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Untersuchung des Potenzials von Mulla Sadras Gedankengut für die heutige Welt auf einer Konferenz in der Türkei

9:38 - December 04, 2025
Nachrichten-ID: 3014011
IQNA- Die Ankara University of Social Sciences veranstaltete in Zusammenarbeit mit dem Yunus Emre Institute, der Iranian Cultural Consultancy in Ankara, dem Center for Monotheistic Civilization Research und Litra Publications eine internationale Konferenz mit dem Titel „Rekonstruktion des gemeinsamen philosophischen Erbes Irans und der Türkei im Rahmen der transzendentalen Weisheit“.

IQNA: Die Konferenz untersuchte die anlässlich der Übersetzung des Buches „Al-Asfar al-Arba'ah“ des großen islamischen Philosophen Mulla Sadra ins Türkische stattfand, eingehend den tiefen philosophischen Hintergrund der beiden Länder und erläuterte das Potenzial von Mulla Sadras Gedankengut für die heutige Welt im akademischen Kontext. (Quelle: Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Organisation für Islamische Kultur und Kommunikation)

Die Eröffnung der Konferenz wurde von einer Rede von Ali Osman Kurt, Dekan der Theologischen Fakultät der Ankara Universität für Sozialwissenschaften, begleitet. In seiner Rede hob er die entscheidende Stellung Mulla Sadras in der islamischen Philosophie hervor und betonte die wissenschaftliche Rolle der Übersetzung von Al-Asfar al-Arba für die Förderung der philosophischen Forschung in der Türkei.

Des Weiteren wurde die Bedeutung der methodischen Möglichkeiten der Tradition transzendentaler Weisheit für das Verständnis zeitgenössischer Fragen in der intellektuellen Welt erwähnt.

Musa Kazem Ariqan, Präsident der Ankara Universität für Sozialwissenschaften, fuhr mit seiner Rede fort und hob die historische Bedeutung von Übersetzungstätigkeiten für die Verbreitung und Weiterentwicklung philosophischer Gedanken und die Bildung neuer begrifflicher Fähigkeiten hervor.

Ariqan merkte an, dass die Übersetzung der „Vier Reisen“ das Ergebnis sechsjähriger akribischer wissenschaftlicher Bemühungen eine wichtige Grundlage für die philosophische Forschung in der Türkei schuf.

Er fügte hinzu: Übersetzung ist nicht einfach die Übertragung von Wörtern, sondern ermöglicht vielmehr die Bildung neuer Dialogfelder zwischen Kulturen und Konzepten.

Der Präsident der Ankaraer Universität für Sozialwissenschaften wies auf die Rolle von Übersetzungsbewegungen bei der Gestaltung glanzvoller Epochen in der Geschichte der Philosophie hin und merkte an, dass die Übersetzung griechischer Werke ins Arabische, Übertragung arabischer Texte ins Lateinische im Mittelalter und sprachlichen Interaktionen der Neuzeit in Europa allesamt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung philosophischer Schulen spielten.

Er erinnerte auch an die historische Kontinuität der philosophischen Gemeinsamkeiten zwischen Iran und der Türkei und betrachtete Mulla Sadra als prominentes Beispiel für diese intellektuelle Verbindung. Er betonte, dass die Forschung zu Sadras Denken in der Türkei, insbesondere in den letzten zwei Jahrzehnten, deutlich zunahm.

Auch der iranische Botschafter in der Türkei Mohammad Hassan Habibollahzadeh betonte die historischen und kulturellen Verbindungen zwischen den beiden Ländern und wies auf die starke Widerspiegelung dieser Beziehungen in der Welt des Denkens hin. Er hob die Rolle der transzendentalen Weisheit bei Schaffung einer gemeinsamen intellektuellen Sprache zwischen den beiden Nationen hervor.

Die Konferenz fand in Form von drei Fachsitzungen statt. In der ersten Sitzung untersuchte Gholamreza Awani den Einfluss vorsokratischer Philosophen auf die Werke von Mulla Sadra; Alperslan Acikgenç analysierte die Rekonstruktion eines gemeinsamen philosophischen Erbes im Rahmen transzendentaler Weisheit.

Hamid Parsania befasste sich mit dem Einfluss von Sadras Weisheit auf kulturelle Identität und Saleh Yalin untersuchte das Konzept von „Macht und Handeln“ in Sadras Metaphysik.

In der zweiten Sitzung präsentierte Mohammad Mehdi Gorjian-e-Arabi einen Vortrag mit dem Titel „Islamischer Sufismus und Sadras Rationalismus“. Saadi Yilmaz untersuchte die Beziehung zwischen Seele und Wahrnehmung; Dr. Hossein Ghaffari bewertete Sadras Analyse der Seele-Körper-Dualität; und Hojjatoleslam Ali Amini-Nejad erläuterte detailliert die Theorie der „persönlichen Einheit der Existenz“.

Die dritte Sitzung wurde mit Vorträgen von Hojjatoleslam Seyyed Ali Mousavi und Qasim Kazem über die Literatur der Existenzarten und den Weg zur menschlichen Vollkommenheit fortgesetzt.

Die Konferenz schloss mit einer Auswertungssitzung unter dem Vorsitz von Hassan Eknat. In dieser Sitzung präsentierten Hojatoslam Seyyed Ali Mousavi, Leiter des Zentrums für monotheistische Zivilisation, Shamil Ocal, Leiter der Übersetzergruppe, und Erfan Kelkitli, Vertreter des Litra-Verlags, einen umfassenden Bericht über die Durchführung einer wissenschaftlichen Fachkonferenz zu Reiseberichten im Iran und in der Türkei. Ocal und Kelkitli stellten in dieser Sitzung den sechsjährigen Übersetzungsprozess der „Vier Reiseberichte“ und deren Bedeutung für die türkische Philosophieliteratur vor.

Zum Abschluss des Treffens wurde betont, dass die Veröffentlichung dieses Werkes in türkischer Sprache den Beginn einer neuen Ära in der Forschung zur islamischen Philosophie in der Türkei markiert.

 

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