IQNA

12:20 - August 04, 2021
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Teheran (IQNA)- Das Fest der Mubahala wird am 24. Dhul-Hidscha in Erinnerung an den Disput (Mubahala/Selbstverfluchungsordal)der Christen von Nadschran mit Prophet Muhammad (s.) gefeiert. Das historische Ereignis fand am 24. Dhul-Hidscha 10 n.d.H. statt.

Das Ereignis der Mubahala

Der 24. Dhul-Hidscha kennzeichnet den Tag des Festes der Mubahala. Das ist der Tag des Sieges der Muslime über die Christen.

 

Historischer Blickwinkel des Eid ul-Mubahala

Najran war ein fruchtbares Land im Norden der bergigen Region von Jemen, ca. 20 Km entfernt von Sanaa. Ungefähr 40.000 christliche Einwohner, teilten das Land in 73 kleine Städte. Sie waren Götzendiener genau so wie die Araber, jedoch ein Priester namens Femeon, predigte das Christentum in der Gegend von Najran und schon bald konvertierten alle Bewohner zum Christentum und Najran wurde zu einem machtvollen Zentrum der Aktivitäten der Christen. Sie bauten ebenso eine Kirche namens "Kaaba-e-Najran". Sie beteten darin und haben verschiedene Dinge angeboten, was zu einem jährlichen Einkommen von 200.000 Dinar führte, welches für die Priester, die dort lebten und studierten, eingesetzt wurde.Nach der Eroberung von Mekka, als der Islam began sich schnell auszubreiten und die sich bekriegenden Gruppen sich unter der Flagge des Islams vereinten, began der heilige Prophet (s.) Gesandte zu jenen Stämmen zu schicken, welche noch nicht den Islam akzeptiert hatten. Im Jahre 10 n.d.H wurde genau so ein Abgesandter zu den Christen der Stadt von Najran geschickt und es wurde ihnen angeboten entweder die Lehren des Islams zu akzeptieren oder unter dem Schutz der Muslime zu leben und "Jazia" zu zahlen - eine Art Vergütung, für den Schutz, der im Gegenzug dazu geboten wird.

 

Als der Bishof von Najran diese Nachricht erhielt, lud er alle Gelehrte und einflussreiche Leute von Najran ein und bat sie darum darüber nachzudenken und eine Lösung für diese Situation zu finden. Diese Nachricht verbreitete sich schnell unter den Leuten und einige von ihnen wurden sehr wütend, jedoch der Bishof von Najran rief sie dazu auf, eine friedliche Lösung zu finden.

 

Die christliche Delegation steuert nach Medina

Nach einigen Überlegungen wurde schließlich entschieden, nach Medina zu gehen und dort einen Dialog mit den Muslimen zu führen. Eine Deligation von 14 Mann, geführt von Aqib Saidawar und Abu Harisa zog nach Mekka. Abu Harisa wurde als der großartigste Bishof und Gelehrte der christlichen Welt angesehen und Aqib Sadawar wurde als der größte Stratege und Vermittler der Zeit erachtet. Als die Delegation Medina erreichte, waren die Leute beeindruckt von der großzügigen Dekoration, da es das erstemal war, dass solch eine Delegation dort hingegangen ist.Als sie den Masjid Nabawi betraten, schaute der Prophet Muhammad (s.) auf die edlen Steine, das Gold und die Kleidung aus Seide, welche sie trugen und wandte sein Gesicht ab und zollte ihnen keine Aufmerksamkeit.

Nach einer Weile, als niemand ihren Prunk wahrnahm, gingen sie raus aus dem Masjid Nabawi und traffen sich mit Hazrat Usman und Ubaid-ur-Rahman außerhalb und fragten sie, warum sie von den Muslimen eingeladen wurden und dann auf so eine Art und Weise behandelt werden. Hazrat Usman sagte, dass er nicht weiß was los sei, sie aber Imam Ali (a.) ansprechen sollten und er fähig wäre ihnen zu sagen, was hier los ist. Sie gingen mit ihrer Delegation zum Haus von Imam Ali (a.) und erzählten ihm alles. Imam Ali (a.) sagte, dass die Delegation Kleider aus Seide tragen und Schmuck aus Gold und dass sie diese runternehmen und sich schlicht kleiden sollten. Erst dann würde der Prophet (s.) ihnen erlauben ihn zu besuchen. Als sie den Anweisungen des Imams (a.) nachgingen, wurde ihnen erlaubt den Propheten Muhammad (s.) nach den Gebeten zu besuchen und mit ihm zu diskutieren.

 

Ein Angebot zur Mubahala

Nach dem die Ansichten über verschiedene Dinge ausgetauscht wurden, schien die Delegation nicht bereitwillig, die falschen Ansichten des christlichen Glaubens zu akzeptieren. Zu dieser Zeit offenbarte Allah swt den berühmten Vers des heiligen Quran: "Ayat ul Mubahala":

[Ali-'Imran 3.61]

Die nun mit dir darüber streiten nach dem, was dir an Wissen ward, (zu denen) sprich: « Kommt, laßt uns rufen unsere Söhne und eure Söhne, unsere Frauen und eure Frauen, unsere Seelen und eure Seelen; dann lasst uns inbrünstig beten und den Fluch Allahs herabbeschwören auf die Lügner. »

 

Prophet Muhammad (s.) rezitierte diesen Vers und lud sie zur Mubahala ein, betend zu Gott die Lügner zu verbannen und zu zerstören.

