
Wucher ist eine finanzielle Frage und bedeutet mehr als das Prinzip Geld zu nehmen. Es bedeutet, jemandem etwas Geld zu leihen und ihn zu bitten, mehr als den Hauptbetrag zurückzuzahlen.
Alle Religionen haben den Wucher als Störung der wirtschaftlichen Struktur der Familie und der Gesellschaft verboten und abgelehnt, weil eine Person, die sich aus finanzieller Not etwas borgt, durch die Annahme von Wucher extrem unter Druck gesetzt wird und andererseits die Person, die das Geld hat, ohne jegliche Anstrengung hinzugewinnt.
In Davids Psalm steht geschrieben: "Wer seinen Reichtum anderen für Draht und Gold gibt hat Schlimmeres getan als das tote Fleisch von Tieren zu essen."
Auch in der Thora heißt es: „Wenn dein armer Bruder zu dir kommt, nimm ihn wie einen Fremden und Gast auf und hilf ihm bei dir zu leben. Nehmt keinen Wucher von ihm und fürchtet euren Gott damit dein Bruder bei dir lebe. Gib ihm keinen Kredit für Wucher und gib ihm Nahrung für Gewinn. Wenn ihr armen Leuten, die eure Nachbarn sind Geld leiht, behandlet ihn nicht wie einen Wucherer und setzt keinen Profit auf ihn." (Exodus, Kapitel 22 und 37)
Die Sünde des Wuchers im Islam ist so groß und schwer, dass sie mit einem Krieg mit Gott und seinem Propheten verglichen wird: „Und wenn du es nicht [tust] so wisse dass, du dich zum Krieg gegen Gott und seinen Gesandten erhoben hast“ (Baqarah/ 279).
So oft Wucher als eine der größten Sünden erwähnt wird, so wird die Spende als eine der größten finanziellen Belohnungen erwähnt, die viele spirituelle Belohnungen von Gott hat: „Und was du [mit der Absicht] Wucher gibst, um Gewinn zu erzielen und deinen Reichtum durch die Menschen zu mehren, so vermehrt er sich nicht für Gott, aber was ihr an Spende für gbt um Gottes Wohlgefallen zu suchen, dann sind sie dies diejenigen, die vermehrt haben [und es wird verdoppelt]." (Rom : 39).
Auf dieser Grundlage ist die Spende aus islamischer Sicht eine wünschenswerte wirtschaftliche Angelegenheit. Auf diese Weise haben beide Menschen ihre soziale Verantwortung erfüllt denn sie haben Gott gefallen und haben sich um Bedürftige und Schwache der Gesellschaft gekümmert.
IQNA