IQNA

19:20 - January 08, 2020
Nachrichten-ID: 3002116
Eine neue Kraft durchfließt die gesamte islamische Welt und der Aufschrei nach Gerechtigkeit wird immer größer. Was diese Märtyrer durch ihr Martyrium für uns geleistet haben, ist außerordentlich.

Ein Beitrag von Muhammad Hassani

Seit dem Mord an Qassem Soleimani (Kommandeur der Pasdaran), Abu Mahdi Muhandis (Kommandeur von Al-Haschd al-Schabi) und weiteren Begleitern steht die gesamte Welt auf den Beinen. Muslime sind aktiver denn je und geben alles in diesen Momenten, um die Falschheit offenzulegen und die Rückkehr Imam Mahdis (möge er bald erscheinen) zu beschleunigen. Doch ist es nicht seltsam, wie dieser Anschlag innerhalb einer Nacht eigentlich alles verändert hat?

Der revolutionäre Geist in uns wurde neu geweckt. Es ist eine Kostprobe für die heutige Jugend, wie es damals mit der Islamischen Revolution im Iran war, aber auch für die älteren, die dieses Gefühl schon vergessen hatten. Dieser revolutionäre Geist durchströmte damals wie auch heute die Muslime und Gerechtigkeitsliebenden dieser Welt. Es ist eine Form der Energie, die wie aus dem nichts, so scheint es, kommt. Und dann diese Worte Imam Chameneis, die uns alle auf Gerechtigkeit hoffen lassen: „Eine schwere Vergeltung erwartet jene Verbrecher, an deren unseligen Händen sein Blut und das Blut der anderen Märtyrer klebt.“ Die Menschen sehnen sich nach der Gerechtigkeit Gottes und nach seiner Liebe. Der Traum, dass Imam Mahdi (a.) schon bald erscheint, wird immer greifbarer.

Nur wieso brauchte es diese Märtyrer, damit wir aufwachen? Warum befinden wir uns in einer Art Dauertrance, aus der wir nur aufstehen, wenn jemand dieses hohen Ranges stirbt? Wie war unsere Stimmung, unser Handeln, unser Denken, unsere Spiritualität, unser Bewusstsein vor und nach dem Anschlag? Warum musste jemand sterben, damit wir wach werden und verstehen: Wir müssen anfangen zu leben, wie die Märtyrer leben?

„Halte diejenigen, die auf dem Weg Gottes getötet wurden, nicht für tot. Sie sind vielmehr lebendig bei ihrem Herrn, und sie werden versorgt.“ (Heiliger Quran 3:169).

Spätestens jetzt müssen wir aufgeweckt worden sein, und nun gilt es wach zu bleiben. Die zweite Revolution hat schon lange begonnen, der Krieg ist in vollem Gange und Menschen wie Qassem Soleimani sind ihre Krieger, doch was ist mit uns? Unser Schlachtfeld ist nicht das Schlachtfeld, auf dem die Pasdaran (Revolutionsgarde) sterben. Wir in Deutschland haben ein anderes Schlachtfeld, nämlich unser Herz. Die Revolution bei all diesen hohen Persönlichkeiten und bei dem Führer der damaligen Islamischen Revolution Imam Chomeini (r.) begann im Herzen. Erst als sie ihr eigenes Ich töten konnten, um nur Allah zu dienen und nicht mehr ihrem Ich, haben sie den wahren Sieg erlangt. Mit diesem Begräbnis des eigenen Ichs haben sie ihre Schahada (Martyrium) begonnen.

Es ist nicht so, dass man einfach so Märtyrer wird. „Das Martyrium ist sein Lohn bei Gott für Jahre des fortdauernden, schweren Einsatzes“, so Imam Chamenei. Das Martyrium beginnt mit dem Töten des eigenen Ichs und unser Ziel sollte dieser Tod vor dem Tod sein. Sterben, bevor man stirbt, um dann für Allah zu leben. Das ist es, was die Schuhada uns vorleben.

