Westthrakien
Türkei kritisiert Schließung von zwölf Grundschulen der türkischen Minderheit in Westthrakien

Das türkische Außenministerium hat die - nach offiziellen Angaben „vorübergehende“ - Schließung von zwölf Grundschulen der türkischen Minderheit in Westthrakien mit scharfen Worten kritisiert. Die Entscheidung Athens verstoße gegen den Vertrag von Lausanne und stelle die Fortsetzung einer jahrzehntelangen Politik der Assimilation sowie Unterdrückung der türkischen Minderheit im Bildungswesen dar, teilte das türkische Außenministerium am Montag mit.

Unter dem Vorwand, die Zahl der Schüler sei zu niedrig, hatte Griechenland die vorübergehende Schließung der zwölf Grundschulen beschlossen. Eine solche Veranlassung erfolgte allerdings nicht zum ersten Mal in der Geschichte des Landes. Vielmehr setzt Athen bereits seit 2011 eine Politik der Schließung von Minderheitenschulen mit derselben Begründung fort. Mit 132 Einrichtungen wurde seither bereits mehr als die Hälfte der Grundschulen der türkischen Minderheit auf diese Weise geschlossen.

„Mit der jüngsten Entscheidung hat sich bestätigt, dass die Politik Griechenlands, die Grundschulen der türkischen Minderheit in Westthrakien durch ‚vorübergehende Aussetzungen‘ zu schließen, ein systematisches Ausmaß angenommen hat“, kritisierte Ankara.

Das Ministerium beklagte zudem eine Diskriminierung dieser Schulen, die sich auch in einer Gesamtschau auf die griechische Bildungslandschaft zeige. Im Rahmen der jüngsten legislativen Reformen im Bildungswesen seien die Schulen der Minderheit vollständig außen vor gelassen worden. Griechenland müsse dieser „diskriminierenden Politik“ ein Ende setzen, mahnte Ankara in der Erklärung.

Auch an die internationale Gemeinschaft appellierte das türkische Außenministerium in diesem Zusammenhang: Es dürfe nicht länger zugeschaut werden, wie Menschenrechte in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union und des Europarates systematisch missachtet würden.

 

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