IQNA

9:54 - September 30, 2020
Nachrichten-ID: 3003152
Teheran (IQNA)- Bei einem Pressegespräch kündigte die DITIB die Gründung einer Wohlfahrtsorganisation an. Außerdem forderte sie eine Studie zur Muslimfeindlichkeit bei der Polizei.

Die Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) will eine eigene Wohlfahrtsorganisation gründen. Sie solle langfristig in den Bereichen Senioren- und Jugendarbeit, Kinderbetreuung und frühkindliche Bildung sowie Hilfe für Bedürftige aktiv werden, sagte DITIB-Generalsekretär, Abdurrahman Atasoy, am Dienstag in Köln. Die Satzung für den neuen Verein mit Namen „Ihsan“ (arab. für „Wohltat“) sei bereits ausgearbeitet, er rechne mit einer Gründung noch in diesem Jahr, so Atasoy.

Viele Angehörige der ersten Einwanderergeneration seien inzwischen in einem Alter, in dem sie Hilfe benötigten, erläuterte Zekeriya Altuğ, bei der DITIB zuständig für Gesellschaft, Öffentlichkeit und institutionelle Zusammenarbeit. „Es fehlt aber bisher an kultursensiblen Angeboten für die älteren Menschen.“ Hier fülle der neue Wohlfahrtsverband eine Lücke. Anfangs gehe es dabei vor allem um Tagesbetreuung für Senioren und Hilfe bei der Erledigung von Einkäufen und Behördengängen. Langfristig strebe die DITIB – mit rund 850 Moscheegemeinden – aber auch einen staatlich anerkannten Pflegedienst an, so Altuğ. Bereits jetzt gebe es Kontakte zu Caritas und Diakonie.


DITIB fordert Studie zu Muslimfeindlichkeit

Außerdem drängt die DITIB auf eine Studie über Rassismus und Muslimfeindlichkeit bei der Polizei. Das Problem habe offenbar Dimensionen angenommen, die eine genauere Lageanalyse erforderten, so Altuğ. „Da muss man jetzt hinschauen“, so Altuğ, auch mit Verweis auf eine jüngst bei der nordrhein-westfälischen Polizei entdeckte Chatgruppe mit rechtsextremen Inhalten.

Altuğ betonte, es dürfe keine Pauschalurteile gegen Polizisten geben. Gerade deshalb sollte eine Studie dazu Klarheit schaffen. Altuğ bedauerte, dass es dagegen bisher Widerstand aus der Politik gebe. Die Polizei müsse für alle Menschen in Deutschland „Freund und Helfer“ sein, auch für die Muslime. „Da darf es keinen Zweifel geben“, mahnte Altuğ.

 

islamiq.de

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