IQNA

22:19 - August 02, 2020
Nachrichten-ID: 3002912
Teheran (IQNA)- Am 31. Juli jährte sich der Märtyrertod von Scheich Fadhlollah Nuri zum 111. Mal. Er gilt als Vordenker der lange nach seinem Leben erfolgten Islamischen Revolution im Iran.

Scheich Fadhlollah Nuri (* 1843; † 31. Juli 1909) war ein schiitischer Geistlicher im Iran. Er gilt als Vordenker der lange nach seinem Leben erfolgten Islamischen Revolution. Scheich Fadhlollah Nuri war einer der Geistlichen, die eine wichtige Rolle beim Sieg der konstitutionellen Bewegung spielten, aber nachdem er die Abweichung dieser Bewegung gesehen hatte, legte er den Grundstein für die Opposition gegen Bewegung und wurde von derselben Gruppe hingerichtet.

Seine islamischen Thesen gelten nach wie vor als aktuell und wurden bereits teilweise in der Islamischen Republik Iran umgesetzt. Imam Chomeini berief sich ausdrücklich auf Fadhlollah Nuri als Vorbild, der Widerstand leistete und den Werten des Islam verbunden war. Er widersetzte sich der konstitutionellen Monarchie.

Zu Nuris Aussagen gehörte: "Was ich will ist ein islamisches Parlament, das kein Gesetz verabschiedet, dessen Inhalt mit den Gesetzen des Koran nicht übereinstimmt." Jene Vision wurde später in der Beratungsversammlung [madschlis-al-schura] umgesetzt. Scheich Nuri gilt auch als Vordenker des Prinzips der Statthalterschaft des Rechtsgelehrten [wilayat-ul-faqih].

Nach dem Sieg der Jungperser bei der Errichtung der konstitutionellen Monarchie wurde Fazlollah Nuri in Teheran am 31. Juli 1909 öffentlich hingerichtet. Er gilt als der einzige Ajatollah der im 20 Jh. im Iran öffentlich hingerichtet wurde.

 

Das Leben

Fadhlollah Nuri wurde 1843 in der Provinz Mazandaran im Norden des Iran geboren. Nach dem Besuch einer Koranschule in seiner Heimat ging er nach Nadschaf, um bei Mohammad Hasan Schirazi zu studieren. Nach dem Ende seines Studiums ging er nach Teheran und wirkte dort als Geistlicher. Während der Konstitutionellen Revolution im Iran war er der entschiedenste Gegner der konstitutionellen Bewegung. Nach dem Sieg der konstitutionellen Kräfte wurde Nuri wegen der Beteiligung an der Ermordung mehrerer Konstitutionalisten durch ein Sondertribunal zum Tode verurteilt und am 31. Juli 1909 in Teheran gehängt.

 

Nuris Einwände gegen den Konstitutionalismus

Scheich Fadhlollah Nuri formulierte Einwände gegen den Konstitutionalismus und sah es als seine religiöse Pflicht an, der Einführung einer Verfassung und der konstitutionellen Monarchie im Iran entgegenzutreten.

-Der Souverän ist nicht das Volk, sondern Allah. Alle Gewalt geht von Allah aus. Allah hat sie dem Propheten und dann weiter an die Imame und die gelehrte Geistlichkeit übertragen.

-Die Herrschaft des Monarchen ist die ausführende Gewalt der islamischen Gesetze. Eine Schwächung des Monarchen durch ein Parlament führt zu einer Schwächung des Islam. Die Begrenzung der Macht des Monarchen durch die Schaffung eines konstitutionellen Staates bedeutet eine Schwächung des Islam.

-Die von den Konstitutionalisten geforderte Gleichheit vor dem Gesetz verstößt gegen die Scharia, da die Scharia zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen unterscheidet und beiden Gruppierungen einen unterschiedlichen Rechtsstatus zuweist. Die Gleichheit vor dem Gesetz dient den Konstitutionalisten nur dazu, die Durchsetzung islamischer Gesetze zu verhindern. Sie ist deshalb in einem islamischen Staat völlig unmöglich.

-Eine parlamentarische Gesetzgebung wird von den Konstitutionalisten durch die angebliche Unvollständigkeit islamischer Gesetze begründet. Die Gesetze des Islam sind aber vollständig, da der Islam die letzte Offenbarung Gottes ist.

-Die konstitutionelle Bewegung basiert auf den Ideen des europäischen Naturalismus und Materialismus und steht damit im vollständigen Widerspruch zum Islam.

(Wikipedia.de / IQNA )

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