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Tanakas heilige Reise in das Land der Offenbarung Gottes

16:29 - June 18, 2024
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IQNA- „Tanaka Abe“, bekannt als „Haajj Tanaka“, wurde nach seinem 40. Lebensjahr Muslim und führte den Hadsch zweimal durch. Über seine Reise in das Land der Offenbarung schrieb er ein Buch mit dem Titel „Hajj Reise; Weiße Wolke schweben am Horizont“.

Laut IQNA diskutierte die Website Islam Online in einem von Mustafa Ashour verfassten Bericht das Leben des japanischen Muslims „Tanaka Abe“ und seinen Hadsch-Reisebericht. In diesem Bericht lesen wir:

 

Tanaka wurde am 2. Februar 1882 in Japan geboren und schloss seine Hochschulausbildung an der Takushoku-Universität ab. Den wichtigsten Teil seines Lebens verbrachte er zwischen 1904 und 1920 in China, wo er als Übersetzer und Journalist arbeitete.

 

Der Islam erreichte Japan Ende des 19. Jahrhunderts. Die Reformbemühungen der „Meiji“-Zeit sowie die Reformbemühungen der osmanischen Ära zielten darauf ab, diese beiden östlichen Reiche vor der Vorherrschaft des Westens zu retten.

Bemerkung: Meiji ist eine Periode der zeitgenössischen japanischen Geschichte, die von 1868 bis 1912 reicht. Meiji bedeutet „aufgeklärte Regierung“ und bezieht sich auf die neue Regierung, die die Angelegenheiten des Landes Japan übernahm.

 

Dies ermöglichte es einer Reihe japanischer Intellektueller den westlichen Orientalismus ohne Vorurteile und aus einer anderen Perspektive zu studieren. Und als die „Meiji-Ära“ die Außenwelt erreichte wurden die islamischen Einflüsse sichtbar, die durch Türken, chinesische Muslime und muslimische Tataren nach Japan eingedrungen waren und mit der kommerziellen Entwicklung reisten japanische Kaufleute in islamische Länder insbesondere nach Istanbul und in eine kleine Gruppe im Land unter der japanischen Elite wuchsen sie mit dem Studium des Islam auf und einige von ihnen konvertierten zum Islam wie zum Beispiel der japanische Journalist Shotaro Noda, der 1891 zum Islam konvertierte.

 

Der türkische Historiker Selcuk Esenbel schreibt in seiner Forschung mit dem Titel „Hajj als internationale Beziehung: Japanische Pilgerreise nach Mekka von 1909 bis 1938“, dass der japanische Sieg über Russland im Tsushima-Krieg im Jahr 1905 die Intensität der Präsenz Japans in den Nachrichten des Ostens verstärkte und arabische Zeitungen zunahmen. Diese Zeitungen betrachteten Japan als Modell der Moderne, das kopiert werden konnte.

 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden japanische Muslime mit der Hadsch-Route vertraut. Daher war „Mitsutaro Yamaoka“ der erste japanische Muslim, der 1902 die Haddsch absolvierte.

 

Während seines Aufenthalts in China studierte Tanaka den Konfuzianismus und beherrschte die chinesische Sprache. Der Konfuzianismus war für ihn der Weg zum Islam, weil er nach hohen moralischen Werten suchte, die aus östlichen Bräuchen abgeleitet waren und sich von den Schriften des chinesischen muslimischen Gelehrten „Ryukaiko“ über das Leben des Propheten Gottes (sas) beeinflussen ließ.

 

Nachdem er zum Islam konvertierte,  änderte er seinen Namen in „Noor Muhammad“ und übersetzte anschließend das Buch des chinesischen Gelehrten vom Chinesischen ins Japanische.

 

Noor Mohammad sagt über den Beginn seiner Bekanntschaft mit dem Islam: „Ich suchte 20 Jahre lang nach meinem Weg, aber leider scheiterte ich jedes Mal. Ich hatte das Gefühl, dass ich auf diesem Gebiet niemanden finden konnte dem ich vertrauen konnte. Zur dieser Zeit traf ich den Propheten Gottes und fand den Heiligen Koran, der Muhammad (sas) offenbart wurde. Von hier aus schöpfte ich Kraft und gewann mein Selbstvertrauen zurück.

