IQNA

18:08 - September 12, 2026
Nachrichten-ID: 3015413

Jüdische Feiertage: Drei entscheidende Wochen für Jerusalem und die al-Aqsa-Moschee

IQNA- Mit dem Näherrücken einer Reihe jüdischer Feiertage im September und Anfang Oktober treten Jerusalem und das Westjordanland in eine sensible Phase ein. Sie ist gewöhnlich von verschärften israelischen Beschränkungen, stärkerer Militärpräsenz, eingeschränkter Bewegungsfreiheit der Palästinenser und häufigeren Angriffen von Siedlern auf die al-Aqsa-Moschee geprägt.

IQNA: Die Feiertage beginnen in diesem Jahr mit dem jüdischen Neujahr Rosch ha-Schana am Abend des 11. September und dauern bis zum Abend des 13. September. Danach folgt am 14. September das Gedalja-Fasten und anschließend der Versöhnungstag Jom Kippur vom Abend des 20. bis zum Abend des 21. September. (Quelle: Informationszentrum Palästina)

 

Jüdische Feiertage: Drei entscheidende Wochen für Jerusalem und die al-Aqsa-Moschee

 

Jom Kippur gilt als einer der heiligsten religiösen Anlässe des Judentums und ist mit etwa 25 Stunden Fasten und religiösen Riten verbunden. In solchen Zeiten verhängt Israel gewöhnlich umfassende Sicherheitsmaßnahmen in Jerusalem, rund um heilige Stätten, an Übergängen und auf Wegen zu Städten und Dörfern Palästinas.

Danach beginnt das Laubhüttenfest Sukkot am Abend des 25. September und dauert bis zum Abend des 2. Oktober. Der siebentägige Feiertag ist mit besonderen religiösen Riten verbunden. In den vergangenen Jahren nahmen zugleich die Angriffe israelischer Siedler auf die al-Aqsa-Moschee und Versuche zu talmudische Rituale in und um die heilige Stätte abzuhalten.

Auf Sukkot folgen Hoschana Rabba, Schemini Azeret und Simchat Tora. Damit dauern die wichtigsten jüdischen Herbstfeiertage bis Anfang Oktober an.

Die Bedeutung dieser Zeit für die Palästinenser beschränkt sich nicht auf ihre religiöse Seite. Wegen der unmittelbaren Sicherheits- und Auswirkungen vor Ort, besonders in Jerusalem und an der al-Aqsa-Moschee ist sie äußerst sensibel.

Der Experte für Jerusalem-Angelegenheiten Fakhri Abu Diab warnte: Die sogenannten Tempelgruppen nutzten die jüdischen Feiertage mit Unterstützung Israels und extremistischer Strömungen, um die Angriffe und Übergriffe gegen die al-Aqsa-Moschee zu verschärfen.

Er sagte, dass Ziel dieser Gruppen es ist in der al-Aqsa-Moschee neue Tatsachen zu schaffen und die jüdische Präsenz dort zu festigen. Die Beschäftigung der Weltöffentlichkeit mit regionalen Entwicklungen nutzten sie ebenfalls zur Umsetzung ihrer Pläne.

Abu Diab fügte hinzu, dass die bevorstehenden Wahlen im besetzten Palästina dazu führten, dass extremistische Strömungen und Tempelgruppen die al-Aqsa-Moschee zu einem Instrument der Wahlwerbung machten. Durch verschärfte Angriffe und neue Tatsachen wollen sie mehr Stimmen von Siedlern und Anhängern der extremen Rechten gewinnen.

Seiner Ansicht nach wird jede Maßnahme zur Festigung der jüdischen Präsenz in der al-Aqsa-Moschee rasch politisch und im Wahlkampf genutzt. Die Übergriffe gegen die heilige Stätte wurden zu einem Instrument des Wettbewerbs zwischen rechten Strömungen.

Der palästinensische Experte berichtete außerdem von verschärften Beschränkungen für den Zugang der Palästinenser zur al-Aqsa-Moschee. Das Sperren von Wegen, Verhinderung des Zugangs für zahlreiche Betende, Verringerung der zugelassenen Besucherzahl und zunehmende Anordnungen Palästinenser von der Moschee fernzuhalten schafften die Voraussetzungen für umfassendere Angriffe der Siedler.

Abu Diab warnte: Das endgültige Ziel dieser Entwicklung ist die Identität der al-Aqsa-Moschee von einem islamischen zu einem jüdischen Ort zu verändern. Einige extremistische Strömungen im besetzten Palästina nennen die Moschee inzwischen offen „Tempel“.

Er betonte, dass die Fortsetzung dieser Entwicklung zu Versuchen führen kann Teile der al-Aqsa-Moschee zwischen Muslimen und Juden aufzuteilen. Dies ist eine direkte Bedrohung der islamischen Identität und historischen und rechtlichen Status der heiligen Stätte.

Abu Diab warnte abschließend: Die gegenwärtige Phase kann zu den gefährlichsten Zeiten gehören denen sich die al-Aqsa-Moschee gegenübersieht, besonders da die Übergriffe und Angriffe parallel zum politischen und wahlpolitischen Wettbewerb im besetzten Palästina zunahmen.

 

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