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14:09 - September 15, 2026
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500 Jahre alte Schule Mir Arab als Symbol für Entwicklung der Religion in Zentralasien

IQNA- Die religiöse Schule Mir Arab, auch auf der UNESCO-Welterbeliste, spielte während ihrer fast 500-jährigen Tätigkeit eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der islamischen Kultur in den Nachbarländern Zentralasiens, Russland, Kaukasus und in Aserbaidschan.

IQNA aus Russland: Viele der in der Sowjetzeit geboren großen Muftis Russlands absolvierten ihre religiöse Ausbildung an der Religionsschule Mir Arab. Der Hauptgrund dafür war neben Ansehen und hohen Alter der Schule, dass sie von der sowjetischen Regierung eine Betriebserlaubnis als eines der wenigen zugelassenen religiösen Zentren für Muslime im Land besaß.

 

500 Jahre alte Schule Mir Arab als Symbol für Entwicklung der Religion in Zentralasien

 

Die Schule trägt ihren Namen nach dem im Jemen geborenen Sayyid Abdullah al-Yamani, gewöhnlich unter dem Namen Mir Arab bekannt, also „arabischer Fürst“.

Auf seine Initiative begann 1530 (936 islamische Zeitrechnung) der Bau einer Schule an der Ostseite der Kalyan-Moschee. Mir Arab starb vor der Fertigstellung. Seinem Testament entsprechend vollendete sein Schwiegersohn Scheich Zakariya den Bau 1536 (942 islamische Zeitrechnung).

Die Bildungseinrichtung unterscheidet sich durch ihre beiden blauen Kuppeln von anderen Schulen. Der Eingang liegt an der Westseite. Unter der rechten Kuppel befindet sich die Moschee, unter der linken das Mausoleum. Auch das Innere der Schule ist kunstvoll gestaltet. Vier große Gewölbe trennen die Zellen voneinander. Sie sind mit sternförmigen Verzierungen geschmückt.

Die handschriftlichen und lithografierten Bücher in der Bibliothek der Schule gelten als kulturelles und geistiges Erbe dieses Ortes.

Die zweistöckige Schule umfasst 114 Räume, entsprechend der Zahl der Koransuren und ist in der gesamten islamischen Welt bekannt und bedeutend. Der Ort leistet nicht nur als architektonisches Bauwerk, sondern auch als Bildungszentrum einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der islamischen Religion und Kultur.

Der Baustil der Schule Mir Arab mit seinem tiefen Blau, aufwendigen Kachelmustern und Verwendung einer kunstvollen Geometrie steht direkt unter dem Einfluss iranischer Architekturstile der Timuriden- und Safawidenzeit. Dieser aus Iran stammende Baustil erreichte in Buchara seinen Höhepunkt und machte die Schule zu einem Symbol der Pracht der gemeinsamen iranisch-islamischen Zivilisation.

Die Schule Mir Arab gehört zum historischen Erbe der Altstadt von Buchara, steht ebenfalls auf der UNESCO-Welterbeliste.

Die Verbindung der Schule Mir Arab zu Iran lässt sich aus drei Perspektiven untersuchen:

Lehrer-Schüler-Verbindungen: Während der Blütezeit Bucharas reisten viele große iranische Gelehrte und Rechtsgelehrte zu dieser Schule, um von ihren Lehrern zu lernen. Umgekehrt gingen viele Absolventen der Schule in iranische Städte wie Herat, Maschhad und Isfahan, um dort religiöse und wissenschaftliche Arbeit zu leisten.

Einheit der wissenschaftlichen Kultur: Damals waren die politischen Grenzen zwischen Iran und Zentralasien, also Groß-Khorasan und Transoxanien, sehr beweglich. Anders als die heutigen Grenzen bildeten die wissenschaftlichen Räume von Täbris bis Buchara und von Herat bis Nischapur einen einheitlichen Raum. Persisch war damals die wichtigste Sprache der Literatur, Diplomatie und auch vieler wissenschaftlicher Texte in dieser Region, darunter in Buchara.

Gegenseitiger Einfluss in Rechtswissenschaft und Theologie: Die an Mir Arab gelehrten rechtswissenschaftlichen und theologischen Schulen standen in ständigem Austausch mit den wissenschaftlichen Schulen im Iran, etwa der Schule von Isfahan und den Schulen Khorasan. Dieser Austausch führte dazu, dass sich die Lehrstile und Methoden der islamischen Rechtsfindung in beiden Regionen einander annäherten.

Diese Bildungseinrichtung spielte während ihrer fast 500-jährigen Tätigkeit eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Religion und islamischer Kultur in den Nachbarländern Zentralasiens, Russland, Kaukasus und Aserbaidschan.

Während der Sowjetzeit wurde die Tätigkeit der Schule ausgesetzt und 1945 wieder aufgenommen. Viele berühmte Gelehrte absolvierten diese Einrichtung. Dazu gehören der Vorsitzender des Rates der Muftis Russlands Ravil Gainutdin, Scheich al-Islam und Großmufti Russlands Talgat Tadschuddin sowie der erste Präsident Tschetscheniens Achmat Kadyrow.

Quellen:

Offizielle Website der Madrasa Mir Arab

http://mirarabmadrasa.uz

Website des russischen Online-Bildungsinstituts für Religionswissenschaften Medina

https://medinaschool.org

Wikipedia

 

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Stichworte: moschee ، russland ، Schule
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