
Verfasst von Adnan Abdullah al-Junaid, jemenitischer Schriftsteller und politischer Analyst
Wie beabsichtigt die Achse des Widerstands die Hegemonie des Dollars aus dem Herzen der Straße von Hormus zu brechen?
In einer sehr bedeutenden Entwicklung gab das iranische Fernsehen unter Berufung auf den stellvertretenden Parlamentspräsidenten bekannt, dass die Einzahlung der Transitgebühren aus der Straße von Hormus auf das Konto der Zentralbank Irans begann; eine Maßnahme die nicht als technisches finanzielles Verfahren interpretiert werden kann, sondern als muss als Veränderung in der Philosophie der Verwaltung einer der wichtigsten Seewege der Welt angesehen werden.
Wir stehen vor einem Moment des Übergangs vom Konzept eines neutralen internationalen Korridors zum Konzept eines Korridors mit wirtschaftlicher Souveränität, wo Geographie zu einem Instrument für Einnahmen und Kontrolle wird und sich in eine finanzielle Gleichung mit direkter strategischer Wirkung verwandelt.
Ungefähr
21 Millionen Barrel Öl pro Tag
Diese Zahl macht etwa 20 Prozent des weltweiten seebasierten Ölhandels aus.
Zusätzlich zu riesigen Mengen verflüssigten Erdgases (LNG)
Diese Zahlen stellen nicht nur kommerzielle Aktivitäten dar, sondern jede Transitgebühr – selbst wenn sie theoretisch gering ist – verwandelt sich in Folgendes:
Ein Gebiet von enormer geografischer Ausdehnung dessen Einfluss dem gesamten Staatshaushalt ganzer Länder entspricht.
Daher wird diese Meerenge nicht nur zu einem Transitpunkt, sondern zu einer potenziellen Quelle souveräner Finanzierung im Rahmen dessen was man eine aufstrebende Widerstandswirtschaft nennen kann.
Diese Maßnahme macht außerdem die globale Energiesicherheit vom Respekt gegenüber der iranischen Souveränität abhängig – nicht nur von Angebot und Nachfrage oder einem neutralen Handelsfluss.
Die Frage von Hormus ist kein Thema des Völkerrechts oder seiner Auslegung mehr, sondern Kampf darum wer das Recht hat die lebenswichtige Geografie der Welt zu verwalten.
Wer die Gebühren auferlegt bestimmt die Gleichung.
Im Rahmen des Iran auferlegten Wirtschaftskrieges stellt dieser Schritt – wenn er tatsächlich umgesetzt wird – eine qualitative Veränderung der Mittel der Konfrontation dar, und zwar durch:
- Schaffung internen Finanzquellen außerhalb des Systems
- Verringerung der Abhängigkeit von westlichen Finanzkanälen
- Umwandlung von Seewegen in eine unabhängige Finanzierungsquelle
Daher werden potenzielle Gebühren nicht nur als Einnahmen betrachtet, sondern als Mechanismus zur Umgehung der Sanktionen und zur Rückgewinnung wirtschaftlicher Stärke innerhalb der regionalen Ordnung.
Dieser Schritt bleibt nicht auf die iranische Wirtschaft beschränkt, sondern geht darüber hinaus und befasst sich mit einer umfassenderen Neugestaltung der Struktur des regionalen Konflikts, wo eine neue Einheit der Bereiche entsteht:
1- Integration der finanziellen Bereiche
So wie es eine vereinte militärische Front innerhalb der Achse des Widerstands gibt, wird die finanzielle Verwaltung der Straße von Hormus Folgendes bedeuten:
- Erhöhung der Fähigkeit des regionalen Zentrums zur finanziellen Selbstversorgung
- Unterstützung der Beständigkeit der Widerstandskräfte ohne direkte Unterwerfung unter äußeren finanziellen Druck
- Festigung des Prinzips, dass die Sicherung Jerusalems eine unbesiegbare Wirtschaft erfordert
2- Wirtschaftliche Unterstützung des Widerstands
Jeglicher finanzielle Überschuss aus der Kontrolle strategischer Wasserwege kann sich in Folgendes verwandeln:
- Logistische und politische Unterstützung des Widerstands in Palästina, Libanon und Jemen
- Verringerung der Auswirkungen internationaler Finanzsanktionen
3- Blockierung der Adern die die Besatzung unterstützen
Da der Energiefluss durch die Straße von Hormus auf die globalen Märkte gelangt verleiht seine Kontrolle der Achse des Widerstands eine indirekte Macht, die zu Folgendem führen kann:
- Einfluss auf Wirtschaft der Länder, die das zionistische Regime unterstützen
- Einführung des Energiedruckfaktors in die Konfliktgleichung
Im breiteren strategischen Bild kann Hormus nicht von Bab al‑Mandab getrennt verstanden werden.
