IQNA

11:39 - January 21, 2020
Nachrichten-ID: 3002150
Märtyrer Sulaimani ist für das imperialistische Verbrechersystem viel gefährlicher als General Sulaimini. Diese Parole stand handgeschrieben auf vielen Plakaten, die während der Millionenumzüge im Iran in Gedenken an den durch die USA ermordeten General Qasim Sulaimani durchgeführt worden sind. Doch ist die Aussage auch sachlich nachvollziehbar?

Ein Beitrag von Yavuz Özoguz

Der lebendige General Sulaimani war ein Militärkommandant, dem es gelungen war, die von westlichen Geheimdiensten erschaffenen und bis heute unterstützten ISIS-Terroristen im Irak und Syrien zu besiegen, unzählige von den Terroristen besetzte und terrorisierte Dörfer – auch viele Christen – zu befreien und im Jemen den Widerstand gegen den Saudi-Terror zu stärken. Er hatte den Widerstand im Libanon so weit entwickelt, dass Israel es sich nicht mehr wagen wird, das Land wieder zu überfallen. Seine Kontakte zu den Kurden und andere Minderheiten in der Region haben sämtliche Separatismus-Bestrebungen des imperialistischen Kapitalismus massiv gestört. Die militärischen Leistungen des Generals wurden im Westen zwar aus rein politischen Gründen als Terrorismus eingestuft, weil alles als Terrorismus gilt, was sich den Expansionsinteressen des Raubtierkapitalismus entgegenstellt, aber in der Region seines Wirkens war er ein Held. Er war ein Held weit über ethnische und konfessionelle Grenzen hinweg. Selbst viele Christen haben ihn verehrt, was man an den Messen erkennen kann, die dem Verstorbenen zu ehren in Kirchen gehalten worden sind [1]. Die Liebe aller Völker der Region für diesen General könnte Bücher füllen, aber es war eine regional begrenzte Liebe. Die militärischen Erfolge des Generals könnten Vorlesungen an Militärakademien bereichern, aber es waren regional begrenzte Erfolge.



Nach seiner Ermordung wurde er noch am Tag darauf durch einen neuen Kommandeur ersetzt, der sicherlich schon bald genau so von sich reden machen lassen wird, wie sein Vorgänger. Diese Erfahrung hat der Westen bereits nach der Ermordung des ehemaligen Hizbollah-Führers Saydi Abbas Musawi [2] gemacht. Und als Imam Chomeini dahingeschieden ist, hat sich die damalige Hoffnung der Westlichen Welt, der Nachfolger würde schwächer sein, auch nicht bewahrheitet.

Doch Neben dem neuen Kommandanten der Quds-Brigaden namens Ismail Qani [3] lebt jetzt auch noch Märtyrer Qasim Sulaimini. Der Märtyrer ist nicht durch Raum und Zeit begrenzt und wirkt in Regionen und Bereichen, mit denen er zuvor kaum zu tun hatte.

 

Südamerika

Vor dem Martyrium Qasin Sulaiminis war er in Südamerika vergleichsweise unbekannt. Doch plötzlich wurde nicht nur in Venezuela seiner gedacht. Auch in vielen anderen Staaten der Region war Märtyrer Sulaimani ein Held des Widerstandes gegen das kapitalistische Imperium. Schon bald nach der Ermordung kursierte eine Fotomontage mit folgenden Personen: Hugo Chavez, Simon Bolivar, General Soleimani, Che Guevara und Fidel Castro. Über dem Bild steht in Spanisch: Es ändern sich die Gesichter, die Zeiten und die Länder, aber das Ziel bleibt das selbe. [4]

 

Irak

Obwohl die islamische Republik Iran seit vielen Jahren der einzige ehrliche Unterstützer des Irak war, ist und Milliarden an Hilfsgeldern in das von vielen Kriegen und der US-Besatzung geschundene Land geschickt hat, war ein Teil des Landes immer noch sehr dem Westen zugeneigt. Ein schwaches Parlament, eine unter der unaufhörlichen Besatzung durch die USA leidende Geistlichkeit und ein unter einer teils katastrophalen Infrastruktur leidende Bevölkerung waren die Garanten dafür, dass die USA ihre größte Botschaft in der Welt mitten in das Herz Bagdads bauen konnte. Doch nach dem imperialistischen Mord kam es im irakischen Parlament zu dem Beschluss, dass ausländische Truppen das Land zu verlassen hätten. Auch wenn die noch unter US-Einfluss stehende Regierung nicht den Mut hat, diesen Beschluss unmittelbar umzusetzen, so steht der Beschluss in den Geschichtsbüchern des Irak und wird früher oder später zum Verlust des US-Einflusses in der Region führen, was selbst im CNN offen diskutiert wird [5]. Der Irak hat eine grandiose Chance zur Befreiung erhalten, wie es sie zuvor noch nie gab [6].

