Erste Hochrechnung: Schweizer stimmen für Verhüllungsverbot

Laut ersten Prognosen haben sich die Schweizer in einer Volksabstimmung knapp dafür ausgesprochen, Gesichtsverschleierung in der Öffentlichkeit zu verbieten. Ausnahmen soll es für religiöse Stätten geben.

Die Schweizer haben bei einer Volksabstimmung ersten Prognosen zufolge einem landesweiten Verhüllungsverbot zugestimmt. Die Ja-Stimmen lagen bei 51 Prozent, wie der Co-Leiter des Umfrageinstituts gfs.bern, Lukas Golder, im Fernsehen sagte. Auch eine Hochrechnung des Medienhauses SRG kam zu dem gleichen Ergebnis.

Die Vorlage zielt darauf ab, muslimischen Frauen das Tragen von Nikab oder Burka im öffentlichen Raum zu verbieten. Mit der Annahme käme diese Kleidervorschrift in die Verfassung und würde auf Straßen, in Restaurants und Geschäften gelten. Eine Ausnahme gäbe es für religiöse Versammlungsräume. Ein solches Verbot existierte bereits in den Kantonen St. Gallen und Tessin.

 

Auch Hooligans betroffen

Auch in Frankreich, Österreich, den Niederlanden und anderen Ländern gibt es Verhüllungsverbote. Auf dem Papier richtete sich die Vorlage allgemein gegen Verhüllung und verbietet damit künftig auch Demonstranten und Fußballhooligans, ihr Gesicht zu verhüllen.

Der Verein, der die Volksabstimmung mit einer Unterschriftensammlung durchsetzte, macht aber kein Hehl aus seiner islamkritischen Haltung. Er hatte 2009 auf gleichem Weg erreicht, dass keine neuen Minarette in der Schweiz gebaut werden dürfen. Der Verein, das Egerkinger Komitee, ist rechtskonservativ und will nach eigenem Bekunden eine Islamisierung der Schweiz verhindern. Gegner warfen dem Verein vor, er fördere damit antiislamischen Rassismus.

 

trtdeutsch