
Zeitgenössische Koran-Interpretation bedeutet ein neues Gesicht des Korans zu präsentieren, das den Bedürfnissen und Anforderungen jedes Zeitalters entspricht und die Atmosphäre berücksichtigt, die dessen Gesellschaft regiert. Dieser Ansatz wird im Allgemeinen durch die Vertrautheit der Muslime mit neuer Kultur und neuem Wissen sowie durch die Entwicklung experimenteller und menschlicher Wissenschaften beeinflusst.
Hojjat-ul-Islam wal-Muslimin Muhammad Ali Ayazi, Korangelehrter und Universitätsprofessor, sprach beim „Modern Tafsir Asri“-Treffen über die neuzeitliche Koran-Interpretation, von dem Sie einen Auszug im folgenden lesen können:
Professor Hakimi erwáhnte nicht zeitgenössische Interpretation aber in seinen Worten kann man eine Haltung erkennen, die auf eben dieser Art der Interpretation basiert. Er legte eine Tradition dar, die besagt dass der Koran ewig ist und sein Inhalt nicht auf eine bestimmte Zeit und einen bestimmten Ort reduziert ist.
Es ist nicht so, dass Herr Hakimi nur die Überlieferungen zusammenstellte sondern er verwendet verschiedene Verse in einer umfassenden Sicht auf den Koran einschließlich Vers 25 der Sure Hadid und erwähnte diesen Vers in 30 verschiedenen Teilen des Buches Al-Hakimi.
Seine Diskussion hier ist soziale Gerechtigkeit was eines der heutigen Themen ist die noch nie zuvor diskutiert wurden. Nach diesem Vers ist das Ziel aller Propheten soziale Gerechtigkeit innerhalb der Menschen selbst zu schaffen. Eine Gesellschaft ohne Gerechtigkeit ist weder religiös noch gläubig.
Im Heiligen Koran finden wir Verse über Einheit und Frieden, aber es ist sehr wichtig, diese im sozialen Bereich auch umzusetzen. In Vers 108 rät der Heilige Koran die Götzen anderer nicht zu beleidigen, damit sie Gott nicht aus Unwissenheit beleidigen. Herr Hakimi ist der Ansicht, dass Fluchen immer schlecht ist weil es den Boden für Feindschaft und Hass in der Gesellschaft ebnet.
In den Versen mit ökonomischen Inhalt kommt die moderne Sichtweise von Professor Hakimi deutlich zum Ausdruck. Beispielsweise erwähnt Vers 103 der Sure Tauba die Gabe von Almosen als Faktor bei der Kultivierung und Reinigung von Menschen, aber der interessante Punkt des Verses ist die Pflicht des Propheten (Friede sei mit ihm) und der Gelehrten die diese Spenden für den bestimmten Zweck sammeln und dies ist Dankbarkeit.
In einem religiösen System gibt es zwei Praktiken. Einer davon ist, dass welche den Wunsch haben zu dienen, Almosen zu geben, Zakat zu spenden usw. und die Gesellschaft schätzt sie. Es stimmt nicht, dass jemand der etwas für Gott tut seinen Namen nicht erwähnen soll.
Die Methode der Einführung der Religion ist nach Ansicht von Allameh Hakimi ein weiterer Punkt! Er erwähnte unten im Vers 125 der Sure Nahl, dass wir die Religion mit einer schönen Sprache einführen sollten. Hakimi glaubt dass Literatur und Sprache, die den Menschen Angst vor der Hölle einjagt heute nicht mehr funktioniert! Entweder müssen wir den Menschen mit der Sprache der Weisheit und Logik entgegentreten oder sollten sie durch gute Predigten zur Religion bewegen.
IQNA