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Botschaft des Vertreters von Großayatollah Sistani in Europa am Vorabend des Monats Ramadan

11:56 - February 17, 2026
Nachrichten-ID: 3014359
IQNA- Der Vertreter Großayatollah Sistani in Europa, Hojjat-ol-Islam wal-Muslemin Seyyed Morteza Kashmiri gratulierte den muslimischen Ländern am Vorabend des Beginns des Monats Ramadan zu dessen Eintritt und erklärte: Dieser großzügige Monat ist kein flüchtiger Gast, sondern Wiederholungschance und umfassender Reformplan, der nur durch einen guten Empfang – begleitet von Bewusstsein, Reue, Ordnung und Handeln – zum Erfolg führen kann.

IQNA: Kashmiri fügte hinzu: Wer mit einer solchen Haltung in den Monat Ramadan eintretet, verlässt ihn mit einem verwandelten Herzen, erhobener Seele und veränderten Prioritäten. (Quelle: Website des Imam-Ali-Instituts in London)

Mit Blick darauf wie man diesen gesegneten Monat empfangen solle, nannte er folgende Punkte:

Erstens: Ein erkenntnisbasierter und gläubiger Empfang des heiligen Monats Ramadan. Dies bedeutet den Monat und seinen Rang bei Gott dem Erhabenen zu verstehen und den Monat richtig zu erkennen den Gott für die Offenbarung seines ewigen Buches auserwählte. Wie im edlen Koran und den edlen Überlieferungen erwähnt wird: „Der Monat Ramadan in dem der Quran offenbart wurde als Rechtleitung für die Menschen und klare Beweise der Rechtleitung und Unterscheidung.“ (Sure 2, Vers 185). In den edlen Überlieferungen wird vom Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm) berichtet, dass er sagte: „Der Monat Gottes kam mit Segen, Barmherzigkeit und Vergebung zu euch.“ Der Monat Ramadan ist also der Monat Gottes! Seine Zuschreibung zu Gott, dem Erhabenen ist die größte Ehrung, die auf seine Besonderheit und Heiligkeit hinweist. Daher ist es überliefert, dass das Wort „Ramadan“ nicht ohne den Zusatz „Monat“ verwendet werden soll, da es als einer der Namen Gottes des Erhabenen gilt.

Zweitens: Vergegenwärtigung des Ziels des Fastens. Das Fasten wurde nicht nur für die körperliche Enthaltsamkeit verordnet, sondern für Verwirklichung der Gottesfurcht:  „Ihr, die ihr glaubt! Vorgeschrieben ist euch das Fasten so wie es denen vorgeschrieben war die vor euch waren, auf dass ihr gottesfürchtig werden möget.“ (Sure 2, Vers 183). Daher erfordert der gläubige Empfang dieses Monats, dass der Gläubige sich fragt: Was möchte ich in diesem Monat an mir ändern? Und welche Stufe der Gottesfurcht wünsche ich zu erreichen?

Drittens: Geistig-seelische Vorbereitung. Aufrichtige Reue sowie Reinigung und Läuterung des Herzens gehörten zu den wichtigsten Wegen den Monat Ramadan zu empfangen. Denn ein mit Sünden belastetes Herz kann die Lichter dieses Monats nicht nutzen. Von Imam Ali (Friede sei mit ihm) ist überliefert: „Wohl dem der seinen Gottesdienst und sein Bittgebet für Gott aufrichtig gestaltet.“ Daher geziemt es sich für den Gläubigen mit einem reinen Herzen, frei von jeglichem Groll, reuig über die Vergangenheit und entschlossen zur Besserung in den Monat Ramadan einzutreten.

Viertens: Psychische Vorbereitung und Ablegen negativer Gewohnheiten. Psychische Vorbereitung bedeutet Seele und Geist für die Annahme des Gehorsams bereit zu machen, Bindung an Materielles zu verringern, Beherrschen der Zunge zu üben, Beschäftigung mit nutzlosem zu reduzieren und das man vor dem Eintreffen des Monats Ramadan an Gedenken Gottes (Dhikr) und Bittgebete zu gewöhnen. Denn wer in den Monat Ramadan eintritt während er ein Gefangener seiner Gewohnheiten ist, verlässt ihn so wie er eintrat und wird das Beispiel jenes Ausspruchs sein: „Mancher Fastende hat von seinem Fasten nichts als Hunger und Durst und mancher Nachtbetende hat von seinem Gebet nichts als Schlaflosigkeit und Mühe.“

