
IQNA: Der prominenter irakischer schiitischer Gelehrte Scheich Jalaluddin Sagheer schrieb in einer Antwort auf eine Frage nach dem Geburtsort Jesu Christi (Friede sei mit ihm), dass leider viele islamische Gelehrte die geografischen Angaben des Heiligen Korans zum Geburtsort Jesu Christi (Friede sei mit ihm) ignorieren und sich in dieser Hinsicht mit christlichen Überlieferungen zufrieden geben. (Quelle: Website der Baratha-Moschee)
Die Übersetzung der Notiz lautet wie folgt:
Bei der Beschreibung der Geburt Jesu (Friede sei mit ihm) spricht der Koran von Palmen und frischen Datteln, aber in Palästina gibt es im Allgemeinen und Bethlehem im Besonderen gab es zu dieser Zeit keine Palmen.
Man kann sagen, dass die erste Dattelpalme in dieser Region von des edlen Hashim, Großvater des Propheten Mohammed (Friede sei mit ihm), in Gaza gepflanzt wurde. Während der jährlichen Reise der Quraisch nach Syrien sammelte er unterwegs Dattelkerne und brachte sie nach Gaza, um sie dort anzupflanzen. Aus diesem Grund wird Gaza auch Gaza Hashim genannt.
Islamische Gelehrte schenkten der Bedeutung der beiden Wörter «baid» (deutsch: fern) und «Scharq» (deutsch: östlich) in den Versen der Sure Maryam keine Beachtung. Diese beiden Wörter belegen eindeutig, dass der Heilige Prophet (Friede sei mit ihm) seinen Wohnort verließ und in eine weit östlich gelegene Region ging.
Die Forscher ließen auch Marias Worte «یا لیتنی مت قبل هذا/Ja laitani mutu gabl hadha» (deutsch: ich wünschte, ich wäre vorher gestorben) und die damit verbundenen Konsequenzen ihres Verbleibs oder Flucht außer Acht. Ebenso wenig wurde die Geschichte des unter Marias Füßen fließenden Flusses beachtet.
In diesem Zusammenhang wurde die Aussage des allmächtigen Gottes ignoriert, dass Maria und ihr Sohn an einen hohen Ort mit einer sprudelnden Quelle geführt wurden.
All diese Daten zeigen, dass die Geburt Jesu (Friede sei mit ihm) in Bethlehem unmöglich war! Tatsächlich könnte Bethlehem der erste Ort gewesen sein, an dem Jesus (Friede sei mit ihm) erschien, nachdem seine Mutter aus dem Irak nach Palästina zurück kehrte.
Unsere Überlieferungen unterscheiden sich hinsichtlich des Geburtsortes des Propheten Jesus (Friede sei mit ihm); dennoch lassen sich drei Tendenzen in diesen Überlieferungen feststellen. Zuvor sollten wir jedoch auf die Überlieferungen eingehen, die den Hügel (Kufa) und die Quelle (den Euphrat) als Geburtsort nennen. (Kamil al-Ziyarat 48, b13, h5, Ma'ani al-Akhbar: 373, Mazar al-Shaykh al-Mufid: 16 h3, Tahdhib al-Ahkam 6: 38 h79 und so weiter)
Daraus lässt sich mit Sicherheit schließen, dass die Geburt des Propheten im Irak stattfand, da die Zuflucht der Heiligen Jungfrau Maria (Friede sei mit ihr) nach der Geburt des Heiligen Propheten Jesus (Friede sei mit ihm) erfolgte. Dies bedeutet, dass die Geburt in der Nähe des Ortes stattgefunden haben muss an dem die Heilige Jungfrau Maria (Friede sei mit ihr) Zuflucht suchte! Dies sollte nicht außer Acht gelassen werden.
Was die Perspektive der Überlieferungen betrifft, so ist die erste Fall derjenige, der in der Überlieferung der Himmelfahrt erwähnt wird und den Qomi in seinem Kommentar erwähnte, nämlich dass die Geburt Jesu in Bethlehem stattfand (Tafsir Qomi 1:369).
Diese Überlieferung zeigt trotz der Authentizität ihrer Überlieferungskette, dass Qomi der einzige Überlieferer ist und in Bezug auf Wortlaut und Bedeutung ist sie weitgehend identisch mit den sunnitischen Überlieferungen in dieser Hinsicht (Tirmidhi überlieferte diese in seinen Sunan, Al-Hakim in Mustadrak, Abu Dawood Al-Tayyasi in Musnad, Haythami in Majma' Al-Zawa'id, Tabarani in Al-Mu'jam Al-Kabir, Al-Khatib in Tarikh Bidad, Ibn Asakir in Tarikh Al-Shahr Damascus und Muttaqi Hindi in Kanz Al-Ummal überlieferten diese Überlieferung).
