitäten

Von der Universitätsprofessorin, Forscherin auf dem Gebiet der schiitischen Philosophie und Leiterin des „Zentrums für Kultur- und Schia-Studien“ in London Rebecca Masterton

Anlässlich der Würdigung des edlen Propheten (s.) möchte ich über die Offenbarung als ein Fenster zu einer besonderen Wahrheit nachdenken und darüber, dass es in dieser Botschaft, diesem Weg und dieser Lebensweise im Grunde genau um diese Wahrheit geht die zwischen vielen anderen und falschen Wirklichkeiten liegt.

 

Betrachtung über Sendung des Propheten (s.); Wahrheit jenseits vom Menschen geschaffener Scheinrealitäten

 

Daher handelt diese Botschaft ihrem innersten Wesen nach von der wirklichen Wahrheit im Gegensatz zur künstlichen Wirklichkeit. Diese Frage betrifft eine besondere Art der Wahrnehmung.

Der edle Koran spricht über genau dieses Thema:

über diejenigen, die sehen, und diejenigen, die nicht sehen; über diejenigen, die wissen, und diejenigen, die nicht wissen.

«وَ ما یَسْتَوِی الْأَعْمی وَ الْبَصِیرُ* وَ لَا الظُّلُماتُ وَ لَا النُّورُ* وَ لَا الظِّلُّ وَ لَا الْحَرُورُ*»

„Der Blinde und der Sehende sind niemals gleich; ebenso wenig die Finsternisse und das Licht, der Schatten und die sengende Hitze; und die Lebenden und die Toten sind niemals gleich“ (35:19–22, Fāṭir).

Die Menschheit schuf seit jeher säkulare Gesellschaften, säkulare Welten und säkulare Wirklichkeiten. Atheisten gab es immer. Doch die Bevölkerungsexplosion der Menschheit auf mehr als sechs Milliarden Menschen, Ausbreitung der Industrialisierung und vor allem der Kapitalismus führten dazu, dass der stillschweigende Konsens unter der Mehrheit der Menschheit es sei gut und akzeptabel sich ausschließlich dem Streben nach weltlichen Errungenschaften zu widmen eine besondere Art falscher Wirklichkeit hervorgebracht hat – eine Wirklichkeit, die viele für selbstverständlich und real halten.

Als der edle Prophet (s.) die Offenbarung verkündete, war er selbst ein Tor zu den Welten aus denen die Offenbarung herabgesandt worden war. Diese Offenbarung spricht von der Existenz einer Wahrheit die so erhaben ist, dass sie nicht vorgestellt werden kann; einer Wahrheit die so fein und subtil ist, dass sie nicht gesehen wird, zugleich aber genau jene Kraft und Macht darstellt die das Phänomen des Lebens selbst hervorbringt: die Bewegung und Entfaltung des Lebens sowie Ströme, die es durchziehen und das Schicksal jedes Menschen gestalten.

Die Offenbarung spricht außerdem von den immateriellen Welten jenseits dieser Welt – Welten durch die das Licht der Wahrheit zum Herzen des Menschen gelangen muss. Sie spricht auch von den Bewohnern dieser Welten: den Engeln sowie Geistern der Propheten und Imame die als Wegweiser zur Offenbarung und innerhalb der Offenbarung wirken.

Daher war der Prophet (s.) ein Zeichen dafür, dass die Geschichte nicht ausschließlich aus linearer Zeit besteht, also aus nacheinander verstreichenden Augenblicken. Entgegen der gewöhnlichen Vorstellung lebt der Mensch nicht nur innerhalb der Geschichte, die sich auf dieser Ebene von Zeit und Raum ereignet, sondern zugleich auch auf höheren Ebenen von Zeit und Raum.

Offenbarung, Prophetentum und Wilaya, die mit dem aktuell lebenden Imam (a.) ihre Vollendung erreicht, sprechen allesamt von einer Ebene von Zeit und Raum, die über diese Ebene hinausgeht – einem Ort an dem sich geistige Ereignisse ereignen und sich bisweilen auf dieser Ebene offenbaren. Genau dies wurde dem Propheten (s.) aufgetragen uns zu bringen und zu verkünden.

In jeder Generation treten Seelen hervor die in ihrer ursprünglichen Natur wissen, dass die äußerliche Wirklichkeit in der sie sich befinden weder die Grenze aller Wirklichkeit noch die endgültige Wahrheit ist – und auch keine Wirklichkeit der sie sich unterwerfen, der sie sich widmen oder nach der sie streben sollten.

Sie betrachten diese materielle Wirklichkeit gleichsam von außerhalb und sehen und erkennen dabei eine Wirklichkeit die sich von dieser Welt unterscheidet. Wie Imam Ali (a.) sagte: „Die Herzen erkennen Gott den Erhabenen ohne Ihn geistig abzubilden oder zu umfassen.“

Der Prophet (s.) leitete daher neben Gesetzen zur Regelung der Gesellschaft und einer Ethik zur Erziehung der Seele auch eine Wandlung im Bewusstsein der Gesellschaft ein. Doch wie wir sehen können arbeiteten diejenigen deren Augen durch ihr Verlangen und Bindung an die Errungenschaften der niedrigsten Wirklichkeitsebene blind geworden waren und die Botschaft nicht vollständig verstehen konnten – und denen vielleicht überhaupt nicht wichtig war worin diese Botschaft bestand –, zusammen, um sie von ihrem Weg abzubringen und die Gewässer zu trüben.

Wenn der Prophet (s.) ein solches Maß an Unterstützung gewinnen konnte lag das daran, dass er selbst über eine verwandelnde Kraft verfügte – eine Kraft mit alchemistischer Wirkung auf die Menschen in seinem Umfeld. Im Laufe der Jahrhunderte sind jedoch auch die Muslime vom Säkularisierungsprozess von Zeit, Raum und Geschichte beeinflusst worden.

Wenn die Muslime die Wirklichkeiten auf die die Offenbarung hinweist verstehen und wieder zu Monotheisten werden sollen, also zu Menschen die die Einheit Gottes des Erhabenen bezeugen, müssen sie zu jener Seinsweise und Existenzform zurückkehren durch die ein Muslim diese Wirklichkeiten wahrnehmen kann.

Der heilige Prophet war in seiner Sendung durch Inspiration und Liebe erfolgreich. Er gründete eine heilige Bruderschaft und lehrte Großzügigkeit, Würde, Ehre und Selbstachtung.

 

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Stichworte: Der Koran ، Prophet Muhammad ، Wahrheit
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