IQNA

20:13 - September 09, 2026
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Werbeskandal um Adidas und bittere Geschichte Amputierter im Gaza-Krieg

IQNA- Palästinenser die bei Angriffen des zionistischen Regimes Behinderungen erlitten kämpfen mit großen Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Prothesen, während die Werbekampagne von Adidas ihre speziellen Dienstleistungen für zionistische Soldaten vorstellte. Dieser schmerzhafte Gegensatz löste in den sozialen Medien einen Sturm der Empörung aus und zwang das Unternehmen zum Rückzug und einer Entschuldigung.

IQNA: Die Kampagne des deutschen Unternehmens Adidas mit einem ehemaligen israelischen Soldaten, der ein Bein verlor wurde für die amputierten Palästinenser im Gazastreifen zum Symbol zweier völlig unterschiedlicher Realitäten. (Quelle: Anadolu)

 

Werbeskandal um Adidas und bittere Geschichte Amputierter im Gaza-Krieg

Der ehemaliger Soldat der Armee des zionistischen Regimes Shalev Biton, der ein Bein verlor, trat in einer lokalen Adidas-Kampagne zur Vorstellung des Dienstes „Einzelner Schuh“ auf. Dieser Dienst wurde für Amputierte und andere entwickelt, die nur einen Schuh benötigen.

Unterdessen haben Tausende Palästinenser im Gazastreifen, die bei Angriffen des zionistischen Regimes Körperteile verloren, weiterhin Schwierigkeiten selbst die grundlegendste Prothesenausstattung, Ersatzteile und Rehabilitationsleistungen zu erhalten.

Dieser Gegensatz empörte die amputierten Menschen in Gaza. Sie fragen warum für eine solche Kampagne ein ehemaliger israelischer Soldat ausgewählt wurde, während ihre Bedürfnisse weiterhin weitgehend unbeachtet bleiben.

 

Wie kann Adidas so etwas tun?

Der 14-jährige Jugendliche Omar Haliwa aus Palästina verlor bei einem Angriff des zionistischen Regimes sein Bein als er unterwegs war um Wasser zu holen. Mehrere seiner Angehörigen, die ihn begleiteten, wurden bei dem Angriff ebenfalls getötet.

Haliwa sagte: Wie kann Adidas einen israelischen Soldaten holen und in einer Werbung einsetzen, während wir, die Kriegsverletzten in Gaza, so sehr leiden?

Er sagte, dass der Verlust seines Beins sein Leben völlig veränderte. Seine Bemühungen eine geeignete Beinprothese zu erhalten scheiterten jedoch wegen des Mangels an Rohmaterialien in den Prothesenwerkstätten Gazas wiederholt.

Für Haliwa war es schmerzhaft zu sehen, dass ein ehemaliger israelischer Soldat besondere Leistungen für Amputierte erhält, während Palästinenser Schwierigkeiten haben selbst die einfachsten künstlichen Gliedmaßen zu bekommen.

Er forderte Adidas auf auch die Kinder und Jugendlichen Palästinas zu beachten, die bei Angriffen der Zionisten ihre Gliedmaßen verloren.

 

Wir haben nichts

Kifah al-Fakhuri verlor bei einem Angriff des zionistischen Regimes auf ein Strandcafé in Gaza-Stadt sein Bein. Er sagte, dass er schockiert war als er diese Kampagne sah.

Er sagte: Ich hätte mir gewünscht, dass Adidas die Bedürfnisse der Menschen in Gaza und Palästina berücksichtigt hätte, denn wir haben Tausende amputierte Menschen.

Er fügte hinzu: Dieser Soldat ver 2021 sein Bein und verfügt nun über eine Prothese und notwendige Ausstattung. Wir haben in Gaza nichts – keine Behandlung, keine Ausrüstung und keine Möglichkeiten.

Al-Fakhuri sagte, dass die im Gazastreifen verfügbaren Prothesen häufig nicht den Bedürfnissen der Patienten entsprechen; einige sind zu schwer oder für den täglichen Gebrauch ungeeignet.

Er fügte hinzu, dass amputierte Menschen moderne Gelenke, Zubehör und bessere Prothesen benötigten, um in ein normales Leben zurückzukehren und wieder mobil zu werden.

Seinen Angaben zufolge beeintrchtigt der Verlust seines Beins seine Arbeit, Fortbewegung und nahezu alle Bereiche seines Alltagslebens.

