IQNA

Umgekehrte Migration von Juden aus palästinensischen Gebieten

23:25 - August 26, 2023
Nachrichten-ID: 3008909
Al-Quds (IQNA)- Angesichts der Gefahr eines bevorstehenden Bürgerkriegs der anhaltenden Proteste und Unterbrechung der Grundversorgung aufgrund von Streiks und politischer Monopolstellung denken die Israelis jetzt mehr denn je darüber nach, ob jetzt ein guter Zeitpunkt ist Palästina zu verlassen.

Laut IQNA war die Einwanderung und Aufnahme von Juden aus aller Welt mit dem Anspruch auf das Land der Juden seit Beginn der Bildung des zionistischen Regimes im Jahr 1948 eines der Prinzipien dieses Regimes in der Bevölkerungs-Politik der Staatsmänner von Tel Aviv.

Die Förderung der Einwanderung von Juden in die palästinensischen Gebiete mit dem Ziel deren demografische Bedingungen zugunsten der zionistischen Juden zu verändern ist vor allem auf die Bevölkerungsstruktur dieser Region zurückzuführen. Die Minderheit der Juden im Vergleich zur arabischen Bevölkerung Palästinas war bereits vor der Errichtung des zionistischen Regimes bedeutend. Andererseits versuchen die Behörden des zionistischen Regimes neben der Einwanderung von außerhalb der besetzten Gebiete die jüdische Bevölkerung zu vergrößern indem zionistische Siedlungen gebaut werden und den Rückgang der jüdischen Bevölkerung aufgrund des Holocaust als Ausrede verwenden.

Allerdings gibt es Probleme innerhalb dieses Regimes, die dazu führten, dass das Thema Einwanderung in den letzten Jahren in den Hintergrund rückte und selbst viele Juden die vor vielen Jahren in die besetzten palästinensischen Gebiete auswanderten denken heute über eine Rückkehr in ihre ursprüngliche Heimat oder Drittland nach.

 

Verringerung der Attraktivität der besetzten Gebiete für Einwanderer

Wirtschaftliche Probleme wie Inflation und Anstieg der Lebenshaltungskosten sowie Sicherheitsprobleme gehören zu den Hauptgründen, die Juden dazu veranlassten, die besetzten palästinensischen Gebiete zu verlassen. Laut dem Bericht der Jewish Virtua Library leiden beispielsweise äthiopische Juden im besetzten Palästina unter Problemen wie Ungleichheit und Diskriminierung. Diesem Bericht zufolge lag das Einkommen einer äthiopischen Familie im Jahr 2015 um 35 % unter dem Einkommen einer durchschnittlichen israelischen Familie. Mehr als 35 % der israelisch-äthiopischen Familien leben unterhalb der Armutsgrenze und im Verglaich sind es nur 18,6 % der israelischen Familien.

Nur 5 % der Äthiopier haben hochwertige Arbeitsplätze und die niedrigen Gehälter der äthiopischen Absolventen sind in erster Linie darauf zurückzuführen dass ein großer Teil von ihnen schlecht bezahlte Jobs in Bereichen wie Krankenpflege und Lehre hat. Einige Aktivisten für Minderheitenrechte beschweren sich darüber, dass junge Menschen gezwungen werden ihren Namen zu ändern um weniger äthiopisch zu klingen nur, um Arbeit zu finden.

Aber es scheint, dass in den letzten Wochen mit dem Aufkommen von Spannungen in den besetzten Gebieten und Protesten gegen die Pläne der Netanyahu-Regierung bezüglich des Justizsystems des Landes das Problem der umgekehrten Einwanderung und die Zurückhaltung der Juden bei der Einwanderung nach Israel ernster denn je geworden ist.

Die Nachrichtenseite Middle East Monitor ging auf dieses Problem ein und schrieb: „Nach Angaben des Einwanderungsministeriums ist die jährliche Rate der jüdischen Einwanderung nach Israel seit Anfang dieses Jahres (2023) deutlich zurückgegangen. Der Rückgang wird auf die anhaltende Instabilität im Land aufgrund weit verbreiteter Proteste gegen die geplanten Justizreformen der Regierung zurückgeführt.“

Seit Anfang Januar 2023 sind 29.293 Juden aus aller Welt in die besetzten Gebiete eingewandert, was einem Rückgang von 19 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht und fast 80 % der Einwanderer (22.851) kamen aus Russland und 1.463 aus der Ukraine (aufgrund des Krieges) in ds besetzte Palästina.