 

Haji Tanaka versuchte eine Verbindung zwischen dem Islam und dem Shintoismus (einer japanischen Religion, deren Anhänger Geister und Naturkräfte verehren) herzustellen um so in den Islam einzutreten. Die Ansicht von Tanaka und einer Gruppe japanischer muslimischer Intellektueller war, dass die Bürger die Anwendung japanischer Bräuche und Traditionen verstehen sollten damit der Islam in Japan gedeihen könne. Diese versuchten den Islam zu einem Teil der Lebens- und Politikrealität in Japan zu machen. Dies war ein wichtiger Ansatz um Zweifel am Islam auszuräumen und vielleicht erhöhte dies das Verständnis japanischer Konvertiten zum Islam für den spirituellen Aspekt des Islam.

 

Die Aufmerksamkeit für Asien in Japan war zu dieser Zeit aufgrund des Wachstums der militärischen Macht dieses Landes und seines Wunsches eine westliche Kolonisierung auf dem asiatischen Kontinent zu verhindern sehr groß. An japanischen Universitäten gab es in diesem Bereich chinesische und asiatische Studien. Mit Tanakas Bemühungen den Islam als wirksames Element in der japanischen Außenpolitik einzuführen insbesondere in Bezug auf chinesische Muslime nahm Japans politische und kulturelle Aufmerksamkeit für den Islam zu und der an der Daito-Bunka-Universitäte lehrende Tanaka wurde einer der Pioniere der Propaganda der Religion des Islam damit Japan eine Basis für ein breites asiatisches Bündnis wäre.

 

Im Jahr 1924 veröffentlichte Haji Tanaka in japanischen Zeitungen seine Ansichten zu vielen internationalen politischen Themen über Japan und den Islam. Er hatte die spirituelle Tiefe der östlichen Zivilisationen und Kulturen erreicht und suchte von diesem Standpunkt aus nach Verbindungen zwischen dem Islam und der japanischen und asiatischen Kultur. Er versicherte den japanischen Behörden, dass der Islam dazu beiträgt Japan als Imperium zu stärken und eine Einheit unter den asiatischen Ländern zu schaffen.

 

Tanaka und die Hadsch-Pilgerfahrt zur Kaaba

Nachdem Tanaka 1924 zum Islam konvertierte und sich in China aufhielt wurde die Nachricht von seiner Hadsch-Reise veröffentlicht. Seine Reise dauerte sechs Monate und im folgenden Jahr veröffentlichte er sein Buch mit dem Titel „Hajj Pilgerfahrt; Weiße schwebende Wolken am Horizont“, das eine Zusammenfassung seiner Hadsch-Reise und seiner Einführung in den Islam sowie seiner Konvertierung zum Islam darstellte.

 

Der Name dieses Buches geht auf einen Traum zurück, den er hatte. Er sagt: „Ich träumte, dass ich auf dem Gipfel des Pamir-Gipfels des Hindukusch-Gebirges in Asien stehe.“

Er konnte diesen Traum nicht verwirklichen, aber die Interpretation dieses Traums bestand darin, dass er Jabal al-Rahma in Arafat betrat und alle Pilger in weißen Ihram-Kleidern sah. Als wären sie  weiße Wolken, die am Horizont schweben.

 

Dr. Osman Abu Zaid schrieb in seinem Buch „Geschichten der Pilger“ über das Leid und Nöte, die Tanaka während der Hadsch-Reise im Jahr 1924 erlitt und berichtete, dass während dieser Reise 95 chinesische und asiatische Pilger von dort aus auf einem Schiff nach Jeddah fuhren. Sie ritten nach Mekka. Bei diesem sehr heißen Wetter an das diese Pilger nicht gewöhnt waren, wurden viele von ihnen krank und starben und nur wenige von ihnen überlebten.

Tanakas Reisebericht ist ein Beispiel für literarisches Schreiben, denn Tanaka war Dichter und schrieb über seine Hadsch-Reise: „Geduld schafft Wahrheit“ und vielleicht ließ ihn das die Strapazen der Reise ertragen.

 

Während seiner Hajj-Reise schrieb Tanaka auch Gedichte unter denen diese Gedichte erwähnt werden können:

1- Auf dem Rücken eines Kamels

2- Mitten in der brennenden Wüste

3- Wenn ich den Jungen ansehe

4- Derjenige, der den Zügel meines Kamels nimmt

5 – Leitet mich zum heiligen Haus Gottes

6 – Kommt mir in den Sinn

7 – Merkmale des arabischen Propheten

8 – Als er ein kleiner Junge war.

Im Dezember 1933 unternahm Tanaka erneut den Haddsch, war jedoch zu diesem Zeitpunkt krank. Er kam im März 1934 in Mekka an und starb im selben Jahr nach seiner Rückkehr nach Japan.

 

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Stichworte: Japan ، hadsch ، Pilgerfahrt ، islam ، Reisen ، Muslim
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