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Experte: „französische Muslime wegen ihrer Religion und Armut ausgegrenzt

0:02 - July 19, 2023
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TEHERAN (IQNA) – Eine Expertin sagt, dass die französischen Muslime aufgrund ihrer Religion und wegen wirtschaftlicher und sozialer Probleme ausgegrenzt werden.

Nael Marzoug, ein junger Französisch-Algerier, war von der französischen Polizei getötet worden. Dies hatte Proteste gegen die Polizei und die Regierung ausgelöst. Es hatte auch das Problem der Gewalt und Diskrimination gegen Minderheiten in Frankreich aufgebracht.

Einige Kritiker und politische Experten denken, dass die Regeln der französischen Regierung gegen Extremismus und muslimischen Separatismus zu kämpfen schon soweit gehen, dass sie Muslime einschränken und sie zu Zweite-Klasse-Bürgern macht.

Diese politischen Experten sagen, dass wir, um zu erfahren, warum sich manche Franzosen Gewalt zuwenden, uns ansehen müssen, was in Frankreich passiert. Nach Experten gwinnt die islamfeindliche und rassistische Atmosphäre in diesem europäischen Land die Oberhand, wobei Islamfeindlichkeit in den letzten Jahren im Herz der französischen Politik ist.

Um über dieses Problem weiter zu diskutieren, hat IQNA mit Catherine Wihtol de Wenden, einer französischen Politikwissenschaftlerin, gesprochen.

Im Folgenden lesen Sie den vollen Text des Interviews über die kürzlichen Proteste in Frankreich:

 

IQNA: Wir sahen in verschiedenen französischen Städten Proteste gegen die Gewalt der französischen Polizei. Was, denken Sie, ist die Wurzel dieser Proteste?

Wihtol de Wenden: Das schlechte Training der Polizei auf dieser Ebene ist schon seit langer Zeit bekannt, aber es ist mehr oder weniger nichts unternommen worden, ihr Bewusstsein über Diskrimination, Bewertung der Situation, die Regeln des Managements der Hierarchie und Repekt der Wahrheit in den Zeugenaussagen von Kollegen (sie neigen dazu, sich einander zu unterstützen) zu verbessern. Für Polizisten sind „auffallende“ Leute kein Teil des Nationalstaats. Sie werden als Feinde angesehen.

 

IQNA: Einige glauben, dass das Verhalten und die Einstellung französischer Staatsmänner gegen Minderheiten in der französischen Gesellschaft gewalttätige Reaktionen wie die kürzlichen Ereignisse ausgelöst hat. Inwieweit ist das wahr?

Wihtol de Wenden: Ja, aber es ist eine lange Geschichte von Morden, die von der Polizei in Stadtkernen begangen worden sind mit Straßenprotesten, bei denen junge Leute getötet worden waren. Seit den 90-ern reagieren die Einwohner solcher Gegenden auf dieses Fehlverhalten sehr stark.

 

IQNA: Französische rassische und religiöse Minderheiten, wie Muslime, glauben, dass der Druck der französischen Regierung unter dem Vorwand Extremismus zu bekämpfen, ihre Ausgrenzung aus der französischen Gesellschaft bewirkt hat. Wie wahr ist diese Auffassung?

Wihtol de Wenden: Ich denke, dass sie nicht nur wegen des Islams ausgegrenzt, sondern auch wegen Armut, Arbeitslosigkeit, Drogenhandel und die Erinnerung an die algerischen Kriege. Im Innern der Polizei ist die Kultur der Erinnerung dieses Ereignisses noch nicht aufgegeben worden.

 

IQNA: Welche Maßnahmen sollte die französische Regierung unternehmen, um eine Wiederkehr solcher Vorfälle zu vermeiden?

Wihol de Winden: Polizeitraining. In Frankreich ist die Polizei durch die Regierungen geschützt, weil sie ihre Sicherheit erhält. Das meint aber nicht, dass sie nicht strafbar sei.

Der zweite Vorschlag ist, dass die Polizei schwer bestraft wird, wenn sie einen Mord begeht. In der Vergangenheit waren viele Polizisten nicht verurteilt worden.

Der dritte Vorschlag bezieht sich auf die Moralität innerhalb der Polizei. Es soll der gegenseitige Schutz, den sie in ihren Diskursen entwickeln, anstatt die Wahrheit zu sagen, vermieden werden, wodurch sie disqualifiziert ist.

 

IQNA: Glauben Sie, dass die französische Gesellschaft in Zukunft Zeuge ähnlicher Gewalt sein wird?

Wihtol de Wenden: Ja, wenn nichts getan wird.

 

Catherine Withol de Wenden ist die Forschungsdirektiorin am Französischen Naitonalzentrum für wissenschaftliche Forschung und eine Forscherin am Institut für internationale politische Studien. Wihtol de Wenden ist auf Migrationsstudien spezialisiert. Sie setzt sich auch für das Recht auf Immigration nach Frankreich.

 

Das Interview hatte Mohammad Hassan Goodarzi geführt.

 

Die Ansichten und Meinungen in diesem Interview sind einzig diejenigen des Interviewten und repräsentieren nicht unbedingt die Ansicht der Internationalen Koran Nachrichtenagentur.

 

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