
«لَوْ تَزَیلُوا لَعَذَّبْنَا اَلَّذِینَ کفَرُوا مِنْهُمْ عَذاباً أَلِیماً»
(Wenn sie sich voneinander getrennt hätten, hätten Wir diejenigen von ihnen, die ungläubig waren, gewiss mit einer schmerzhaften Strafe bestraft.)
((al-Fath: 25))
Jemand fragte Imam as-Sādiq (a.), warum der Fürst der Gläubigen (a.) [nach schiitischer Auffassung] im Zusammenhang mit der Saqīfa nicht zum Kampf schritt. Er verwies in seiner Antwort auf eben diesen edlen Vers. Der Überlieferer fragte, was mit der Trennung der Ungläubigen und der Gläubigen gemeint sei.
Der Imam (a.) sagte: Die anvertrauten Güter der Gläubigen befinden sich in den Lenden der Ungläubigen. Mit dem Erscheinen des Qa'im (a.) [ Imam Mahdi] verhält es sich ebenso. Solange diese anvertrauten Güter die Lenden der Ungläubigen noch nicht verlassen haben, erscheint der Herr nicht; doch nachdem sie hervorgegangen sind, erscheint er und besiegt die Feinde.
In Wirklichkeit war die Frage des Überlieferers diese: Wenn der Fürst der Gläubigen (a.) im Zusammenhang mit der Saqīfa das Banner des Krieges erhoben hätte, hätte er naturgemäß mit einer begrenzten Zahl gekämpft; doch in den Kriegen seiner Kalifatszeit war er gezwungen, gegen mehrere Tausend Menschen zu kämpfen. Das Geheimnis dieser Verzögerung in der Überlieferung ist die Gelegenheit zum Wachstum der von Gott anvertrauten Güter: Menschen, die die Fähigkeit und Veranlagung zu Entfaltung und Wachstum besitzen, denen aber die Gelegenheit dazu noch nicht gegeben war.
Auch der edle Prophet (s.) erlaubte bei der Eroberung Mekkas nicht durch Vergeltung an den Menschen dieser Stadt den Grund mancher späterer Wirren auszureißen; denn unter den Menschen Mekkas und in ihren Lenden gab es noch gläubige Menschen. Dennoch ist die religiöse Auslese ihrem Wesen nach ein zeitaufwendiger Vorgang; allerdings geschieht das Hervorwachsen oft nicht in derselben Geographie in der der Abfall stattfindet; das heißt: Der Abfall kann bei uns sein, während das Hervorwachsen auf der anderen Seite der Welt geschieht.
So wie viele freie Menschen im Westen angesichts der Verbrechen Israels in der Welt — darunter auch des Angriffs auf schutzlose Menschen im Iran — laut protestieren, während eine kleine Gruppe durch das Hissen der israelischen Flagge jubelt und feiert.
IQNA