
Aus der Feder vom Analyst und Experte für politische und militärische Angelegenheiten aus Palästina Ahmad Abdel Rahman
Die Islamische Republik Iran schaffte es im Rahmen der Operation „Wahrhaftiges Versprechen 4“ in den meisten Bereichen die Initiative und die überlegene Hand erneut zu erlangen, von der defensiven Phase in die offensive Phase überzugehen und ihre Feinde in eine Lage der Bedrängnis mit begrenzten Optionen zu versetzen.
Man kann die Wirkung oder Effektivität der verräterischen US-zionistischen Aggression, die die Islamische Republik Iran am Morgen des 28. Februar 2026 ins Visier nahm nicht unterschätzen und ebenso wenig kann man das Ausmaß der Verluste leugnen oder verbergen, die Iran an jenem blutigen Morgen erlitt deren wichtigste das Martyrium des Oberhaupts der edlen Revolution und Steuermanns des Schiffes der islamischen Gemeinschaft (Umma) und des iranischen Systems über mehr als viereinhalb Jahrzehnte war.
Man kann glauben – und vielleicht sogar behaupten –, dass das Hauptziel dieses angreifenden Krieges gegen Iran der Sturz des Systems der Islamischen Republik, vollständige Übernahme der Macht und die Umwandlung dieser teuren und mächtigen Republik in ein System ist das dem Willen der USA und Israels gehorsam und unterwürfig ist; genau so wie es bei den meisten Regimen in der Region der Fall war, deren vollständige Ausrichtung auf die Achse des Bösen durch einen ungerechten Krieg offengelegt wurde und die sich sogar in einen Pufferraum zur Verteidigung des rebellischen zionistischen Regimes verwandelte – eines Regimes, das in den vergangenen zwei Jahren zusammen mit den gegenwärtigen und vorherigen US-Regierungen darauf aus war eine regionale Allianz zu schaffen, um sich gegen Angriffe zu verteidigen, die insbesondere aus dem Osten kommen, so wie es ständig bestrebt war Angriffen zu begegnen, die aus dem Jemen und dem Libanon kommen.
Zusätzlich zu dem Ziel des Systemwechsels in der Islamischen Republik, die seit dem Sieg der edlen Revolution zum hartnäckigsten Feind Israels, der USA und des übrigen Lagers der Achse des Bösen wurde und nahezu zum einzigen Unterstützer der Widerstands- und Oppositionskräfte in der Region wurde, gehört auch der Wunsch der USA unter der Präsidentschaft des „Maklers“ Donald Trump die Reichtümer Irans zu kontrollieren – darunter Öl, Gas und andere Ressourcen – zu den weiteren Zielen dieses Krieges, genauso wie Trump es mit Venezuela tat und es in anderen Regionen der Welt zu tun sucht. Hinzu kommt das Bestreben eine neue geopolitische Karte der Region zu zeichnen in der der „hebräische Staat“ der einzige Herrscher der Region wird und alle Menschen gegen ihren Willen gezwungen werden sich dem israelischen Schein-Regime zu unterwerfen dessen Errichtung und Festigung seit mehr als siebenundsiebzig Jahren angestrebt wird.
Angesichts der wahnsinnigen Kampagne die gegen Iran begonnen wurde und die anscheinend bereits seit mehreren Jahren aus nachrichtendienstlicher und operativer Sicht vorbereitet worden ist – sowie angesichts der Fortsetzung der 12-tägigen Aggression und der Attentate und Sabotageakte, die seit dem Sieg der edlen Revolution nicht aufhörten –, steht die Islamische Republik Iran wie ein einzelner Mann ohne viele Verbündete dem Sturm gegenüber. Und dies geschieht vor dem Hintergrund zahlreicher Probleme und Krisen auf verschiedenen Ebenen an deren Spitze die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage infolge der Blockade und Sanktionen steht, sowie zusätzlich zu den „gelenkten inneren Protesten“, die sich in weitreichende Sabotageaktionen verwandelten, die – wenn es nicht die Standhaftigkeit der Islamischen Republik und das Zusammenströmen der Massen zur Unterstützung des islamischen Systems gegeben hätte – das Land in einen verheerenden Bürgerkrieg gestürzt hätten. Zumal die Wette der geschworenen Feinde der Islamischen Republik sie dazu veranlasste die Proteste mit allen benötigten propagandistischen Mitteln zu unterstützen, Millionen von Dollar auszugeben, zusätzlich zu scharfen Waffen, die in vielen Regionen Irans eingesetzt wurden um Sicherheitskräfte und Polizei zu Märtyrern zu machen und sogar gewöhnliche Bürger zu töten, um das Feuer der Zwietracht und inneren Auseinandersetzungen anzufachen.
