
In der heutigen Welt ist Schweigen angesichts von Unrecht lediglich eine Brücke zu noch größerer Dreistigkeit der Unterdrückung. Und wenn die Geduld eines Volkes zu Ende geht manifestiert sich das Echo seiner Antwort nicht in diplomatischen Erklärungen, sondern im Donner von Raketen.
Iran ist – nach Netanjahus eigenen Worten – sein Albtraum und der Grund dafür ist, dass das Land Iran von Tag zu Tag mächtiger wird. Netanjahu als der dienstälteste Führer des Besatzungsregimes baute sein gesamtes politisches Leben auf den Grundlagen der „Bedrohung durch Iran“ und „nationalen Sicherheit“ auf.
Der Druck der öffentlichen Meinung im israelischen Regime die Kriege zu beenden und Ruhe zu schaffen steht im Widerspruch zu den Gefahren die Iran erzeugt. Netanjahu weiß, dass er – wenn es ihm nicht gelingt Iran zu bedrohen und zu kontrollieren – nicht nur seine Macht verlieren könnte, sondern auch als jemand erscheinen könnte der statt als „Retter der Geschichte“ nur unfähig und zusammengebrochen in Erinnerung bleibt.
Wenn wir von einer „existenziellen Bedrohung“ sprechen meinen wir etwas, das über einen gewöhnlichen militärischen Krieg hinausgeht. Dieser Begriff verweist auf eine Situation in der das physische Überleben und politische Identität eines Landes in Gefahr geraten. Für das zionistische Regime und insbesondere für Benjamin Netanjahu wird Iran genau so gesehen: nicht als Konkurrent in einem Machtspiel sondern als eine Kraft die die gesamten ideologischen und strategischen Grundlagen des Regimes infrage stellt.
In den vergangenen Jahrzehnten wurde das Besatzungsregime Israel auf Sicherheit aufgebaut – eine Sicherheit die durch technologische Fortschritte, Verteidigungsschirme (wie Iron Dome und David’s Sling) sowie durch verdeckte Bündnisse mit arabischen Mächten gewährleistet wurde. Doch der Iran zerstörte mit intelligenter Abschreckung, regionalem Einfluss und präziser Raketenfähigkeit diese Illusion.
Für Netanjahu und die rechtsgerichteten Strömungen des zionistischen Regimes ist die Islamische Republik Iran nicht einfach nur ein Staat! Sie ist vielmehr die Verkörperung eines „konkurrierenden ideologischen Systems“ das die Legitimität des vermeintlichen israelischen Regimes direkt angreift.
Legitimitätsherausforderung:
Der Diskurs der Islamischen Revolution Irans basiert auf der „Festigung Palästinas“ und der „Aufhebung Israels“. Dieser Diskurs hallt nicht nur innerhalb der besetzten Gebiete wider, sondern auch in den arabischen und muslimischen Gesellschaften der Welt.
Angst vor Säkularisierung der Region:
Netanjahu weiß, dass eine erfolgreiche Festigung des iranischen Einflusses in der Region auch die traditionellen Verbündeten Israels – etwa gemäßigte arabische Staaten – unter Druck setzen könnte und sie in Richtung der sogenannten Widerstandsachse treiben würde. Das würde für das israelische Regime Minderheitenstatus und Isolation bedeuten.
Eine der auffälligsten Techniken Netanjahus besteht darin eine „große äußere Bedrohung“ zu nutzen um interne Konflikte zu unterdrücken.
Erzwungener Konsens:
Die Iran-Krise ist ein mächtiges Instrument um rivalisierende israelische Fraktionen innerhalb des Kabinetts zu vereinen. Wann immer seine Popularität sinkt oder seine Koalitionen in Gefahr geraten konzentriert er sich sofort auf den „bevorstehenden Krieg mit Iran“ um jede oppositionelle Stimme mit dem Vorwurf der „Zusammenarbeit mit dem Feind“ zum Schweigen zu bringen.
Verzögerung struktureller Probleme:
Die vollständige Fokussierung auf Iran ermöglicht es der Regierung sich nicht mit tieferen Problemen zu befassen – etwa der Situation im Westjordanland, nationaler Versöhnung oder Justizreformen, die seine Machtbasis erschüttern könnten.
Der Premierminister des zionistischen Regimes Benjamin Netanjahu sieht Iran über eine gewöhnliche militärische Bedrohung hinaus und dieser machte ihn zu einem „ständigen Albtraum“ im Schlaf wie Wachzustand. Diese Sorge geht auf ein Interview mit CNN im März 2011 zurück in dem er Iran nicht nur für Israel, sondern auch für ganz Europa und die USA als nukleare und sicherheitspolitische Bedrohung bezeichnete.
Das zionistische Regime kennt niemals Freiheit von Angst! Es lebt mit einer dauerhaften existenziellen Sorge. Wird das zionistische Regime zusammen mit seinem Premierminister im gegenwärtigen Krieg durch die Islamische Republik Iran bestehen bleiben – oder verschwinden? Genau dieser Albtraum frisst Netanjahu innerlich auf.
