IQNA

Al Jazeera berichtet:
21:37 - September 17, 2020
Nachrichten-ID: 3003110
Teheran (IQNA) - Muharram Serbovsky hat den Koran in die Sprache der Sinti und Roma, ins Romanes, übersetzt. Er vollendete seine Koranübersetzung in einem Zeitraum von ungefähr 10 Jahren und zur gleichen Zeit studierte er auch Islamische Scharia, um religiöses Wissen und religiöse Kenntnisse zur Anfertigung einer wünschenswerten Übersetzung des Koran anzuwenden.

Der folgende Bericht, der auf der Website des Nachrichtensenders Al Jazeera veröffentlicht wurde, befasst sich mit dem berufsbiographischen Werdegang von Muharram Serbovsky, einem bosnischen Muslim mit Roma-Herkunft, der nicht nur Künstler und Politiker ist, sondern auch den Heiligen Koran ins Romanes übersetzt hat, um andere zum Volk der Roma gehörende Menschen mit den Lehren des Koran bekannt zu machen. Hier folgt eine deutsche Übersetzung dieses Berichtes:

Der 60-jährige Muharram Serbovsky ist als ein Folksänger mit Roma-Herkunft bekannt, weil er in Château Uzariye in der Nähe von Skopje, der heutigen Hauptstadt der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, geboren wurde. Die Region Château Uzariye ist die größte Roma-Siedlung der Welt und wahrscheinlich die einzige Region, in der Romani als offizielle Amtssprache gilt.

Serbovsky begann im Alter von 12 Jahren zu singen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er dichtete auch mehr als 300 Balladen und wurde dadurch so populär, dass er auf Platz vier der Beliebtheitsskala im ehemaligen Jugoslawien stand. Obwohl er ständig unterwegs war oder zu Veranstaltungen eingeladen wurde, hörte er niemals auf, mehr zu lernen.

Zu den wichtigsten Errungenschaften Serbovskys gehört die Übersetzung des Heiligen Koran ins Romanes. Ein Exemplar seiner Koran-Übersetzung wird in der Bibliothek der Schule aufbewahrt, die sich vor der Gazi-Husrev-Beg-Moschee, einer der wichtigsten historischen Gebäuden in Bosnien und Herzegowinas Hauptstadt Sarajevo, befindet.

„Mein Vater war Imam in einer Moschee. Er hatte auch die erste romanische Übersetzung des Korans begonnen und konnte bis zum Vers 46 der Sure al-Baqara ins Romanes übersetzen, doch sein Tod verhinderten ihn, die Arbeit zu vollenden.“, sagte Serbovsky in einem Interview.

Er fügte hinzu: „1983 habe ich meinen Vater im Traum gesehen, und er verlangte, ich solle diese Arbeit zu Ende bringen. Ich habe 10 Jahre gebraucht, um diese romanische Koran-Übersetzung anzufertigen. Während dieser Zeit habe ich auch islamisches Recht an der Islamwissenschaftlichen Fakultät der Universität Sarajevo studiert, um den Inhalt des Koran besser zu verstehen. Danach habe ich auch die Bibel und das Alte Testament übersetzt. Meine Motivation dafür war: Ich wollte etwas für meine Nachwelt hinterlassen, damit die künftigen Menschen meiner gedenken, wenn ich gestorben bin. Ich wollte auch allen Roma-Gemeinschaften mit drei himmlischen Büchern bekannt machen und die Verbundenheit zwischen ihnen und den ersten Quellen der menschlichen Kultur dadurch fördern.“

„Zu den Schwierigkeiten, auf die ich bei der Übersetzung des Koran gestoßen bin, gehörte das Fehlen einer offiziellen Amtssprache für die Roma, denn in den einzelnen Gebieten, die von Roma besiedelten worden sind, sich unterschiedliche Dialekte herausgebildet haben. Deshalb habe ich versucht, eine Übersetzung anzufertigen, die alle Menschen mit Roma-Herkunft verstehen können. Ich habe eine einfache Sprache benutzt und auf schwierige Begriffe verzichtet.“, so er weiter.

 

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