Internationaler Tag gegen Kinderarbeit / Die Sichtweise der abrahamitischen Religionen auf Kinderarbeit

Laut IQNA wird das Problem der arbeitenden Kinder als eines der größten sozialen Übel in den unterentwickelten Gesellschaften der Welt angesehen und verursacht viele soziale Probleme in den jüngeren Generationen einer Gesellschaft.

Kinderarbeit gibt es in fast jeder Form der Welt. Aber Kinder, die in Ländern mit schwacher Wirtschaft leben, geraten mit größerer Wahrscheinlichkeit in den Kreislauf der Kinderarbeit als ihre Altersgenossen aus wohlhabenden Gegenden.

Das Ausmaß dieses Problems und seine Folgen und negativen Auswirkungen auf das Leben von Kindern führten dazu, dass die Internationale Arbeitsorganisation seit 2002 vorschlägt den 12. Juni zum Internationalen Tag gegen Kinderarbeit zu erklären, der darauf abzielt, die globale Bewegung gegen Kinderarbeit zu stärken und zum Jubiläum dieses Anlasses werfen wir einen Blick auf das Thema arbeitende Kinder und Sichtweise der abrahamitischen Religionen zum Status von Kindern:

Kinder auf der ganzen Welt sind routinemäßig an Aktivitäten beteiligt, die ihnen nicht unbedingt schaden. Wenn sie jedoch zu jung zum Arbeiten sind gehen sie riskante Aktivitäten ein, die ihre körperliche, geistige, soziale oder schulische Entwicklung gefährden können. In weniger entwickelten Ländern arbeitet etwas mehr als eines von vier Kindern (im Alter von 5 bis 17 Jahren) was als schädlich für ihre Gesundheit und Entwicklung angesehen wird.

Dieses Jahr (2022) ist das Thema des Welttags gegen Kinderarbeit die Verstärkung der Investierung in soziale Unterstützungssysteme und –programme, um eine starke soziale Unterstützung aufzubauen und Kinder vor Kinderarbeit zu schützen.

Laut der diesjährigen UN-Erklärung wurden zwar in den letzten zwei Jahrzehnten erhebliche Fortschritte bei der Reduzierung der Kinderarbeit erzielt. Die Fortschritte verlangsamten sich jedoch im Laufe der Zeit und sind im Zeitraum 2016-2020 sogar ins Stocken geraten. Heute sind immer noch 160 Millionen Kinder in Kinderarbeit verwickelt, wovon einige davon erst 5 Jahre alt sind.

Bedeutende Fortschritte bei der Beendigung der Kinderarbeit erfordern verstärkte Investitionen in globale Sozialschutzsysteme als Teil eines integrierten und umfassenden Ansatzes zur Lösung dieses Problems.

 

Internationaler Tag gegen Kinderarbeit / Die Sichtweise der abrahamitischen Religionen auf Kinderarbeit

 

UN-Schwerpunkt auf Sensibilität für Kinderarbeit

Die diesjährige Botschaft der Vereinten Nationen anlässlich des Internationalen Tages zur Abschaffung der Kinderarbeit betont, das größere Engagement der Regierungen die Armutsbekämpfung zu unterstützen, was zu Verringerung der Kinderarbeit führt.

„Sozialunterstützungssysteme der Regierung sind unerlässlich, um Armut und Verwundbarkeit zu bekämpfen und Kinderarbeit auszurotten und zu verhindern“, heißt es in der Botschaft. Sozialschutz ist sowohl Teil der Menschenrechte als auch ein wirksames politisches Instrument um Familien in Krisenzeiten daran zu hindern auf Kinderarbeit zurückzugreifen. Seit 2020 also vor der Covid-19-Krise waren jedoch nur 46,9 % der Weltbevölkerung tatsächlich sozial abgesichert während die restlichen 53,1 % (ca. 4,1 Milliarden Menschen) sozial abgesichert waren. Der Rest blieb ohne diese Unterstützung. Fast drei Viertel der 1,5 Milliarden Kinder erhalten keine soziale Unterstützung.

Bedeutende Fortschritte bei der Beendigung der Kinderarbeit erfordern verstärkte Investitionen in globale Sozialschutzsysteme als Teil eines integrierten und umfassenden Ansatzes zur Lösung des Problems.