Angesichts all dessen aktivierte Iran mit all seinen Organisationen und Institutionen Pläne, die im Voraus vorbereitet worden waren. Diese Pläne basierten auf einer außergewöhnlichen taktischen Flexibilität, die in der Lage war auf verschiedene Situationen zu reagieren – selbst auf Situationen in denen das Land sein erstes Oberhaupt und eine große Anzahl seiner militärischen und sicherheitspolitischen Kommandeure verliert, zusätzlich zur Zielerfassung seiner Regierungszentren, die die Umsetzung der verschiedenen Politiken des Landes überwachen und einen großen Teil der Stabilität bereitstellen, die jede Nation und jedes Land benötigt.
Nicht nur das: Die Islamische Republik Iran schaffte es die Initiative und überlegene Hand in den meisten Bereichen wiederzuerlangen und von der Verteidigungsphase zur Angriffsphase überzugehen und ihre Feinde in eine Lage der Bedrängnis mit begrenzten Optionen zu versetzen – Optionen von denen einige wie Selbstmord erscheinen mögen, wie etwa die Zuflucht zu spiel-verändernden Waffen wie Atomwaffen; andere wiederum würden wenn auf sie zurückgegriffen würde als beispiellose Kapitulation gelten und – sollte dies geschehen – eine vernichtende Niederlage für die Achse des Bösen im Angesicht der Stärke und Standhaftigkeit der edlen Islamischen Republik darstellen, die heute in vorderster Front der globalen Mächte steht, die den Kräften der Hegemonie und des Kolonialismus entgegentreten.
Auf politischer Ebene gewann die USA zunächst viele Länder der Welt für ihre harte Haltung gegenüber Iran, wobei sie Taktiken der Einschüchterung, Unterdrückung und Tötung von Demonstranten einsetzte, zusätzlich zu der üblichen Erzählung über die Gefahr des iranischen Atomprogramms für die Region und die Welt, zusammen mit dem Programm der ballistischen Raketen, das – wie der Verlauf des Krieges zeigte – als die Hauptbedrohung für das kriminelle zionistische Regime und die US-Geheimdienst- und Militärbasen in der Region angesehen werden kann; all dies wurde genutzt um internationale Legitimität für ihre Aggression gegen Iran zu erlangen – eine Legitimität, die von allen Ländern der Achse des Bösen verliehen wurde, zusätzlich zu wichtigen Regionalstaaten bei denen sich in den vergangenen zwei Wochen zeigte, dass sie Abschussplattformen für US-Raketen und modernste Flugzeuge sind und dass die Hangars und Startbahnen der Kriegsflugzeuge des Feindes in ihnen größer sind als ihre übrigen zivilen Einrichtungen und dass ihre Haushaltsüberschüsse dafür eingesetzt werden die großen Verluste der USA und sogar des israelischen Regimes in der aktuellen Konfrontation auszugleichen.
Nach Beginn des Krieges kehrte sich das politische Gleichgewicht um und Iran konnte mit unvergleichlicher Intelligenz und Klugheit die Position der USA und Israels in allen Bereichen entlarven und sogar viele Länder der Welt und der Region dazu bringen ihre zuvor zugunsten der Gegenseite eingenommene Position zu ändern. Dies zeigte sich in den Haltungen von Ländern wie China, Russland, Türkei, Indien und anderen sowie bei der Mehrheit der Länder der Region die erkannten, dass der Plan der USA und Israels darauf abzielt die gesamte Region zu kontrollieren und ihre Reichtümer zu plündern – ein Plan, der sie direkt bedroht und sich später auch auf sie ausweiten kann.
Auf militärischer Ebene wiederum beobachten wir eine deutliche Schieflage zugunsten der mit der edlen Islamischen Revolution verfeindeten Achse, die über Fähigkeiten und Ressourcen verfügt die von nahezu keinem anderen Land der Welt erreicht werden, insbesondere hinsichtlich Luftwaffe, Kriegsschiffe und eines riesigen, auf Satelliten und technologische Instrumente gestützten Nachrichtensystems, zusätzlich zu menschlichen Quellen und Vorausinformationen. Die edle Islamische Republik jedoch konnte mit ihren eigenen Fähigkeiten und inländischer Produktionskraft die Kontrolle über die heftige Schlacht erneut übernehmen und trotz des Umfangs an Einsatz und Opfern deren Verlauf zu ihren Gunsten wenden. Dies war etwas das für ihre Feinde und sogar für viele ihrer Unterstützer und Bewunderer überraschend war, denn der Führungswechsel, das Ungleichgewicht der Fähigkeiten sowie die verräterische und plötzliche Operation, die Herz und Hirn des Systems der Islamischen Republik ins Visier nahm ließen viele an die Möglichkeit des Zusammenbruchs des Staates und Zerstörung der Regierungsinstitutionen glauben – ja sogar daran, dass dies in den ersten wenigen Tagen eintreten würde, wie es sich der „Irre im Weißen Haus“ zusammen mit dem Kriegsverbrecher und international gesuchten Mann, der sich in Tel Aviv versteckte, gewünscht hatte.