Der Albtraum Iran lässt Netanjahu weder im Schlaf noch im Wachzustand los und trieb ihn zu wirren Aussagen. Es ist äußerst bedauerlich, dass sich die Welt an die wirren Reden des israelischen Regimes gewöhnte und sie als ihr Schicksal hinnimmt – jenes Israel, das ohne Krieg nicht weiterbestehen kann, weil es im Krieg geboren wurde und vom Krieg lebt.
Einer der wichtigsten Wege auf die Netanjahu setzt um den inneren Krisen zu entkommen besteht darin die Krise von der Innenpolitik in die Außenpolitik dieses Regimes zu verlagern.
Netanjahu fürchtet die wachsende Macht Irans in der Region und selbst die Beteiligung der USA an der Seite des zionistischen Regimes in einem Krieg gegen die Islamische Republik Iran verringerte diese Sorgen nicht. Der Premierminister des zionistischen Regimes steht unter zusätzlichem psychologischen Druck aufgrund der steigenden Popularität des islamischen Systems im Nahen Osten.
Aus Netanjahus Sicht besteht der beste Weg Iran entgegenzutreten darin harte Sanktionen gegen Teheran zu verhängen und eine strenge Haltung der internationalen Gemeinschaft einzunehmen. Außerdem müsse die Welt mehr Anstrengungen unternehmen um das Raketenabwehrsystem des Besatzungsregimes zu stärken.
Im Gegensatz zur Regierung Biden die wiederholt Angriffe Israels auf Rafah, Hisbollah und Islamische Republik verhinderte und versuchte Netanjahu zu bremsen agierte Israel seit dem Wahlsieg Trumps – und sogar noch vor seiner offiziellen Rückkehr ins Weiße Haus – mit größerer Handlungsfreiheit gegen die Islamische Republik. Ein Beispiel dafür ist der Angriff im vergangenen November auf mindestens 20 sensible Ziele in Iran, während die Regierung Biden einige Monate zuvor lediglich einen Angriff auf eine einzige S-300-Anlage in Isfahan erlaubt hatte.
Während seiner Amtszeit ordnete Netanjahu die Tötung mehrerer Verteidigungsminister, Kommandeure der Revolutionsgarden sowie eines iranischen Nuklearwissenschaftlers an. Die jüngste davon ist die Tötung des hochverehrten Oberhaupts der islamischen Welt „Seiner Eminenz Ayatollah Imam Chamenei“. Darüber hinaus werden auch Tötungen mehrerer Hamas- und Hisbollah-Kommandeure sowie anderer Widerstandsgruppen Operationen des zionistischen Regimes und direkten Anweisungen Netanjahus zugeschrieben. Wie andere zionistische Führer beging er zahlreiche Verbrechen und kennt zugleich den festen Willen seiner Gegner zur harten Vergeltung. Daher hat er allen Grund um sein beschämendes Leben zu fürchten und dieser Albtraum wird ihn stets begleiten.
Der Zwölftagekrieg legte nicht nur das Ausmaß der Entwicklung und Fortschritts der iranischen Raketenfähigkeiten offen, sondern zeigte auch die Grenzen der derzeitigen Verteidigungssysteme des israelischen Regimes auf.
Ein weiterer Albtraum des Premierministers des zionistischen Regimes besteht darin, dass die Islamische Republik Iran in den letzten Monaten ihre Raketenproduktionslinien wieder aufbaute und neu organisierte, während Israel und die USA weiterhin mit einem Mangel an Abfangmunition und langen Produktionszeiten konfrontiert sind.
Der Mangel an Abfangraketen des THAAD-Systems ist ein ernstes Problem mit dem die USA und das israelische Regime im neuen Krieg gegen die Islamische Republik Iran konfrontiert sind. Im vorherigen Konflikt spielten US-Kräfte eine große Rolle beim Abfangen von Raketen und feuerten etwa 200 bis 250 THAAD-Raketen ab, um einen Teil der rund 500 von Iran abgefeuerten Raketen zu zerstören.
Jede dieser Raketen kostet etwa 12,7 Millionen Dollar. Ihr Einsatz führte dazu, dass die USA nahezu ein Viertel ihres eigenen Bestands an Abfangraketen verbrauchten.
Ein weiterer Albtraum dieses Regimes besteht darin, dass Iran mit der Rakete „Khorramshahr-4“ ein bislang beispielloses Niveau seiner militärischen Fähigkeiten offenbarte. Dies gab Iran die Möglichkeit zu erklären, dass es auf jeden Angriff reagieren kann und über Fähigkeiten zur Vergeltung sowie zu überraschenden Enthüllungen neuer Waffen verfügt.
Iran verfügt außerdem über Raketen mit denen es US-Stützpunkte in den Golfstaaten oder sogar die Straße von Hormus treffen kann.