So wie heute der Jemen über Bab al-Mandab direkten militärischen Druck ausübt und die Navigationsgleichungen der Schiffe des zionistischen Regimes und seiner Verbündeten umgestaltet, eröffnet auch Iran über finanzielle Souveränität in Hormus einen parallelen Weg.
Und hier entstehen zum ersten Mal in der modernen Geschichte die folgenden Ergebnisse:
Eine doppelte strategische Zangenbewegung in den wichtigsten Schifffahrtsadern der Welt:
- Bab al‑Mandab als militärischer / feldbezogener Druck
- Straße von Hormus als finanzielle / wirtschaftliche Souveränität
Diese Integration zeigt nicht nur politische Koordination, sondern zentrale geopolitische Ingenieurskunst, die die Fähigkeit besitzt die globale maritime Geographie von ihren südlichen und östlichen Enden im Nahen Osten zu kontrollieren.
In einer umfassenderen strategischen Betrachtung können diese Veränderungen nicht vom Hauptkompass des regionalen Konflikts getrennt werden:
Jerusalem ist nicht nur eine symbolische Frage, sondern leitendes Kriterium für Souveränität und Stellung.
Daher bedeutet die Neudefinition der Souveränität in der Straße von Hormus eine Erklärung der Zurückweisung des Herrschaftssystems, das die Existenz des zionistischen Regimes hervorgebrachte und sie beweist, dass strategische Korridore in der islamischen Welt nicht mehr außerhalb des Bereichs nationaler und souveräner Entscheidungsfindung stehen.
Daher wird Hormus – symbolisch – zu einer geografischen Erweiterung der Konfliktgleichung um Jerusalem.
Bereich: Finanzielle Unabhängigkeit
Erwarteter Vorteil: Schaffung einer nachhaltigen, unabhängigen Einnahmequelle außerhalb des Dollarsystems und der westlichen Hegemonie sowie Verringerung der Abhängigkeit vom traditionellen globalen Finanzsystem.
Bereich: Verhandlungsmacht
Erwarteter Nutzen: Die Straße von Hormus in einen strategischen Verhandlungshebel bei regionalen oder internationalen Gesprächen zu verwandeln was Iran mehr Macht gibt seine Bedingungen in nuklearen, politischen und sicherheitspolitischen Fragen durchzusetzen.
Bereich: Veränderung der Interaktionsregeln
Erwarteter Vorteil: Übergang von traditionellen militärischen Reaktionen zur Nutzung wirtschaftlicher Sanktionen als paralleles Abschreckungsmittel – durch Kontrolle der Transitkosten oder Regulierung des globalen Energieflusses.
Bereich: Umgestaltung der internationalen Ordnung
Erwarteter Vorteil: Stärkung der Allianz mit aufstrebenden Mächten wie China und Russland durch Gewährleistung der Stabilität der Energiekorridore, was zur Schwächung der Zentralität des westlichen Finanzsystems und zur Neuverteilung des globalen Einflussgleichgewichts beiträgt.
Was in der Straße von Hormus geschieht – unabhängig von Details seiner Umsetzung – stellt eine neue Phase im globalen Konflikt dar:
Übergang von militärischer Kontrolle über Geographie zu Bepreisung von Geographie und ihrer Umwandlung in ein Instrument finanzieller Souveränität.
Wenn dieser Wandel anhält wird er die Weltmachtkarte neu zeichnen und die Seewege werden Folgendes werden:
Sie sind nicht nur Transitwege, sondern Zentren der Produktion, Souveränität, Finanzen und Einfluss.
Die Umwandlung der Straße von Hormus in eine Karte finanzieller Souveränität markiert das Ende der Ära offener Durchgänge und Beginn einer neuen Ära in der Geographie unabhängig und ohne Dominanz verwaltet wird.
Diese finanzielle und politische Macht wird, falls sie sich verfestigt, zu einem strategischen Hebel werden der die Ader des Widerstands speist, sodass der Weg nach Jerusalem nicht nur mit Waffen, sondern auch mit einer Wirtschaft gesichert wird, die in der Lage ist ihre Bedingungen auf der internationalen Bühne durchzusetzen.
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