IQNA

22:01 - November 28, 2018
Nachrichten-ID: 3000445
Heute beginnt die Deutsche Islamkonferenz (DIK). In der vierten Phase zeichnen sich Debatten um die Ausbildung von Imamen und die Zugehörigkeit der Muslime zu Deutschland ab. Muslimische Vertreter äußern sich skeptisch.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) forderte die muslimischen Religionsgemeinschaften auf, sich so zu organisieren, dass sie den Anforderungen des Religionsverfassungsrechts für eine Kooperation mit dem Staat genügten. Dabei gehe es auch darum, „ausländische Einflussnahme dadurch zu ersetzen, dass Deutschlands Muslime nicht nur Organisation und Finanzierung ihrer Gemeinden selbst in die Hand nehmen, sondern auch die Imam-Ausbildung an ihre Bedürfnisse anpassen“, schreibt der Politiker in einem Gastbeitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag).

Zudem erhoffe sich Seehofer von den Teilnehmern aus „örtlichen, säkularen und verbandsunabhängigen Initiativen, Trägern und Vereinen“ in erfolgreiche Integration, aber auch offene Berichte über Probleme im Alltag. Als Heimatminister werde er die „deutschen Muslime“ in ihrer Vielfältigkeit mit den Instrumenten seines Ministeriums „unterstützen, ihre deutsche und muslimische Identität zu stärken und die Identifikation mit ihrer deutschen Heimat zu fördern“. Ziel sei „ein Islam in, aus und für Deutschland“.

„Wir werden reden müssen“

„Auch wir haben ein Interesse daran, dass Imame in Deutschland ausgebildet werden“, erklärt Burhan Kesici, Vorsitzender des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland. Der Islamrat und seine angeschlossenen Landesverbände haben bereits über viele Jahre Strukturen aufgebaut und bilden bereits ihrem Selbstverständnis entsprechend Imame aus. Dem Handlungsspielraum des Staates seien in diesem Bereich von Verfassungswegen enge Grenzen gesetzt, was bei der Diskussion nicht unberücksichtigt bleiben dürfe. „Die Imamausbildung ist und bleibt Sache der Religionsgemeinschaften“, so Kesici.

Die Deutsche Islamkonferenz biete eine Chance, den Islam in Deutschland weiter zu beheimaten. Doch inwieweit es sinnvoll sei, einen Islam etablieren zu wollen, der sich an einer nationalen Identität orientiert? Muslime orientierten sich „nicht an nationalen Identitäten“, sondern „an ihren Glaubensgrundsätzen.“ „Es gibt Redebedarf. Und wir werden diskutieren. Wir werden erörtern müssen, wie wir in Zukunft über Muslime und den Islam diskutieren wollen, welchen Weg wir einschlagen und beibehalten wollen“, erklärt Kesici.

Moscheegemeinden nicht als Problem sehen

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) sieht bei der Ausbildung von Imamen auch die Politik gefordert. So müsse festgelegt werden, „wie und dass die Imam-Ausbildung in Deutschland organisiert und finanziert werden soll“, sagte der Vorsitzende Aiman Mazyek dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dabei spielten die Hochschulen eine Rolle, entsprechende Institute und die Anerkennung in den Moscheen. Mazyek warnte davor, die überwiegend von den islamischen Religionsgemeinschaften getragenen Moscheegemeinden als Problem zu sehen. Sie seien Teil der Lösung. (KNA, iQ)

http://www.islamiq.de/2018/11/28/imamausbildung-und-zugehoerigkeit-zentrale-themen-der-islamkonferenz/

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