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Japans Plan zur Erhöhung der Anzahl von Gebetsräumen an öffentlichen Plätzen

9:56 - January 27, 2026
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IQNA- Japan plant angesichts der wachsenden Zahl muslimischer Besucher den Ausbau der Gebetsräume an öffentlichen Orten.

IQNA: Da Japan eine wachsende Zahl muslimischer Besucher begrüßt, stellt sich immer häufiger die Frage: Wo können diese Reisenden beten? (Quele: kyodonews)

Die Zahl der ausländischen Besucher in Japan erreichte im vergangenen Jahr einen Rekordwert. Darunter waren auch Besucher aus mehrheitlich muslimischen Gebieten, die von dem Land wegen seiner Speisen, Popkultur und seiner saisonalen Landschaft angezogen werden.

Laut der Japanischen Nationalen Tourismus-Organisation kamen allein zwischen Januar und November des vergangenen Jahres rund 560.000 Reisende aus Indonesien, 540.000 aus Malaysia und 240.000 aus dem Nahen Osten nach Japan. Für viele von ihnen erschwert jedoch die uneinheitliche Verfügbarkeit geeigneter Gebetsstätten die Durchführung der täglichen Pflichtgebete und trübt damit das Reiseerlebnis.

Es scheint weniger um den Bau großer Moscheen zu gehen als vielmehr um Flexibilität. Die japanische Tourismus-Behörde gab Richtlinien für die Betreuung muslimischer Reisender heraus und hielt Hotels, Verkehrsknotenpunkte und Einkaufszentren dazu an nach Möglichkeit ruhige und saubere Gebetsräume bereitzustellen.

Experten sagen, dass an Orten wo es nicht möglich ist spezielle Räume zu errichten einfache Annehmlichkeiten wie temporäre Trennwände, klare Beschilderung oder Bewusstsein des Personals einen bedeutenden Unterschied machen und dazu beitragen können, dass Japan ein Bild von Gastfreundschaft vermittelt, das über die Kultur hinausgeht.

Bei der letztjährigen Weltausstellung in Osaka, die viele muslimische Besucher und Mitarbeiter beherbergte, wurde in der Nähe des Friedenswaldes im Zentrum des Geländes ein Gebetsraum eingerichtet, um den Gläubigen, die fünfmal täglich beten müssen, gerecht zu werden.

Auch das Angebot an Gebetsräumen an großen Flughäfen und in Großstädten erweiterte sich. So eröffnete beispielsweise der Flughafen Haneda in Tokio im Jahr 2014 einen Gebetsraum im Terminal 3, der für internationale Flüge genutzt wird. Laut Betreiber wurde dieser im Geschäftsjahr 2024 durchschnittlich von rund 2.000 Menschen pro Monat genutzt.

Auch an JR-Bahnhöfen in Tokio und Osaka wurden Gebetsräume eingerichtet, während lokale Regierungen und Unternehmen in Touristenzentren wie Kyoto und Nara Einrichtungen rund um Bahnhöfe bauten.

Aufgrund von Faktoren wie Platzmangel und geringer Nachfrage stehen jedoch in Bahnhöfen in Gebieten wie Shikoku und Kyushu im Westen und Südwesten Japans nur wenige Gebetsräume zur Verfügung.

Der emeritierter Professor der Waseda-Universität und Experte für japanische Muslime Hirofumi Tanada erklärte, dass Anzahl und Dauer der Gebete während einer Reise von Person zu Person stark variieren können. Er empfiehlt daher flexibel zu bleiben, auch wenn der Zugang zu sanitären Einrichtungen eingeschränkt ist.

Die Dozentin an der Rikkyo-Universität Akiko Komura sagte: Es ist wichtig, die in der Gemeinde lebenden Muslime einzubeziehen und gemeinsam barrierefreie Orte zu finden.. Dies soll als Chance gesehen werden die Lebensrealität von Muslimen im ganzen Land besser zu verstehen.

 

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Stichworte: Gebetsraum ، Japan ، muslime
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