IQNA

Irakischer Rezitator:

Instrumentelle Nutzung des Korans durch „Al-Afasi“ widerspricht Wesen der Lehren Gottes

17:08 - April 28, 2026
Nachrichten-ID: 3014707
Teheran (IQNA)- Der internationale irakischer Rezitator Osama Karbalai sagte: Die Position des kuwaitischen Rezitator Mishari Rashid Al-Afasi zur Rechtfertigung der US-zionistischen Aggression gegen die Islamische Republik Iran, die durch instrumentelle Nutzung der edlen Koranverse erfolgte, widerspricht dem Wesen der Lehren Gottes.

Der bekannte Rezitator und Imam der Großen Moschee Kuwaits Mishari Al-Afasi zeigte kürzlich durch die Veröffentlichung eines Clips mit dem Titel „Zerschlagen seien die Hände des Iran und derjenigen, die mit dem Iran sind“ allen, die mit dem islamischen Iran sympathisieren sein wahres Gesicht der Welt.

In diesem Clip verfälscht er den edlen Vers „Zerschlagen seien die Hände von Abu Lahab, und zerschlagen sei er“ und skandiert die Parole „Zerschlagen seien die Hände des Iran und der Muslimbruderschaft“, ohne auch nur auf die Verbrechen des zionistischen Regimes in Gaza und das Massaker an unschuldigen Mädchen der Mädchenschule Minab einzugehen. In diesem Clip lobte er einige der Führer der herrschenden Regime in arabischen Ländern.

Dieser kuwaitische Rezitator, der seinen Ruhm in der islamischen Welt und den sozialen Medien missbraucht und zu einem Werkzeug in den Händen der herrschenden Regime in einigen arabischen Ländern wurde, hatte zuvor Donald Trump aufgefordert die Hölle über den Iran hereinbrechen zu lassen.

In diesem Zusammenhang und zur Klärung dieser Angelegenheit führte die Internationale Koran-Nachrichtenagentur (IQNA) ein Gespräch mit dem internationalen irakischen Rezitator und Gebetsrufer der heiligen Stätten von Hussaini und Abbasi (Friede sei mit ihnen) Haji Osama Karbalai. Im Folgenden lesen Sie den ausführlichen Bericht dieses Gesprächs:

 

IQNA – Inwieweit stimmen die jüngsten Positionen von Mishari Al-Afasi mit der bekannten Überlieferung überein, die besagt: „Wie viele Koranrezitatoren gibt es, die vom Koran verflucht werden“?

Wenn ein bekannter Koranrezitator sich mit einem politischen Diskurs identifiziert der die US-zionistische Aggression rechtfertigt oder islamische Gruppe angreift die für ihre anti-hegemonialen Positionen bekannt ist, dann konfrontiert uns dies mit einem zutiefst gefährlichen Beispiel für diese Überlieferung.

Der Koran ist nicht nur eine Sammlung von Worten zum Rezitieren, sondern ethisches Projekt und zivilisatorische Position. Der Koran der zur Unterstützung der Unterdrückten und zur Ablehnung von Ungerechtigkeit aufruft kann nicht mit einem Diskurs vereinbar sein der einen ethischen Deckmantel für diejenigen bietet die Mord, Belagerung und Aggression gegen Völker der Region begingen. Daher liegt die wahre Gefahr in der instrumentellen Nutzung des Korans in einem Diskurs der seinem Wesen widerspricht.

 

IQNA – Welche Auswirkung haben die negativen Gedanken und Überzeugungen von Mishari Al-Afasi auf die öffentliche Meinung in der islamischen Welt?

Die Gefahr von Mishari Rashid Al-Afasi liegt in der Tatsache, dass er nicht nur ein gewöhnlicher Rezitator ist, sondern eine Persönlichkeit mit einem breiten Publikum in der islamischen Welt. Dies verleiht seinen Worten eine Wirkung, die über den persönlichen Bereich hinausgeht. Wenn solche Positionen, die aus einem salafistisch-wahhabitischen Hintergrund stammen, der historisch für eine feindselige Haltung gegenüber der Schule der Ahl al-Bayt (Friede sei mit ihnen) bekannt ist, verbreitet werden, tragen sie zur Reproduktion eines Spaltungsdiskurses in der muslimischen Gemeinschaft bei.

Für einige führt dies dazu Frömmigkeit mit Feindseligkeit gegenüber der Achse des Widerstands oder mit Feindseligkeit gegenüber jedem gleichzusetzen der sich dem US-zionistischen Projekt widersetzt. Dies ist eine ernste Gefahr, denn die breite Masse lässt sich manchmal von der Schönheit der Rezitation täuschen in der Annahme, dass eine Person mit einer schönen Stimme zwangsläufig ein korrektes Verständnis des Korans hat. In der Tat, während die Stimme einer Person anziehend sein mag kann ihr geistiger Kompass abweichen.

 

IQNA – Was ist die Pflicht der Koran-Aktivisten, Rezitatoren, Hafize und Lobredner in der islamischen Welt angesichts dieser Abweichung?