Daher ist seine Interpretation sehr nahe an Taqiyya (Vorsichtsmaßnahme um Leben oder religion zu schützen. Auch mittels entsprecjhenden aussagen), insbesondere da sie scheinbar den koranischen Daten widerspricht und die Überlieferungen, die Bethlehem erwähnen zahlreicher sind als diese Überlieferung und besser mit den koranischen Daten übereinstimmen.
Die zweite Gruppe von Überlieferungen deutet jedoch darauf hin, dass die Geburt Jesu (Friede sei mit ihm) im Irak in der Nähe des Euphrat stattfand. Einige dieser Überlieferungen beziehen sich auf Karbala. Scheich Tusi überlieferte von Imam Zayn al-Abidin (Friede sei mit ihm), dass dieser sagte: „Gott, der Allmächtige, spricht: ‚Und sie empfing und ging an einen fernen Ort.‘ Dies bedeutet, dass Maria (Friede sei mit ihr) Damaskus verließ und nach Karbala kam, wo sie am Grab von Imam Hussain (Friede sei mit ihm) gebar.“ (Tahdhib al-Ahkam 6:73 H139)
Sayyid Rawandi überlieferte in den Geschichten der Propheten von Yahya ibn Abdullah, dass dieser sagte: „Wir befanden uns in Hira als wir mit Abu Abdullah (a.s.) ritten. Als wir ein Dorf oberhalb von Al-Masir erreichten sagte er: ‚Hier sind wir‘ und ging zum Ufer des Euphrat. Dann stieg er ab und betete zwei Rak’ahs. Dann fragte er: ‚Weißt du wo Jesus (a.s.) geboren wurde?‘ Ich sagte: ‚Nein.‘ Er sagte: ‚Genau hier wo ich sitze!‘ Dann fragte er: ‚Weißt du wo diese Palme steht?‘ Ich sagte: ‚Nein.‘ Dann streckte er seine Hand hinter seinen Kopf und sagte: ‚Genau hier.‘ Dann fragte er: ‚Weißt du wo der Frieden und das klare Wasser sind?‘ Ich sagte: ‚Nein.‘ Er sagte: ‚Das ist der Euphrat.‘“ (Geschichten der Propheten: 264 H333).
In seiner Überlieferungskette berichtete Kulayni von Imam Kazim (a.), dass dieser einen Christen fragte: „Kennst du den Fluss an dem Maria (Friede sei mit ihr) Jesus (AS) gebar?“ Die Person antwortete: „Nein.“ Der Imam sagte: „Es ist der Euphrat.“ (Kafi 1: 480 AH4)
Die dritte Gruppe von Überlieferungen sind jene, die als das Land von Baratha bezeichnet werden . Baratha ist eine berühmte Moschee in Bagdad, die laut der Überlieferung von Imam Baqir (a.s.) durch Scheich Tusi das Land Jesu (a.s.) und das Haus der Heiligen Jungfrau Maria (s.) ist.