Die Mubahala war notwendig, da die christliche Delegation darauf beharrte, die Wahrheit nicht zu akzeptieren. Nach ein wenig Zögern, bat die Delegation darum, einen Tag Zeit zu bekommen, um ihre Meinungen zu überdenken und akzeptierten dann zwei Tage später die Mubahala. In ihrer Absprache sagte der Groß-Bishof Abu Harisa zu seinen Gefährten, dass falls der Prophet Muhammad (s.) am morgigen Tag nur seine Gefährten und Stammesangehörigen zur Mubahala mitbringt, so sollen sie diese Herausforderung ohne Angst akzeptieren, aber wenn er seine Familienangehörigen mitbringt, dann sollen sie dies auf gar keinen Fall annehmen.

 

Wen der Prophet (s.) mit sich nahm

Prophet Muhammad (s.) suchte sich einen einen Ort in der Nähe von Medina für die Mubahala aus, welcher dann gereinigt und vorbereitet wurde durch Hazrat Salman Farsi (r.); und am nächsten Tag erreichte die christliche Delegation diesen Ort. Eine Anzahl von Muhajirin und Ansaar versammelten sich ebenfalls. Der heilige Prophet Muhammad (s.) nahm Imam Hassan, Imam Hussein, Sayyida Fatima und Imam Ali (a.) mit sich und führte sie auf eine Art, dass er quasi der Führer der Gruppe war. Imam Hassan (a.) und Imam Hussein (a.) liefen hinter ihm und Imam Ali (a.) lief hinter Sayyida Fatima (a.).

 

Saad bin Abi Waqas erzählt, dass als die Ayat-ul-Mubahala offenbart wurde, der heilige Prophet Muhammad (s.) Imam Ali (a.), Sayyida Fatima (a.), Imam Hassan (a.) und Imam Hussein (a.) rief und sagte: "O mein Allah, diese sind meine Ahlulbayt"

(Sahih Muslim Vol. 2 Seite 287)

 

Prophet Muhammad (s.) setzte sich dann unter einen Baum mit diesen Persönlichkeiten und sagte, dass wenn er zu Gott betet, alle "Amin" sagen sollen. Als die christliche Delegation beim Propheten (s.) eine Frau sahen, zwei Kinder und lediglich einen Mann, erschracken sie und waren besorgt, so sagte Abu Harisa: "O meine christlichen Freunde, ich sehe solch leuchtende Gesichter, dass wenn sie darum beten würden, dass Gott diesen Berg von seinem Ort verschieben soll, der Berg sich verschieben würde. Ich warne euch, habt keine Mubahala mit ihnen, sonst werdet ihr zerstört und verbannt werden."

Die christliche Delegation wurde noch beängstigter, als der Bruder von Abu Harisa, Karz ibn-e-Alqama sagte: "O meine Anhänger, es kann sein, dass Muhammad der selbe Gesandte und Prophet ist, der in unseren heiligen Büchern erwähnt wurde. Wir sollten keine Mubahala mit ihnen führen, denn jeder der eine Mubahala mit den Propheten in der Vergangenheit geführt hat, der wurde zerstört. Schaut euch um, und seht, dass die Zeichen eurer Zerstörung zu sehen sind." Als sie sich umsahen, sahen sie, dass die Atmosphäre sich änderte und es schien als würde ein tobender Sturm aufkommen.

 

Der Vers der Mubahalah (Herausforderung)

[Ali 'Imran 3.61]

Die nun mit dir darüber streiten nach dem, was dir an Wissen ward, (zu denen) sprich: آ«Kommt, laßt uns rufen unsere Söhne und eure Söhne, unsere Frauen und eure Frauen, unsere Leute und eure Leute; dann laßt uns inbrünstig beten und den Fluch Allahs herabbeschwören auf die Lügner.آ»

 

Hier geben alle Kommentatoren zu, dass sich "unsere Frauen" auf Fatima Al-Zahraa (a.) bezieht und dass es praktisch von dem Gesandten Allahs (s.) gewollt und gezeigt wurde.

Die Erzählung des großen Ali bin Ibrahim al- Qommi von Imam Al-Sadiq (a.) besagt, dass: Die Christen von Najran kamen (als eine Delegation) zum Botschafter Allahs... Sie beteten mit der Verwendung einer Glocke. Die Begleiter des Propheten (s) protestierten: "O Botschafter Allahs! Das in deiner Moschee?" Er sagte: "Lass sie (beten wie sie mögen)." Als sie das Gebet beendeten, kamen sie zum Propheten (s) und fragten: "Wozu rufen Sie?" Er sagte: "Um zu bestätigen, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass ich der Botschafter Allahs bin, und dass Isa (Jesus as) als Sklave (Allahs) erschaffen wurde und dass er isst und trinkt und ausscheidet."

 

"… und heiraten?" fragten sie den Propheten.

Er fragte sie: "Wer ist dann sein Vater?" Sie konnten nicht antworten und so offenbarte Allah (swt):

[3:59]

"Wahrlich, Jesus ist vor Gott wie Adam, den Gott aus Staub erschuf, als er sprach: "Er sei!" und er war

 

Das Ergebnis der Mubahala

Als die christliche Delegation dies wahrnahm, hielten sie sich zurück von der Auseinandersetzung und baten darum, dass ihre Freundschaft akzeptiert wird. Prophet Muhammad (s.) nahm ihre Bitte an und bat Imam Ali (a.) darum, die Abmachung niederzuschreiben, nach dem die Najran akzeptieren, den Preis für die Jazia zu bezahlen und dadurch unter dem Schutz der Muslime zu leben.

Dieser Sieg ist einzigartig in der Weltgeschichte.

 

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