Dennoch führte die qualitative militärische Antwort Irans, die sich in dieser Schlacht ausweitete und alle US-Stützpunkte in der Region – an ihrer Spitze die zentrale Basis namens [Israel] – erreichte, zusätzlich zur Zielerfassung aller Sicherheits- und Geheimdienstzentren und Spionagenester, von denen angenommen wurde sie seien dem Blickfeld der iranischen Nachrichtendienste entzogen, insbesondere weil sie sich in Wohngebäuden und Türmen in vielen Ländern der Region befanden und falsche, irreführende Adressen trugen, so weit dass gewaltige US-Seestreitkräfte, die als der lange Arm der USA gelten und nahezu ihre absolute Kontrolle über alle Wasserstraßen der Welt gewährleisten und mittels derer sie alle ihre Feinde und Gegner bedrohen ins Visier genommen wurden – was die USA zu einem Rückzug und Flucht zwingt und sie im besten Fall Hunderte von Kilometern von den iranischen Grenzen zurückweichen lässt.
Aus wirtschaftlicher Sicht ist es dem mächtigen Iran gelungen trotz der seit mehr als siebenundvierzig Jahren gegen ihn verhängten Sanktionen und trotz der umfangreichen Angriffe von denen einige seine natürlichen Ressourcen, Häfen und sogar viele seiner lebenswichtigen Produktionsfabriken zum Ziel hatten diese Bedrängnis zu überwinden und den Prozess der Zerstörung und Austrocknung seiner Ressourcen zu neutralisieren. Darüber hinaus schaffte die Islamische Republik es im Rahmen derselben Aggression ihre Ölproduktion über das Niveau der Vorkriegszeit zu steigern und trotz der Feinde große Mengen davon zu exportieren.
Parallel dazu gelang es Iran die Kriegskosten für die Gegenseite zu erhöhen. Mit außergewöhnlicher Intelligenz kontrolliert es nun mehr als ein Viertel der weltweiten Öl- und Gasexporte und brachte viele Länder dazu darum zu flehen, dass ihre Öltanker die lebenswichtige und strategische Straße von Hormus passieren dürfen – eine Meerenge, durch die seit Beginn des Krieges trotz der Drohungen Trumps sie mit Gewalt zu öffnen, kein einziger Tanker ohne die Erlaubnis der Revolutionsgarde der Islamischen Republik Iran passieren konnte.
Auf Ebene der Binnenwirtschaft schaffte Iran es alle Bedürfnisse seines Volkes nach Lebensmitteln und Medikamenten zu decken. Laut Berichten ausländischer Medien ist bislang kein Mangel auf den Märkten verzeichnet worden und es gibt keinerlei Anzeichen eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs wie es sich die Feinde erhofften. Dies wirkte sich positiv auf die breite Masse der iranischen Bevölkerung aus, deren Vertrauen in das islamische System und ihre Regierung – die aktiv daran arbeitet ihre Bedürfnisse zu erfüllen und ihnen alles zur Verfügung zu stellen, was sie in dieser schwierigen und sensiblen Zeit benötigen – gestärkt wurde.
Auch auf der wichtigen medialen Ebene war ein qualitativer und entscheidender Wandel zu beobachten, denn die iranische Darstellung der laufenden Aggression und Recht Irans, darauf zu antworten übertraf die US-israelische Erzählung weit, die trotz der Verfügbarkeit der meisten Medienimperien der Welt und Unterstützung durch große Fernsehkanäle – sogar solche die auf Arabisch senden – in beispielloser Weise an Glaubwürdigkeit eingebüßte. Dies führte dazu, dass viele der berühmtesten Medienfiguren der Welt, zusätzlich zu Millionen Menschen in den sozialen Medien, US-Präsidenten Trump und seinen „narzisstischen“ Verbündeten in „Tel Aviv“ als Lügner bezeichneten und die meisten ihrer Aussagen – zusammen mit den Verlautbarungen ihrer militärischen und politischen Sprecher – selbst in ihren eigenen Medien zu einem großen Skandal wurden und sogar zu einer reichhaltigen Quelle des Spottes und Verspottung wurden.
