IQNA

22:54 - October 12, 2018
Nachrichten-ID: 3000235
Riad (IRNA/Mehr/Khabar) - Internetaktivisten und soziale Medien haben das Schweigen des saudischen Außenministers im Fall des entführten und möglicherweise ermordeten Journalisten und Regimegegners Jamal Khashoggi unter die Lupe genommen.

Normalerweise ist der saudische Außenminister Adel al-Dschubeir stets der Erste, der Kommentare abgibt und Pressemitteilungen veröffentlicht, sobald sein Land Spannungen in der Region wie auch weltweit auslöst.

Nun aber, wo Riad durch die Entführung eines bekannten Journalisten in ernsthafte diplomatische Spannungen geraten ist, bleibt er still.

Gemäß den internationalen politischen Protokollen ist das Außenministerium eines jeden Landes für Ereignisse und Vorfälle verantwortlich, die für dessen Botschaften und Konsulate in anderen Staaten geschehen.

Im Fall des verschwundenen und eventuell ermordeten Journalisten haben jedoch allein Kronprinz Mohammed bin Salman und dessen Bruder, Khalid bin Salman, der saudische Botschafter in Washington, Äußerungen abgegeben.

Nachdem sich nun der diplomatische Druck auf Riad erhöht hat, traf ein Ermittlungsteam der Saudis in der Türkei ein. Einem Bericht des staatlichen türkischen Fernsehens zufolge, habe Ankara Riad eine Frist bis Sonntag eingeräumt, um zur Klärung des Schicksals Khashoggis beizutragen. Ansonsten müsste Riad gemäß der Wiener Konvention aus dem Jahre 1961 türkischen Staatsanwälten Rede und Antwort stehen.

Washington Post schrieb in diesem Zusammenhang, es existieren Ton- und Videoaufnahmen, die belegen sollen, dass Khashoggi vor eineinhalb Wochen im saudischen Konsulat ermordet wurde. Zitiert wird eine anonyme Quelle, die Kenntnis von den Aufnahmen haben will.

Der Person zufolge belegen die Bänder, dass der Journalist und Regimekritiker erst verhört, dann gefoltert und schließlich getötet wurde. Dies sei im saudischen Konsulatsgebäude in Istanbul geschehen.

Zwar seien die Dokumente laut Washington Post noch nicht veröffentlicht worden, man konnte jedoch die Stimme Khashoggis auf dem Band hören, wie auch die weiterer Männer, die auf arabisch miteinander sprachen.

Das Blatt, für das Khashoggi in der Vergangenheit selbst schrieb, beruft sich dabei auf Informationen von türkischen und amerikanischen Offiziellen.

Khashoggi hatte am 2. Oktober das saudische Konsulat in Istanbul betreten, um Papiere für die Hochzeit mit seiner türkischen Verlobten abzuholen. Seitdem wird er vermisst. Manche Medien berichten vom Fund seiner Leiche in einer Gegend in Istanbul. Der Leichnam habe Folterspuren aufgewiesen.

 

http://parstoday.com/de/news/world-i43993-saudischer_au%C3%9Fenminister_schweigt_zum_fall_khashoggi

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