
Ein unbekannter Fahrer hatte auf einem kommerziellen Lastwagen Bilder von dem Mumbai-Terrorangriff, der am 26. November in New Jersey stattgefunden hatte und sich zum 14. Mal jährt, gezeigt. Gemeindemitglieder sagten, dass es scheinbar um einen gezielten und koordinierten Versuch handele, um Muslime einzuschüchtern.
Es war vorher bekanntgewesen, dass der Lastwagen vor dem muslimischen Zentrum des Middleessex County im Piscataway, am islamischen Zentrum von New Brunswick und der muslimischen Gemeinde in New Jersey erschienen sei.
Neues Filmmaterial, das exklusiv HuffPost mitgeteilt worden war, zeigt, dass der Lastwagen auch vor der Al-Wali-Moschee in Edison gegen 10:15 Uhr am 26. November zu sehen war. Mindestens zwei Zeugen sagten den Leitern der Moschee, dass sie den Lastwagen später am gleichen Tag vor der Moschee gesehen hätten. Die Leiter der Moschee werten noch immer das Filmmaterial aus um zu sehen, wie oft der Lastwagen an dem Gelände vorbeigefahren war und dort parkte.
Shayaan Nizam, der Sicherheitsdirektor der Moschee, sagte: „Unsere Gemeinde war sehr schockiert. Wir stehen mit den anderen Gemeinden in Edison in einer sehr guten Beziehung, vor allem mit anderen Gotteshäusern. Wir unterstützen uns einander ständig. Dass so etwas in unserer Gemeinde passieren konnte, ist sehr schockierend und wegen der Art, wie es passiert war, ist unsere Gemeinde nervös.“
Seitdem hat die Moschee die Sicherheitsvorkehrungen verschärft, unter anderem die Zeit, in welcher bewaffneter Sicherheitsdienst an den Wochenenden arbeitet.
HuffPost hat das Filmmaterial aller vier Moscheen durchgesehen. In Fords hatte der Lastwagen vor der MCNJ geparkt, wobei auf dem Schaubild Fotos und Videos von der Mumbai-Attacke für einige Minuten zirkulierte. Filme von der Sicherheitskamera zeigen, wie der Fahrer aus dem Lastwagen aussteigt und den Lastwagen vor den islamischen Zentren fotografiert.
Es ist nicht bekannt, wer den Lastwagen, der Berichten zufolge ein TV Truck-Logo an der Seite hatte, gefahren oder für ihn bezahlt hatte. TV Truck, eine Firma für digitale, mobile Werbung im Freien, hatte nicht auf ein Gesuch um einen Kommentar geantwortet.
Das Anwaltsbüro in Middleessex County, wo sich alle Moscheen befinden, lehnte es HuffPost gegenüber ab, einen Kommentar über eine offenen Untersuchung zu geben. Das Hauptbüro des Staatsanwalts sagte HuffPost, dass es sich der Situation bewusst sei.
Dina Sayedahmed, die Kommunikationsleiterin für die New Jersey Abteilung des Rates für amerikanisch-islamische Beziehungen, nannte diesen Vorfall willkürlich und gut koordiniert. Sie sagte HuffPost in einem Email-Bericht: „Indem auf islamische Zentren gezielt wird und deren Gelände wiederholt umfahren wird, erwarten die Täter, dass die muslimische Gemeinde von New Jersey darauf antwortet oder sich für ein Geschehen schämt, dass völlig unabhänging von ihnen passiert war. Zu verlangen, dass Muslime in New Jersey für Muslime, die Ozeane entfernt seien, einstünden, sei nicht nur irrational, sondern auch gefährlich.“
CAIR-NJ sagte, dass es 150 Anrufe hinsichtlich antimuslimischer Vorfälle allein in diesem Jahr erhalten hätte und dass der Lastwagenvorfall ein Teil des Vormarschs der Islamfeindlichkeit in den USA sei.
Gesetzesgeber in New Jersey hatten diesen Vorfall verurteilt.
Governeur Phil Murphy (D) tweetete: „Antimuslimische Einschüterungstaktiken sind ausgesprochen unakzeptabel und äußerst beschämend. Niemand sollte Angst haben, an seinem Gebetsplatz oder in seiner Gemeinde belästigt zu werden. Ich stehe auf der Seite unserer muslimischen Gemeinde und verurteile diese schreckliche Handlung von Blindgläubigkeit.“
Auch Senator Bob Menendez (D-N.J.) nannte diesen Vorfall eine Tat der Blindgläubigkeit. Er tweetete: „Lasst mich klar sein: New Jersey steht auf der Seite seiner muslimischen Gesellschaft und wird immer unser Recht, freien Gottesdienst, ohne Angst vor Belästigung und Einschüchterung abzuhalten, verteidigen.“
Quelle: huffpost.com
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