Der Premierminister des zionistischen Regimes erklärte in seiner Rede im vergangenen Jahr vor dem US-Kongress – ohne die Verbrechen israelischer Soldaten und weitreichende Zerstörung des Gazastreifens zu erwähnen: Wenn wir gegen Hamas, Hisbollah und die Huthis kämpfen, kämpfen wir gegen Iran. Wenn Israel fällt wird USA das nächste Land sein. Unser Krieg ist euer Krieg, unsere Feinde sind eure Feinde und unser Sieg ist ein Sieg für die USA.
Benjamin Netanjahu erklärte vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen Iran stehe kurz vor der Herstellung einer Atombombe und müsse gestoppt werden bevor es zu spät sei. Er sagte Iran werde sie bis zum Ende des Jahres besitzen. Dabei benutzte er eine Karikatur einer Bombe auf der bestimmte Punkte markiert waren.
In dieser Rede erwähnte Netanjahu 17 mal den Namen Iran was zeigt, dass Iran zu seinem Albtraum wurde und er fürchtet, dass das zionistische Regime durch die Anstrengungen Irans für immer von der Weltkarte verschwinden könnte.
Ein leitender NATO-Experte für militärische Angelegenheiten sagt über eine militärische Konfrontation zwischen Iran und Israel: Aus Sicht des militärischen Gleichgewichts haben die Israelis in einem kurzen, schnellen Einsatz zunächst die Oberhand. Doch wenn der Konflikt zu einem langfristigen Abnutzungskrieg wird kann Israel den Krieg allein nicht fortführen … Viele Mythen und scheinbar Unmögliches wurden widerlegt – etwa dass Iran US-israelische Stützpunkte angreifen kann … Der größte Albtraum für die Israelis sind Irans ballistische Mittelstreckenraketen mit Feststoffantrieb und hoher Manövrierfähigkeit, wie die Kheibar-Schekan.
Ende des Fluchtspiels:
Warum wird jede weitere provokative Handlung Netanjahus wahrscheinlich sein letztes Spiel sein?
Die aufeinanderfolgenden Maßnahmen des israelischen Regimes führten letztlich zu einer direkten Vergeltungsoperation Irans. Dies ist ein Wendepunkt: Iran erklärte dass die Zeit des „unangenehmen, aber akzeptablen Zustands“ vorbei ist und jede Aggression eine direkte Antwort erhalten wird.
Die strategische Bedrohung ergibt sich aus der Doktrin der „harten Vergeltung“. Wenn Netanjahu sich in seinen Berechnungen irrt und eine Handlung begeht die Iran zu einer noch schwereren Antwort zwingt, werden alle Verteidigungsschirme und internationalen Unterstützungen Israels infrage gestellt.
Die provokativen Handlungen Netanjahus vergifteten zudem das diplomatische Umfeld – etwa Normalisierungsabkommen – stark. Gemäßigte arabische Staaten gehen aus Angst zum Schauplatz eines Stellvertreterkrieges zu werden vorsichtig auf Distanz, was die strategische Isolation Israels verschärft.
Letztlich führte Netanjahus Versuch dem Albtraum Iran zu entkommen ihn zu Operationen, die wahrscheinlich seine größte Angst bestätigen werden. Wenn Iran antwortet wird die „existenzielle Bedrohung“ tatsächlich zu einer militärischen Realität.
Sollte Netanjahu auf eine iranische Antwort militärisch reagieren und seine absolute Überlegenheit nicht beweisen können wird das Bild des „starken Führers“ zerbrechen und er wird nicht nur aus dem Kabinett, sondern auch aus der politischen Geschichte Israels verschwinden.
Endgültige Schlussfolgerung der Analyse:
Benjamin Netanjahu geriet in die Falle seiner eigenen Strategie. Er kann Iran nicht ignorieren, doch jede Maßnahme zu dessen Kontrolle erhöht das Risiko genau jener existenziellen Bedrohung. Seine schlaflosen Nächte rühren von der tiefen Erkenntnis her, dass der größte Feind des israelischen Regimes nicht die iranischen Raketen sind, sondern der fehlerhafte Kreislauf seiner eigenen Politik gegenüber Iran.
Analysen zeigen, dass die militärische Abschreckungskraft Irans – insbesondere im Raketenbereich – sowie die Festigung seines regionalen Einflusses Grenzen setzten, die über die militärischen und politischen Fähigkeiten des zionistischen Regimes hinausgehen.
Netanjahu versucht mit übertriebenen Behauptungen und Erzeugung von Angst vor dem „Sturz des Regimes“ seine Position zu sichern. Doch Belege und Aussagen zionistischer Experten zeigen, dass dieses Regime nicht durch Iran, sondern durch seine eigenen autoritären und selbstzerstörerischen Politiken in Richtung Zusammenbruch getrieben wird. Iran ist für Netanjahu nicht mehr nur eine Bedrohung, sondern das Symbol für das Ende einer Epoche und Beginn eines endlosen Albtraums. Ein nuklearer Iran würde die absolute Sicherheit des vermeintlichen israelischen Regimes beenden.
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