Und um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir diese neu gewonnene Energie so einsetzen, dass sie nicht verloren geht. Wir sollten sie nicht einfach in irgendwelchen Aktionen verschleudern. Was sind also unsere Aufgaben?

Unsere Aufgaben sind es, unsere Pflichten zu erfüllen und einen vorbildhaften Islam vorzuleben. Lasst uns gemeinsam an uns arbeiten, uns selbst erziehen, aber auch ganz einfache Dinge tun wie z. B. mehr Mühe in die Kindererziehung stecken, aktiv für den Islam einstehen etc. Es muss nicht unbedingt das größte Projekt aller Zeiten sein, in das wir mehr Energie investieren. Eher sollten wir alles, an dem wir arbeiten, zu dem größten Projekt für uns machen. Selbst unsere Ausbildung, unser Praktikum oder unseren Nebenjob müssen wir so betrachten, als seien sie die wichtigsten Aufgaben, um uns Allah zu nähern, denn auch in diese Projekte kann unsere Energie fließen. Allein wenn wir in diese Dinge unsere Energie investieren, um diese Gesellschaft ein Stück besser zu machen, können wir schon Großes bewirken.

Wenn wir jedoch diesen spirituellen und revolutionären Geist von nun fortan nicht in uns am Leben erhalten, dann sind wir die Verlierer der letzten Tage. Einmal wurden wir nun alle aufgeweckt und gewarnt: Vergess nicht, die Wiederkehr Imam Mahdis (a.) geht schneller vonstatten, als du denkst. Innerhalb einer Nacht! Und dann wenn er kommt, was ist mit dir? Hast du von den Schuhada gelernt und angefangen dich auf Imam Mahdi (a.) vorzubereiten?

Lasst uns nicht mehr Zeit verlieren! Jetzt spätesten müssen wir uns mit größter Mühe auf Imam Mahdi (a.) vorbereiten. Der Krieg tobt nicht nur im Irak, Iran, Jemen oder Libanon, nein, er beginnt in unserem Herzen und in allem, was wir tun, bei jedem von uns. Bei jeder unserer Handlungen sollten wir nun auf der Hut sein, ob wir die Umma stärken oder ob wir den Feind, der Massenmorde verübt und Unruhe stiftet, unterstützen. Der Kauf jeder Coca-Cola Flasche finanzierte den Einsatz, der die aktuellen Märtyrer zu verantworten hat, also müssen wir darauf achten, dass wir mit noch größerer Vorsicht diese Waren boykottieren. Es ist unsere Pflicht! Jeder Moment, den wir immer noch in unserem eigenen Gefängnis des Ich stecken bleiben und uns noch nicht befreien konnten, ist ein Moment weniger, um durch den Imam der Zeit Allah vollständig zu dienen.

Machen wir uns nichts vor, das ist alles nichts Neues. Aber immer wieder schlafen wir ein und lassen uns fallen in eine Trance, abgelenkt durch das Diesseits, weil wir uns betrügen lassen. Und dann müssen uns solche Märtyrer aufwecken. Sie leben! Es ist wirklich so: Sie leben, wir sind es, die wie Tote schlafen! Und wenn wir jetzt nicht aufwachen, dann werden wir nie erwachen.

Man kann es nur eine Millionen Mal wiederholen: Wenn in dieser Nacht der letzte Krieg ausgebrochen wäre und Imam Mahdi (a.) aus seiner Verborgenheit entrückt wäre, wäre ich dann schon bereit für ihn gewesen? Oder morgen oder in ein paar Stunden oder jetzt? In diesem Punkt müssen wir uns wirklich hinterfragen und an uns arbeiten. In der Hoffnung auf die Wiederkehr des Imam al-Umma und unseren gemeinsamen Sieg über unser niederes Selbst möchten wir mit den Worten des geehrten Muhammad Ali Ramin schließen: „Wer nicht Märtyrer wird, wird sterben.“

 

https://offenkundiges.de/wer-jetzt-noch-schlaft-wird-nie-erwachen/

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