
„Wir alle – die Bundesregierung, die Nachrichtendienste, die internationale Gemeinschaft – haben die Lage falsch eingeschätzt“, sagt Außenminister Heiko Maas (SPD) zur Situation in Afghanistan. Es komme jetzt darauf an, „so viele Menschen wie möglich aus dieser Situation zu retten“.
Nach der faktischen Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Afghanistan hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) Fehler eingeräumt. „Es gibt da auch nichts zu beschönigen: Wir alle – die Bundesregierung, die Nachrichtendienste, die internationale Gemeinschaft – haben die Lage falsch eingeschätzt“, räumte er am Montag ein.
„Es gebietet die Ehrlichkeit, das in aller Form so einzugestehen.“ Die Geschwindigkeit, mit der die Taliban Kabul eingenommen hätten, sei weder von der Bundesregierung noch von deren Partner richtig gesehen worden.
Zuvor hatte es massive Kritik an der Bundesregierung gegeben. Ihr wird vorgeworfen, den schnellen Vormarsch der Taliban unterschätzt und die Evakuierung afghanischer Ortskräfte zu schleppend vorangetrieben zu haben. Auch die Evakuierung deutscher Staatsbürger begann in der Nacht zum Montag erst, nachdem die Taliban schon bis in den Präsidentenpalast in Kabul vorgerückt waren.
Man habe nicht vorhergesehen, dass die afghanischen Streitkräfte nicht bereit gewesen seien, sich den Taliban entgegenzustellen. „Das ist eine Fehleinschätzung gewesen von uns allen. Darüber werden wir sicherlich auch zu reden haben“, sagte Maas.