 

Warum unterstützt Adidas Gaza nicht?

Ahmad Jawadi al-Balawi aus Palästina verlor während des Krieges sein Bein und sagte, dass auch seine Prothese schnell verschliss und repariert werden muss.

Al-Balawi sagte: Sie brauchen nicht die Hilfe die wir benötigen. Sie haben Möglichkeiten. Wir haben nichts. Wir machen aus dem Nichts etwas.

Er sagte, dass viele amputierte Menschen in Gaza gezwungen sind alte oder unpassende Prothesen zu benutzen und haben auch Schwierigkeiten passende Schuhe und Zubehör zu finden.

Nabil Abdullah Mahmud Ibrahim verlor bei einem israelischen Drohnenangriff sein Bein als er mit anderen Kindern in einem Flüchtlingslager im Norden des Gazastreifens Fußball spielte.

Er fragte: Sollte Adidas Gaza nicht unterstützen, wo doch so viele Menschen hier ihre Gliedmaßen verloren?

Er sagte, dass amputierte Palästinenser sollten dieselbe Unterstützung und dieselben Möglichkeiten erhalten müssen wie andere mit vergleichbaren Verletzungen.

 

Mehr als 8.000 amputierte Menschen

Der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums in Gaza Munir al-Barsh sagte, dass Schätzungen zufolge mehr als 8.000 Palästinenser während des Völkermordkriegs des zionistischen Regimes gegen Gaza Gliedmaßen verloren; mehr als 3.000 von ihnen sind Kinder.

Er sagte, dass Gaza über ausgebildete Fachkräfte verfügt die künstliche Gliedmaßen herstellen und anpassen können. Die Beschränkungen für die Einfuhr von Rohmaterialien und medizinischer Ausrüstung hatten jedoch dazu geführt, dass viele Patienten keine geeignete Prothese erhalten können.

Al-Barsh sagte: Priorität muss das Kind in Palästina haben, das ein Bein oder  Arm verlor und Rehabilitation benötigt.

Er forderte internationale Organisationen und große Unternehmen weltweit auf die amputierten Palästinenser zu unterstützen und bei der Bereitstellung von Prothesen und Rehabilitationsausrüstung zu helfen.

 

Forderungen nach Boykott und Entschuldigung von Adidas

Nachdem Bilder dieser Kampagne in den sozialen Medien weit verbreitet worden waren verschärfte sich der Skandal. Palästina unterstützende Nutzer verglichen Bitons Zugang zu einer Prothese und spezialisierten Leistungen mit der Lage Tausender amputierter Menschen in Gaza.

Der Sender Kanal 15 des zionistischen Regimes berichtete, dass die Beiträge zu dieser Kampagne Millionen von Aufrufen erhielten; gleichzeitig weitete sich in den sozialen Medien die Forderungen nach einem Boykott von Adidas aus.

Infolge dieser Reaktionen entschuldigte sich das regionale Social-Media-Konto Adidas Arabi, das die Aktivitäten des Sportbekleidungs- und -ausrüstungsherstellers in Westasien betreut für die Kampagne. Es erklärte, dass ein Bild das kürzlich in einer lokalen Werbeaktion verwendet wurde Besorgnis und heftige Reaktionen auslöste.

In der Erklärung hieß es: Es war niemals unsere Absicht jemanden zu beleidigen oder zu verärgern und wir entschuldigen uns bei allen die davon betroffen sind.

Adidas betonte, dass die Werbung eine lokale Initiative war und kein Teil einer weltweiten Kampagne des Unternehmens.

Adidas Arabia erklärte außerdem, dass das Unternehmen weiterhin zuhören, lernen und sich bemühen um sicherzustellen, dass seine Maßnahmen mit den erklärten Werten des Unternehmens hinsichtlich Inklusion und Unterstützung aller Menschen übereinstimmten.

Für die amputierten Menschen in Gaza offenbarte dieser Skandal jedoch eine Kluft die weit über eine einfache Werbung hinausging.

Eine Werbekampagne hatte einen amputierten Menschen in den Mittelpunkt gestellt; Tausende andere amputierte Menschen in Gaza warten jedoch weiterhin auf eine Möglichkeit wieder gehen zu können.

Die Armee des zionistischen Regimes tötete in einem Krieg, der einen großen Teil der zivilen Infrastruktur Gazas zerstört oder beschädigte, mehr als 73.000 Palästinenser und verletzte mehr als 174.000.

 

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