Die erste Pflicht ist klarzustellen, dass der Koran sich nicht nur auf Darbietung der Rezitation beschränkt und dass ein wahrer Koranrezitator jemand ist dessen Positionierung zu den Fragen vor denen die muslimische Gemeinschaft steht auf den Koranversen basiert. Die Koran-Gemeinschaft kann nicht schweigen wenn der koranische Ruhm einer Person zu einer Plattform wurde um Aggression zu rechtfertigen oder Kräfte anzugreifen, die einen hohen Preis für Verteidigung der Unabhängigkeit der islamischen Gemeinschaft aufbrachten. Darüber hinaus ist es notwendig einsichtige koranische Vorbilder zu präsentieren die schöne Rezitation mit glaubensmäßigem und ethischem Bewusstsein verbinden, damit der Zuhörer nicht den Klängen ohne Verständnis verfällt. Der Schutz des koranischen Wissens ist heute eine große Verantwortung, denn die Abweichung von der Wahrheit, wenn sie von einer prominenten Figur ausgeht, kann eine stärkere Wirkung haben als politische Abweichung gewöhnlicher Personen.

 

Instrumentelle Nutzung des Korans durch „Al-Afasi“ widerspricht Wesen der Lehren Gottes

 

IQNA – Stimmen Sie der Entfernung der Rezitationen dieses Rezitators aus Radio- und Fernsehkanälen, Medien und sozialen Netzwerken zu? Und was ist die Verantwortung der Medien in dieser Hinsicht?

Wenn ein Rezitator seine breite Präsenz und seinen Ruhm in der islamischen Welt nutzt, um Positionen zu bewerben die einem voreingenommenen politischen Diskurs gegenüber den Hauptanliegen der muslimischen Gemeinschaft dienen ist es natürlich, dass Medieninstitutionen die Natur seiner Präsenz überdenken. Denn Koran-Medien sind nicht nur Plattformen zur Übertragung von Stimmen, sondern auch für Lenkung des öffentlichen Bewusstseins verantwortlich. Dies ist keine persönliche Angelegenheit, sondern ethische und kulturelle Verantwortung.

Das Publikum muss verstehen, dass der Besitzer einer schönen Stimme nicht von Rechenschaftspflicht und Verantwortung befreit ist wenn er Teil eines Diskurses wird, der die Unterdrückten angreift oder über Aggressoren schweigt. Es ist die Pflicht der Aktivisten im Online-Bereich diesen Widerspruch bewusst und gelassen aufzudecken, nicht mit emotionalen Reaktionen.

 

IQNA – Warum nimmt jemand wie Mishari Al-Afasi, der für seine schöne Stimme bekannt ist, solche Positionen ein?

Eine schöne Stimme zu haben ist nicht zwangsläufig gleichbedeutend mit Tiefe der Einsicht oder ausgewogener Positionierung. Glaubens- und politische Hintergründe prägen viele Entscheidungen und Gedanken. Wenn eine Person von einem intellektuellen Umfeld beeinflusst wird das die Achse des Widerstands als größeren Feind betrachtet als die Besatzer ist es natürlich, dass sie sich zu Rhetorik hingezogen fühlt, die den Iran angreift und sich mit Regimen verbündet die eine direkte Konfrontation mit dem US-zionistischen Projekt vermeiden. Daher sehen wir, dass ihre Positionen gegenüber der Achse des Widerstands scharf sind, im Gegensatz zu ihrer starken Schwäche oder offenkundigen Stille gegenüber dem Massaker, Belagerung und Zerstörung die in Gaza, Jemen, Irak und Iran geschehen und weiterhin geschehen.

 

IQNA – Welches Feedback erhielt die Meinung dieses kuwaitischen Rezitators unter der allgemeinen Bevölkerung und den Koran-Aktivisten im Irak?

Im Irak, insbesondere in den bewussten Koran-Kreisen, die der Schule der Ahl al-Bayt (Friede sei mit ihnen) nahestehen, gibt es ein klares Verständnis, dass diese Positionen nicht neu sind, sondern Fortsetzung eines bekannten intellektuellen Trends darstellen. Daher behandeln viele Rezitatoren und Aktivisten sie nicht als bloße politische Meinungen, sondern als Ausdruck einer glaubensmäßigen Ausrichtung, die die Achse des Widerstands als hartnäckigen Feind betrachtet. Der Irak, der einen hohen Preis im Kampf gegen den Terrorismus zahlte und sich des Ausmaßes der Opfer bewusst ist die zum Schutz der Region gebracht wurden kann Rhetorik, die Kräfte angreift, die sich Projekten der Hegemonie und Spaltung widersetzt haben, nicht leicht hinnehmen.

 

IQNA – Was müssen wir tun, um das reine Wissen des Korans zu nutzen und Abweichungen zu verhindern?

Notwendig ist unsere Beziehung zum Koran auf Grundlage von Nachdenken, Verständnis und Verpflichtung wiederaufzubauen, nicht nur auf Grundlage einer schönen Stimme. Die islamische Gemeinschaft braucht einen Rezitator der den Koran lebt bevor er ihn rezitiert und dessen Verse zum Maßstab des Handelns macht, nicht nur eine beeindruckende Stimme hat. Wir müssen Generationen erziehen die verstehen, dass der Koran Rezitation mit Gerechtigkeit, Auswendiglernen mit Einsicht und Schönheit der Stimme mit ethischer Vollkommenheit verbindet, denn die gefährlichste Abweichung ist es die Stimme des Korans zu erheben, während das Wesen der Person von praktischer Verkörperung entleert ist.

 

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