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USA betreten verwirrt und benommen den Krieg

21:50 - February 05, 2026
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IQNA- Die USA würden in jeder potenziellen Konfrontation mit der Islamischen Republik Iran, entgegen dem Bild das sie von sich zu zeichnen versuchen, nicht auf dem Höhepunkt ihrer Macht, sondern in einem Moment tiefgreifender strategischer und wirtschaftlicher Erschöpfung in eine solche Auseinandersetzung gehen. Eine Wirtschaft, die von einer katastrophalen Verschuldung von über 38 Billionen Dollar erdrückt wird kann nur als ein Pferd beschrieben werden, das körperlich stark, aber innerlich verwundet ist. Dieses Pferd versucht trotz seiner Blutung in einen langwierigen, zermürbenden Wettlauf zu preschen, obwohl es nicht über die nötige Ausdauer dafür verfügt.

Von Hassan Derbas Al-Amiri, irakischer Autor und politischer Analyst

Die USA würden in jeder potenziellen Konfrontation mit der Islamischen Republik Iran, entgegen dem Bild das sie von sich zu zeichnen versuchen, nicht auf dem Höhepunkt ihrer Macht, sondern in einem Moment tiefgreifender strategischer und wirtschaftlicher Erschöpfung in eine solche Auseinandersetzung gehen. Eine Wirtschaft, die von einer katastrophalen Verschuldung von über 38 Billionen Dollar erdrückt wird kann nur als ein Pferd beschrieben werden, das körperlich stark, aber innerlich verwundet ist. Dieses Pferd versucht trotz seiner Blutung in einen langwierigen, zermürbenden Wettlauf zu preschen, obwohl es nicht über die nötige Ausdauer dafür verfügt.

 

Schwerwiegende Folgen eines US-Krieges gegen Iran

Die Gefahr liegt nicht im Kriegsausbruch selbst, sondern in dessen Natur und Konsequenzen. Jede direkte Konfrontation mit dem Iran, insbesondere wenn auch Israel involviert wäre, würde kein schneller Krieg sein! Es wäre ein langer, zäher und vielschichtiger Krieg.

Die Erfahrung der letzten Jahrzehnte bestätigt, dass die Beteiligung des israelischen Regimes an jedem regionalen Krieg automatisch zusätzlichen Druck auf das US-Budget bedeutet! Denn Washington wird zum Hauptfinanzierer: Es stellt Waffen bereit, leistet logistische Unterstützung, kommt für Schäden auf und trägt die Wiederaufbaukosten. So wird der Krieg nicht nur zu einer militärischen, sondern auch zu einer endlosen finanziellen Belastung für die US-Staatskasse.

Im Gegensatz dazu ist der Iran in dieser Art von Konflikt kein Neuling. Die Erfahrung des Iran ist keine theoretische Annahme, sondern dokumentierte Realität aus dem achtjährigen Krieg mit dem Regime von Saddam Hussein. Damals war die Islamische Republik neu gegründet, erlebte interne Konflikte nach dem Sturz von Mohammad Reza Shah Pahlavi, hielt dennoch stand und ihre strategischen Grundfesten blieben intakt.

Heute sammelte der Iran militärisches und sicherheitspolitisches Know-how, baute konventionelle und unkonventionelle Machtsysteme auf und verfügt über unbenannte Waffen, die für Washington und seine Verbündeten, sowohl in Bezug auf Abschreckung als auch auf Ausweitung der Eskalationsstufen, überraschend sein könnten.

Die Finanzmittel, die die arabischen Golfstaaten möglicherweise einbringen – so hoch sie auch sein mögen –, wären nicht ausreichend um in einem langen Krieg gegen eine Nation zu siegen, die an strategische Geduld gewöhnt ist! Eine Nation deren Militärgeschichte auf Ausdauer und nicht auf schnellem Sieg basiert, während die Gegenseite sich eher auf finanzielle Überlegenheit als auf langfristige Widerstandskraft verlässt.