Scheich Tusi überlieferte in seinem Buch Amali von Imam Baqir (Friede sei mit ihm), dass dieser sagte: Als der Befehlshaber der Gläubigen (Friede sei mit ihm) vom Krieg gegen die Kharijiten zurückkehrte durchquerte er die Region Zura und sagte zu den Leuten: „Dies ist Zura, weicht davon zurück! Denn darin zu versinken ist schneller als einen Nagel in Stroh zu schlagen.“ Als er die rechte Seite der Finsternis erreichte traf er einen Mönch in seinem Kloster. Der Mönch sagte zu ihm: „Steige nicht mit deinem Heer in dieses Land hinab.“ Der Imam fragte: „Warum?“ Der Mönch antwortete: „Weil niemand dorthin hinabsteigt außer einem Propheten oder einem Nachfolger eines Propheten, der auf dem Wege Gottes kämpft.“ Da sagte der Befehlshaber der Gläubigen (Friede sei mit ihm): „Ich bin der Nachfolger des Anführers der Propheten und Anführer der Gesandten.“ Der Mönch sagte zu ihm: „Du bist also der Sohn des Anführers der Quraisch und Nachfolger Mohammeds.“ Der Befehlshaber der Gläubigen (Friede sei mit ihm) sagte zu ihm: „Das bin ich!“ Der Mönch kam zu ihm und sagte: „Ich fand deine Beschreibung im Evangelium! Du wirst ins Land Baratha hinabsteigen, ins Haus der Jungfrau Marias und ins Land Jesu (Friede sei mit ihm).“
Da erreichte der Befehlshaber der Gläubigen (Friede sei mit ihm) einen Ort, berührte ihn mit dem Fuß und eine Quelle entsprang. Der Imam sagte: „Dies ist die Quelle der Jungfrau Marias, die für sie entsprungen ist. Sie ist 17 Ellen tief.“
Sie öffneten sie und sahen einen weißen Stein. Der Befehlshaber der Gläubigen (Friede sei mit ihm) sagte: „Maria gebar Jesus (Friede sei mit ihm) an diesem Ort und betete hier.“ Dann sagte er: „Dieses Land Baratha ist das Haus Marias (Friede sei mit ihr).“ Der Befehlshaber der Gläubigen (Friede sei mit ihm) richtete den Stein auf und betete darauf. Vier Tage lang verweilte er an diesem Ort und betete dort. Er stellte den Altar in einem Zelt an derselben Stelle auf und sagte: „Dieses Land Baratha ist das Haus Marias (Friede sei mit ihr).“ Dies ist der heilige Ort, an dem die Propheten beteten.
Imam Jawad (a.) sagte: Wir fanden heraus, dass Abraham (a.) an diesem Ort vor Jesus (a.) betete. (Amali Sheikh Tusi: 199-200 AH 340)
Obwohl die arabischen Wörter (Wada) „Zustand“ und (Muwada) „Position“ in dieser Überlieferung über Jesus (Friede sei mit ihm) nicht ausschließlich Geburt bedeuten, ist dies das was einem am ehesten in den Sinn kommt.
Erstens: Der kürzlich verstorbene irakische katholische Bischof Emmanuel Daly behauptete, der Name Baratha sei syrischen Ursprungs und setze sich aus zwei Wörtern zusammen: „Bar“ bedeutet Sohn und „Atha“ Wunder.
Ich konnte dies jedoch in keinem syrischen Wörterbuch bestätigen. Fest steht jedoch, dass der Begriff „Sohn der Wunder“ nur auf Jesus (Friede sei mit ihm) angewendet wird.
Zweiter Punkt: Der weiße Stein, der sich derzeit in der Baratha-Moschee befindet, stammt laut dem Irakischen Museum aus der Zeit des alten Roms.
Dritter Punkt: Der schwarze Stein, der sich heute in der Baratha-Moschee befindet, ist ein Mineral und das Irakische Museum bestätigt sein Alter.
Anas ibn Malik berichtet, dass die Gefährten des Befehlshabers der Gläubigen (Friede sei mit ihm) den Felsen an der Stelle an der der Imam es befahl nicht ausgraben konnten. Eines Tages kam der Befehlshaber der Gläubigen (Friede sei mit ihm) zu dieser Stelle und fragte Hubab: „Hubab! Woher trinkst du dein Wasser?“ Dieser antwortete: „Befehlshaber der Gläubigen! Von hier, aus dem Tigris.“ Der Imam fragte: „Warum gräbst du dann keine Quelle oder Brunnen hier?“ Hubab erwiderte: „Befehlshaber der Gläubigen! Immer wenn wir einen Brunnen graben ist das Wasser salzig und nicht süß.“ Der Befehlshaber der Gläubigen (Friede sei mit ihm) sagte zu ihm: „Grabe hier einen Brunnen!“ Er grub den Brunnen und vor ihnen erschien ein Felsen, den sie nicht entfernen konnten. Da entfernte der Befehlshaber der Gläubigen (Friede sei mit ihm) ihn und darunter entsprang eine Quelle, süßer als Honig.
Diese Überlieferung passt zur mineralischen Beschaffenheit des Steins. Zwar ereignete sich eine der Explosionen in der Baratha-Moschee im Jahr 2006 in unmittelbarer Nähe des Steins, dieser wurde jedoch nicht beschädigt.
Aufgrund all dieser Erkenntnisse kam ich zu dem Schluss, dass die Behauptung Jesus (Friede sei mit ihm) sei in Bethlehem geboren den Angaben im Heiligen Koran widerspricht. Die Überlieferungen sind sich nahezu einig, dass die Geburt des Propheten im Irak stattfand, was eher mit den Angaben im Koran übereinstimmt.
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