IQNA- Die britische Regierung will wegen der Siedlungsaktivitäten des israelischen Regimes im Westjordanland Sanktionen gegen dieses verhängen.
IQNA: Diese Sanktionen werden trotz der Kritik der US-Regierung und einiger Mitglieder der regierenden britischen Labour-Partei verhängt. (Quelle: Al-Dustour)

Diese Sanktionen sollen am Dienstag, dem 8. September 2026, in einer von Premierminister Andy Burnham geleiteten Kabinettssitzung erörtert werden. Anschließend wird der britische Außenminister Ed Miliband im Parlament eine Erklärung abgeben.
Diese Maßnahmen werden keine finanziellen Beschränkungen gegen bestimmte Einzelpersonen oder juristische Personen umfassen, könnten jedoch ein Handelsverbot mit zionistischen Unternehmen beinhalten, die in den Siedlungen des Westjordanlands tätig sind.
Im vergangenen Monat verurteilte Großbritannien die Entscheidung des israelischen Regimes den Plan zum Bau neuer Siedlereinheiten im Gebiet E1 nahe dem besetzten Jerusalem voranzutreiben. Bei einer Umsetzung würde dieser Plan die Möglichkeit eines geografisch zusammenhängenden palästinensischen Staates im Westjordanland schwächen.
Großbritannien hatte bereits gemeinsam mit Australien, Kanada, Neuseeland, Norwegen und Frankreich als Reaktion auf die beispiellose Ausweitung des Siedlungsbaus und die zunehmende Gewalt von Siedlern im Westjordanland Sanktionen gegen extremistische Siedler verhängt. Diese Beschränkungen richteten sich gegen eine Person und sechs Unternehmen.
Unterdessen erklärte der Finanzminister des zionistischen Regimes Bezalel Smotrich, dass der britische Botschafter am Dienstag ausgewiesen werden soll und bezeichnete die britische Regierung als antisemitisch.
Er schrieb auf Hebräisch auf der Plattform X: Das britische Mandat in Israel ist beendet.
Auch der britische Außenminister Ed Miliband erklärte, dass die Beziehungen zu Israel überprüft werden müssen.
Der Politikanalyst Ahmad Zakarnah aus Palästina ist der Ansicht, dass die britische Maßnahme eine erhebliche politische Symbolkraft besitzt – insbesondere vor dem Hintergrund der Anerkennung des Staates Palästina durch Großbritannien und Hinwendung zu einem Ende des Handels mit den zionistischen Siedlungen.
Zakarnah betonte gegenüber Al-Ayyam News, dass die Anerkennung des Staates Palästina von praktischen Maßnahmen begleitet werden muss damit diese und die Maßnahmen gegen den Siedlungsbau nicht lediglich auf dem Papier bleiben. Er unterstrich die Notwendigkeit die politische Haltung Großbritanniens in wirtschaftliche und rechtliche Maßnahmen umzusetzen die der fortgesetzten Ausweitung des Siedlungsbaus reale Kosten auferlegten.
Zakarnah weist jedoch darauf hin, dass diese Maßnahmen nicht auf Einstellung des Handels mit den Siedlungen beschränkt bleiben dürfen. Sie müssen vielmehr eine umfassendere Überprüfung der Beziehungen zum Besatzungsregime einschließen, damit die Maßnahmen dem Ausmaß der Entwicklungen vor Ort angemessen sind.
Die Siedlungsfrage ist von den zunehmenden Angriffen der Siedler auf Palästinenser und deren Eigentum nicht zu trennen. Beobachter betrachten diese Angriffe als Teil eines umfassenderen Prozesses mit dem Ziel vor Ort neue Tatsachen zu schaffen und die Palästinenser zum Verlassen ihrer Gebiete zu zwingen.
Analysten warnen, dass die fortgesetzte Ausweitung der Siedlungen zusammen mit den Angriffen der Siedler eine Realität schafft, die künftig nur schwer zu verändern sein wird – insbesondere weil sich die Siedlungsinfrastruktur ausweitet und mit Straßen-, Versorgungs- und Dienstleistungsnetzen verbunden wird.
Aus dieser Perspektive bedeutet die Bekämpfung des Siedlungsprojekts nicht nur Bau neuer Wohneinheiten zu stoppen. Sie umfasst auch die Verhinderung der Festigung eines integrierten Systems zur Ausübung wirtschaftlicher, geografischer und sicherheitspolitischer Kontrolle über das Land Palästina.
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