Im Gegenzug gewannen iranische Sprecher, insbesondere nach vielen Ereignissen, die die Richtigkeit ihrer Berichte sowie deren hohen Grad an Glaubwürdigkeit und Transparenz offenbarten – wodurch sie ihre eigenen Verluste klar benennen –, ein hohes Maß an Vertrauen, während die Gegenseite Verschleierung betreibt und sich hinter ihre widersprüchlichen Erzählungen zurückzieht, die zumeist nicht einmal die geringsten professionellen und neutralen Standards erfüllen.
Auf den anderen Fronten ergriff Iran die Initiative erneut, etwa durch die Kontrolle der „inneren Proteste“, die zu einem Instrument in der Hand der Regimefeinde zur Stürzung des Systems wurden. Die „kleinen Protestmärsche“, die aufgebauscht und übertrieben dargestellt wurden, verwandelten sich in Millionenmärsche zugunsten der edlen Revolution, zugunsten der Option der Konfrontation mit Aggression und zugunsten des neuen Oberhaupts – eines Oberhaupts, dessen Vater von einem Aggressor ermordet wurde, der die Verbindung zwischen religiöser und politischer Institution und Volk zerstören wollte, die jedoch im Gegenteil kohärenter und geeinter wurde und alle Illusionen der Feinde der Revolution im In- und Ausland auf ihrem Weg zunichte machten.
Die Wiedererlangung der Initiative beschränkte sich nicht nur auf die Islamische Republik Iran, sondern erstreckte sich auch auf andere Widerstandsfronten, insbesondere im Libanon und im Irak. Einige hatten angenommen, dass sich diese Fronten zurückzogen, um ihre Wunden zu heilen und ihre Reihen nach den Niederlagen, die sie erlitten – insbesondere dem, was der Hisbollah im Libanon widerfahren war – neu zu ordnen. Doch diese teure und mächtige Partei kehrte – wie auch die islamischen Widerstandsgruppen im Irak – mit einer Stärke zurück die niemand erwartete, insbesondere nicht der israelische Feind, der irrtümlicherweise glaubte den größten Schlag in der Geschichte der Partei gegen sie geführt zu haben, während Netanjahu im Zerfall begriffen war. Darüber hinaus überraschte diese Partei auch ihre eigenen Anhänger und Bewunderer, die in gewissem Maße in Pessimismus verfallen waren – insbesondere angesichts der aufeinanderfolgenden israelischen Angriffe ohne Gegenreaktion im Verlauf des vergangenen Jahres was den Eindruck erweckte, dass die Hisbollah ihre Stärke verloren habe und nicht mehr wolle oder könne dem zionistischen Feind erneut entgegentreten.
Doch das, was sich seit dem Eintritt der Hisbollah in die Schlacht gegen den kriminellen Feind ereignete und die herausragenden Erfolge die erzielt wurden stellten das Bild auf den Kopf und die gesamte frühere Erzählung des israelischen Regimes, die von den Feinden der Partei und des Widerstands innerhalb und außerhalb des Libanon übernommen worden war, stürzte zusammen.
So oder so scheint nach Ablauf eines Monats seit Beginn der Operation „Wahrhaftiges Versprechen 4“ Irans zur Vergeltung für die Verbrechen der Feinde und nachdem sich die Hisbollah im Libanon ihr anschloss jede Option möglich und die nächste Phase wirkt äußerst sensibel und komplex; die Region – und vielleicht die Welt – scheint bereit für bedeutende geopolitische und sicherheitspolitische Ereignisse, die in einigen ihrer Folgen zur Entstehung internationaler Krisen und globaler Entwicklungen führen können.
Dennoch bleibt die einzige Konstante in allem was geschieht die Tatsache, dass die Feinde der Nation den schwierigsten Weg wählten um ihr Ziel zu erreichen und einen mit zahlreichen Gefahren gespickten Weg einschlugen; sie sind der Täuschung durch übermäßige Macht erlegen und in Selbstüberschätzung verfallen. Es scheint jedoch, dass ihre Berechnungen auf dem Schlachtfeld nicht mit den Berechnungen der Kräfte des Widerstands und derjenigen, die die Konfrontation suchen, übereinstimmen – Kräfte, die niemals ein Papiertiger oder eine Illusion waren, die sich bei der ersten Bewährungsprobe in Luft auflöst, sondern vielmehr ein integriertes Gefüge aus Willen und Entschlossenheit, aus Standhaftigkeit auf Prinzipien und – vor all dem – aus tiefem Glauben an die Rechtmäßigkeit ihrer Sache und Legitimität ihrer Ziele; Ziele, die niemals so nah an der Verwirklichung waren wie zu dieser Zeit.
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