 

Vertiefung der internen US-Krise

Die US-Krise beschränkt sich nicht auf außenpolitische Angelegenheiten! Sie vertieft sich auch im Inneren. Die USA erleben zunehmende soziale und politische Spannungen, die sich in umfangreichen Protesten und öffentlichen Bewegungen, einer tiefen sozialen Spaltung und einem Vertrauensverlust in die Institutionen zeigen. Jeder neue Auslandskrieg würde diese interne Unruhe nur weiter anheizen und die Heimatfront zu einer weiteren Belastung und einem weiteren Druckpunkt für die US-Politik machen, anstatt zu einer Quelle der Unterstützung.

Darüber hinaus gibt es einen Faktor, der in politischen Analysen oft übersehen wird, aber erhebliche finanzielle und strukturelle Konsequenzen hat: extreme Kältewellen und Schneestürme, die derzeit die USA heimsuchen.

Diese Naturkatastrophen schädigen direkt die Strom- und Energiesysteme sowie die Infrastruktur und erfordern Milliarden von Dollar für Reparatur und Wiederaufbau, während das US-Finanzministerium bereits unter einem wachsenden Defizit leidet. Eine solche Situation wirft eine Frage auf: Wie kann eine Wirtschaft die unter Schuldenlast, innerem Druck und strukturellen Schäden leidet einem langwierigen zermürbenden Auslandskrieg standhalten?

Wirtschaftlich betrachtet ist die Krise nicht mehr nur eine Frage von Zahlen. Die angehäuften Schuldenzinsen lähmen die US-Wirtschaft und zwingen Washington seine eigenen Krisen in die Welt zu exportieren. Die Welt spürte dies bereits deutlich durch den starken Anstieg der Preise für Gold und Silber, die eher Angst als Wohlstand anzeigen.

 

Geopolitisches Erdbeben des Dollars im Herzen der US-Hegemonie

Der gefährlichste Schock ist jedoch die wachsende Bedrohung für die Stellung des Dollars selbst und es wird von einer Abwertung des Dollars und Öffnung der Türen für Kryptowährungen als Alternative gesprochen. Dieser Wandel würde, sollte er eintreten, nicht nur wirtschaftliche Folgen haben, sondern ein geopolitisches Erdbeben sein das das Herz der US-Hegemonie treffen würde.

Politisch ist die Glaubwürdigkeit der USA auf ein beispielloses Maß gesunken, besonders nach der Politik rund um kollektive Sanktionen, Beschlagnahmung venezolanischen Öls und offensichtlicher Erpressung und Nötigung unabhängiger Länder, zusätzlich zur Verschärfung von Spannungen um sensible Themen wie Grönland und Kuba sowie der Eskalation des Konflikts mit China in wirtschaftlichen und technologischen Bereichen. All dies trug dazu bei das Bild des „globalen Führers“ zu zerstören und Washington zu einer ständigen Quelle globaler Unruhe zu machen.

Daher scheint der Eintritt in einen neuen Krieg in der Region, besonders zu diesem Zeitpunkt, nicht Stärke zu demonstrieren, sondern ein gefährliches strategisches Glücksspiel zu sein, das die Schwächen der USA eher offenlegen als beheben könnte.

Ein solcher Krieg, sollte er ausbrechen, würde nicht nur die Stärke des Iran testen, sondern auch zeigen wie viel die USA von einer Welt ertragen können, die nicht länger bereit ist die Kosten für deren Abenteuer zu tragen.

Hassan Derbas Al-Amiri ist ein irakischer Autor und Analyst dessen Arbeit hauptsächlich in der Analyse der politischen und sozialen Angelegenheiten des Irak und der Region des Mittleren Ostens bekannt ist. Er veröffentlichte zahlreiche Artikel auf Websites und Nachrichtenportalen wie Alhadath Center und Wasaq.org. Seine Werke konzentrieren sich normalerweise auf Themen wie politisches und soziales Bewusstsein im Irak, Rolle von Eliten und Akademikern in politischen Entwicklungen und Analyse kulturellen und sozialen Verhaltens in der arabischen und islamischen Gesellschaft.

 

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Stichworte: Der Iran ، usa ، Krieg ، Wirtschaft
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