 

Internationaler Tag gegen Kinderarbeit / Die Sichtweise der abrahamitischen Religionen auf Kinderarbeit

 

Die Stellung des Kindes in den abrahamitischen Religionen

Die abrahamitischen Religionen schenken den Kinderrechten und der Sichtweise der Eltern besondere Aufmerksamkeit und geben Kindern viele Rechte. Zu diesen Rechten gehören Vermeidung körperlicher Bestrafung von Kindern, Verpflichtung der Eltern angemessene Lebensbedingungen für Kinder bereitzustellen und Bereitstellung von Bildungseinrichtungen für Kinder.

 

Judentum

Im Judentum gibt es neben den Arbeiterrechten und der Betonung ihrer guten Behandlung auch Hinweise auf Kinderarbeit.

Im Talmud verweist die jüdische Bibel darauf, dass die Welt nur aufgrund der Verdienste der Kinder in der Schule überlebt. Gemäß der Mischna (einem Buch über Lehren des jüdischen Rechts) beginnt eine Person im Alter von 15 Jahren mit einer höheren Ausbildung heiratet im Alter von 18 Jahren und fängt erst im Alter von 20 Jahren an zu arbeiten und in der jüdischen Philosophie gehören Kinder nur an einem Ort nämlich dem Klassenzimmer. 1909 sprach sich die UAHC (Union of Hebrew American Associations) entschieden gegen die bedauerliche Ausbeutung von Kindern am Arbeitsplatz aus die gegen das Judentum verstößt.

 

Christentum

Im Christentum widerspricht Kinderarbeit den christlichen Lehren über das Leben und die Menschenwürde und ist eine Option für die Armen und Schwachen in der gesamten menschlichen Gesellschaft. Die Lehren der römisch-katholischen Kirche sprechen sich ausdrücklich gegen Kinderarbeit aus: Kinderarbeit in ihren unerträglichen Formen stellt eine Form der Gewalt dar die weniger offensichtlich ist als andere Formen der Gewalt aber das ist kein Grund, sie als nicht schrecklich anzusehen. Die Seelen aller Menschen sind heilig und die Menschenwürde liegt der moralischen Vision der Gesellschaft zugrunde. Die christliche Kirche sprach sich immer und überall gegen die Ausbeutung von Kindern aus!

 

Islam

Im Islam gibt es viele Beweise dafür, dass der Prophet Mohammad (PBUH) Kinder sehr liebte. Der Prophet kaufte Geschenke für Kinder und überreichte Kindern die erste Frucht eines Baumes. In einem authentischen Hadith (Bukhari-Überlieferung) wird vom Propheten überliefert, dass eine Person die ihre Kinder nicht liebt und die Ältesten nicht respektiert, kein Muslim ist. Im Islam wird empfohlen, Kinder nicht zu schlagen.

Kinder können bestimmte Dinge tun, weil die Kindheit als das Alter der Bildung angesehen werden kann. Diese Aufgaben können darin bestehen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Diese Arbeit im Islam „Taschghil“ genannt ist etwas, das dem Kind hilft, Lebenskompetenzen zu entwickeln oder ihm zugute kommt. Diese Zuwendungen können in Form von Geld oder anderen Zuwendungen erfolgen. Beispielsweise kann ein Sohn in seiner Freizeit im kleinen Geschäft seines Vaters helfen, wo er auch lernen kann, wie man Geschäfte macht. Darüber hinaus kann ein Waisenkind einen Job bekommen und Geld verdienen um ihm zu helfen, ein besseres Leben zu führen. Aber ihm muss auch Unterschlupf und Pflege geboten werden.

All dies zeigt, dass im Islam keine Rede davon ist die Ausbeutung von Kindern in irgendeiner Weise zu billigen oder sie in die Arbeit einzubeziehen.

Im islamischen Recht ist die Betreuungszeit für ein Kind in mehrere Phasen unterteilt und Mutter und Vater sind verpflichtet, sich um das Kind zu kümmern, auch wenn sie getrennt sind. Das Kind sollte zu keinem Zeitpunkt unbeaufsichtigt gelassen werden. Das Sorgerecht kann einer Mutter, einem Vater oder einem nahen Verwandten übertragen werden wie dies nach islamischem Recht angemessen ist. Jeder Person kann das Sorgerecht für das Kind entzogen werden, wenn sie ihren Verpflichtungen gegenüber dem Kind nicht nachkommt. Auch eine unsachgemäße Lebensführung kann Ausschlussgrund sein. Ein Kind zu bitten zur Arbeit zu gehen und auf irgendeine Weise Geld zu verdienen kann einem Elternteil oder Vormund sicherlich das Recht nehmen, ein Kind zu haben. Unter keinen Umständen darf ein Kind zur Arbeit geschickt werden, um sich selbst oder andere zu ernähren.

Bericht: Mohammad Hassan Goodarzi

 

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