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Tod eines herausragenden malaysischen muslimischen Philosophen

20:44 - April 01, 2026
Nachrichten-ID: 3014592
IQNA- Die bekannte Persönlichkeit der islamischen Philosophie Malaysias Muhammad Naquib al-Attas starb am 8. März 2026 (18. Ramadan 1447 AH).

IQNA: al-Attas starb im Alter von 94 Jahren und spielte eine bedeutende Rolle bei der Wiederbelebung der Konzepte von Erkenntnis und moderner islamischer Bildung. (Quelle: al-Muslimun hawl al-alam)

Der ägyptische Journalist Majdi Saʿid schrieb über die wissenschaftliche Persönlichkeit dieses malaysischen Denkers: Die Bedeutung dieser Persönlichkeit besteht darin, dass seine Bekanntheit mit einer einflussreichen Erklärung begann, die eine der bekanntesten britischen muslimischen Persönlichkeiten Yusuf Islam veröffentlichte. Yusuf Islam verwies darin auf Attas Beiträge zur Islamisierung des Wissens, die direkt zur Gründung einer islamischen Schule im Jahr 1983 inspirierten. Seine Beiträge auf der ersten Weltkonferenz für islamische Bildung 1977 in Mekka bildeten die Grundlage für moderne Lehrpläne.

Ursprünge und Geburt: Kulturelle Verbindung zwischen Hadramaut und Südostasien

Al-Attas wurde 1931 in der Stadt Bogor auf der Insel Java in Indonesien während der niederländischen Kolonialzeit geboren. Er stammte aus einer alten hadramitischen Familie der Alawiyya, die vor Jahrhunderten nach Südostasien ausgewandert war. Diese geografische und kulturelle Verbindung prägte sein frühes Bewusstsein und half ihm eine umfassende Sichtweise zwischen islamischem Erbe und zeitgenössischer Realität auszubilden.

Schicksalswende: Vom Militär zur Philosophie und Mystik

Nach Abschluss der Sekundarschule nach dem Zweiten Weltkrieg trat al-Attas der malaysischen Armee bei, wurde zum Offizier ausgebildet und erhielt von 1952 bis 1955 eine militärische Ausbildung in Großbritannien, unter anderem in Eaton Hall in Chester und an der Royal Military Academy Sandhurst. Doch dieser Weg blieb nur eine Übergangsphase, denn bald wandte er sich seinem eigentlichen Interesse zu – der Philosophie und dem Sufismus – und trat aus dem Militär aus, um an die Universität Malaya zu gehen. Dies war ein Wendepunkt in seinem Leben.

Akademische Entwicklung: Wissenschaftliche Reise zwischen Kanada und Großbritannien

Al-Attas setzte seine Ausbildung mit einem Masterabschluss in islamischer Philosophie an der McGill University in Kanada im Jahr 1962 fort. Anschließend erwarb er 1965 seinen Doktortitel an der School of Oriental and African Studies in London; sein Thema war das Leben und Werk des malaiischen Sufis Hamzah Fansuri. Diese Arbeit trug maßgeblich zur Wiederbelebung des Interesses am malaiischen Sufi-Erbe und seiner Einordnung in den allgemeinen islamischen Denkrahmen bei.

Institutionelle Beiträge: Festigung der kulturellen und sprachlichen Identität Malaysias

Nach seiner Rückkehr nach Malaysia übernahm al-Attas bedeutende akademische Rollen, darunter den Vorsitz der Abteilung für malaiische Literatur und den stellvertretenden Vorsitz der Fakultät für Kunst an der Universität Malaya sowie später an der Nationalen Universität Malaysias. Er spielte eine wesentliche Rolle bei der Stärkung der malaiischen Sprache und ihrer Etablierung als Nationalsprache und leitete das Institut für malaiische Sprache, Literatur und Kultur. Al-Attas gehört zu den wichtigsten Gestaltern der kulturellen Identität Malaysias.

 

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Stichworte: malaysia ، Philosophie ، tod
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