 

Tiefgreifende Auswirkungen von Netanyahus Justizreformen auf Gesellschaft und Wirtschaft

Das Thema umgekehrte Einwanderung steht aufgrund der Justizreformen der Netanyahu-Regierung im Fokus vieler Medien und Experten. In seiner Notiz wies All Israel News auf die umgekehrte Migration aus dem besetzten Palästina hin und schrieb: „Mit der Gefahr eines bevorstehenden Bürgerkriegs, anhaltenden Protesten und Störungen der Grundversorgung aufgrund von Streiks und politischem Monopol an der Macht sind Israelis mehr denn je dabei ihre Optionen abzuwägen ob jetzt ein guter Zeitpunkt ist das Land zu verlassen, bevor es noch schlimmer wird.

 

Umgekehrte Migration von Juden aus palästinensischen Gebieten

 

Laut einem aktuellen Artikel von Time of Israel mit Bezug auf die Ergebnisse einer Umfrage wurde festgestellt dass 28 Prozent der Israelis erwägen das Land angesichts der Veränderungen im Justizsystem zu verlassen.

Nach der Verabschiedung des ersten Gesetzes eines kontroversen Pakets zur Justizreform durch die Regierung ergab eine aktuelle Umfrage, dass mehr als ein Viertel der Israelis darüber nachdenken das Land zu verlassen. Selbst Ärzte denken ebenfalls darüber nach.

Im Jahr 2020, lange vor all diesen politischen Unruhen, wurde berichtet dass Israel 10 % weniger Ärzte hatte als der OECD-Durchschnitt. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 3,7 pro 1.000 Einwohner und Israel liegt mit 3,3 unter dem Durchschnitt. Da sich die Situation verschlimmert planen seit der Umsetzung der Justizreformen mindestens 1.000 israelische Ärzte ins Ausland zu gehen.

Gleichzeitig wurde das Gesundheitssystem des zionistischen Regimes um das einst die meisten Länder neidisch waren und bei dem es möglich war sofort einen Arzt aufzusuchen seine Leistungen dramatisch verändert sodass es schwieriger geworden ist früher als eine Woche einen Arzt aufzusuchen . Dies ist neue Realität des zionistischen Regimes seit der Zeit von COVID-19.

Aber es ist nicht nur der medizinische Sektor. Sobald die ersten Justizreformen verabschiedet wurden reagierte die Börse von Tel Aviv negativ auf die Nachrichten die vermutlich zu einer massiven Abwanderung von Investoren und technologischen Fortschritten führten, die allesamt einen enormen finanziellen Segen für die israelische Wirtschaft darstellten.

Eine dieser bedrohlichen Prognosen der Ratingagentur Moody's Investors Services warnte vor erheblichen negativen Folgen und Risiken für die Wirtschaft und Sicherheitslage Israels nach der Verabschiedung des ersten Gesetzes zur Justizreform der Regierung. Dies geschieht während Moody's vor einigen Monaten den Kreditstatus des zionistischen Regimes von positiv auf stabil senkte.

Es besteht kein Zweifel, dass dies enorme Auswirkungen auf ausländische Investoren hatte. Die Anleger sind nervös. Anfang Februar 2023 wurde außerdem berichtet dass täglich Milliarden von Dollar Israel verlassen.

 

Umgekehrte Migration von Juden aus palästinensischen Gebieten

 

Illusorisch gelobte Land verlassen

Die durch die jüngsten Justizreformen verschärften politischen Differenzen in den besetzten palästinensischen Gebieten sind Zeichen für die Spaltung der Gesellschaft und Verlust des Traums der Begründer des Zionismus vom gelobten Land.

Tatsächlich kann man sagen, dass aufgrund dieser großen politischen Kluft niemand weiß wo er wirklich steht oder wohin diese politischen und juristischen Streitigkeiten Israel führen werden. Diese Unsicherheit und andere Probleme wie das Scheitern des Zwei-Staaten-Plans, der nach Ansicht seiner Planer Frieden in die besetzten Gebiete bringen wird führten dazu, dass das Huhn zur Gans des Nachbarn wird und infolgedessen haben viele israelische Einwanderer das Gefühl dass geografische Veränderungen mehr Freiheit und bessere wirtschaftliche Aussichten mit sich bringen. Eine Perspektive, die anderen Ländern eine Menge Kapital und wissenschaftliche Kraft von Einwanderern bringen kann und andererseits wird das zionistische Regime wie andere Regierungen auch bei denen Einwanderer an erster Stelle stehen mit den Folgen dieses Abflusses von Wirtschafts- und Humankapital konfrontiert sein.

 

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