Fünftens: Praktischer und gottesdienstlicher Empfang. Dies verwirklicht sich durch Aufstellung eines ausgewogenen und maßvollen gottesdienstlichen Programms. Es ist vernünftig, dass der Gläubige mit einem klaren Plan in den Monat Ramadan geht, der die tägliche Rezitation des Korans – und sei es nur eine Seite mit Besinnung –, das Einhalten der Gebete zut vorgeschriebenen Zeit, Freihalten einer Zeit für Bittgebet und Zwiesprache, besonders mit Bittgebeten für die Familie des Propheten (Friede sei mit ihnen), sowie häufiges Bitten um Vergebung und Sprechen des Segenswunsches für Muhammad und der Familie Muhammads umfasst. Von Imam Dscha'far as-Sadiq (Friede sei mit ihm) wird überliefert: „Alles hat einen Frühling und der Frühling des Korans ist der Monat Ramadan.“

Sechstens: Vertrautheit mit dem edlen Koran. Der Monat Ramadan ist der Monat des Korans. Sein richtiger Empfang verwirkliche sich dadurch, dass man den Koran zum Mittelpunkt des täglichen Lebens macht – im Rezitieren, Verstehen und Handeln. Denn der Koran will nicht nur einen Rezitator, sondern einen koranischen Menschen, der die Werte die dieses Buch Gottes in sich trägt in seinem Wesen verkörpern; so wie Gott der Erhabene sagte: „Dies ist ein Buch das wir dir offenbarten damit du die Menschen mit der Erlaubnis ihres Herrn aus den Finsternissen ans Licht bringst, zum Weg des Erhabenen und Lobenswürdigen.:“ (Sure 14, Vers 1) Und auch: „Er ist es der unter den Schriftunkundigen einen Gesandten von ihnen erstehen ließ, der ihnen seine Zeichen verliest und sie läutert und sie das Buch und die Weisheit lehrt, obwohl sie sich zuvor in einem offenkundigen Irrtum befanden.“ (Sure 62, Vers 2)

 

Siebtens: Gesellschaftlicher und ethischer Empfang. Zu den Erscheinungsformen des Empfangs des Monats Ramadan gehörten Gutes tun gegenüber anderen, Pflege der Verwandtschaftsbande, Hilfe für Witwen und Waisen und Ausweitung des Kreises des Guten, um die Herzen bedürftiger Gläubiger zu erfreuen. Der Gesandte Gottes (Friede sei mit ihm) sagte: „Gebt euren Armen und Bedürftigen Almosen, ehrt eure Alten, seid barmherzig mit euren Kleinen, pflegt die Verwandtschaftsbande, bewahrt eure Zungen und senkt eure Blicke vor dem was zu sehen nicht erlaubt ist ... Ihr Menschen! Wer in diesem Monat einen fastenden Gläubigen zum Fastenbrechen bringt dem wird bei Gott der Lohn für die Freilassung eines Sklaven und Vergebung seiner vergangenen Sünden zuteil.“ Es wurde gesagt: „Gesandter Gottes! Nicht alle von uns haben die Möglichkeit dazu.“ Er antwortete: „Hütet euch vor dem Feuer und sei es mit einer halben Dattel; hütet euch vor dem Feuer und sei es mit einem Schluck Wasser!“

Achtens: Veredlung des Charakters und Kontrolle des Verhaltens. Wahrhaftiges Fasten ist das Fasten der Glieder und Sinne: Fasten der Zunge vor Verleumdung und Lüge, Fasten des Auges vor Verbotenem, Fasten des Herzens vor Neid und Hochmut. Und in einer Überlicferung heißt es: Wenn du fastest so sollen auch dein Ohr, Auge und Zunge fasten.

Daher sollten wir diese kostbare Gelegenheit nutzen um unser Bewusstsein für die edlen islamischen Werte zu vertiefen, die Kultur der Rechte und Pflichten zu stärken und unsere Ethik und unser Verhalten zu verbessern, damit wir wahrhaftig zu den Gottesfürchtigen gehören, die im Verborgenen und im Offenen Gott fürchten und mit den Menschen so umgehen wie Gott es gutheißt und womit er zufrieden ist und auf diese Weise das erhabene Ziel des Fastens verwirklichen: Auf dass ihr gottesfürchtig werden möget.

Gott! Der Monat Ramadan kam während du sein Fasten für uns verpflichtend machtest und in ihm den Koran offenbartest, als Rechtleitung für die Menschen und klare Beweise der Rechtleitung und Unterscheidung. Gott! Sende Segen auf Muhammad und die Familie Muhammads, hilf uns in diesem Monat zu fasten, nimm ihn von uns an, bewahre uns darin gesund und nimm ihn (den Monat) gesund von uns entgegen, in von dir gewährter Leichtigkeit und Wohlbefinden. Du hast Macht über alles, Barmherzigster der Barmherzigen!

 

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