 

US-Wirtschaft und Boeing

Der lebende General Sulaimini hatte sicherlich nur einen unbedeutenden Einfluss auf die US-Wirtschaft und schon gar nicht auf Boeing. Von Anfang an gab es Gerüchte, dass die im Zuge der Vergeltungsangriffe gegen eine US-Basis im Irak versehentlich abgeschossene Boeing der Ukraine manipuliert worden sei. Aber inzwischen haben auch berühmte Ex-CIA-Größen mit in diese Gerüchte eingestimmt [7]. Die überraschende Wende des Iran, die Flugschreiber jetzt doch im Iran auswerten zu wollen, deutet ebenfalls darauf hin, dass man Ungereimtheiten vermutet. Aber letztendlich ist es inzwischen egal, ob es menschliches Versagen war, was zu dieser Katastrophe geführt oder Verschwörung mitgewirkt hat. Allein die Tatsache, dass Boeing ohnehin mit einigen Flugverboten belegt ist, war schon schlimm genug für den Konzern. Die zunehmenden Gerüchte – selbst wenn sie unwahr sind – werden nicht so schnell ausgeräumt werden, und das dürfte viele Flugzeugeinkäufer in ihrer Entscheidung für die Zukunft beeinflussen. Ohnehin ist die US-Wirtschaft nur noch in der Lage konkurrenzfähig zu blieben, indem die eigene Regierung alle anderen Länder massiv bedroht oder erpresst, selbst eigene Verbündete wie Deutschland. Es wäre wirklich für alle überraschend, wenn Märtyrer Sulaimini auch noch zum Untergang der Weltwirtschaft mit beitragen würde.

 

Tal der Ahnungslosen

Die Islamischen Befreiungstheologie fristet in einigen Teilen dieser Welt immer noch ein Schattendasein. So war bis vor Kurzem weder General Sulaimani, noch die Islamische Revolution im Iran, noch die damit verbunden Befreiungstheologie und der Widerstand gegen den Raubtierkapitalismus in Kroatien ein Thema. Als hundertfünfzigprozentiger Lakai des westlichen Imperialismus hat man sich für das Thema nicht interessiert. Die bis dahin im Land völlig unbekannte Ikballe Berisha Huduti hatte in Facebook den Mord an General Sulaimani beklagt. Daraufhin wurde sie von der Polizei im Kosovo festgenommen und für inzwischen einen Monat in Isolationshaft gesteckt. Selbst die News York Times musste darüber berichten [8]. Da gibt es also eine unverhältnismäßige Festnahme inmitten Europas wegen Qasim Sulaimini. Der deutschen Bevölkerung wurde diese Info bisher zwar vorenthalten, aber im Kosovo wird gegen jene Frau in den Medien massiv gehetzt. Was bei derartigen Hetzen allerdings immer übersehen wird: Im vernetzten Medienzeitalter gibt es auch immer wieder weniger unterdrückte Seelen, die sich ihre eigene Meinung bilden, eine Meinung über einen General, den sie niemals hätten kennenlernen können ohne das Martyrium und die übertriebene Handlung einer europäischen Polizei. Zweifelsohne ist der Kosovo nicht das einzige Gebiet, in dem durch solche oder ähnliche Handlungen der Name Qasim Sulaimanis seinen Weg bahnt. Wie viele Deutsche kannten ihn vor dem Martyrium?

 

Der Märtyrer lebt

Märtyrer Qasim Sulaimani könnte von Irak über Palästina, Syrien und Jemen bis hin nach Südamerika vielen Völkern zur Befreiung von Imperialismus verhelfen. Er könnte der US-Wirtschaft den Todesstoß in einer Schlüsseltechnologie versetzen und die islamische Befreiungstheologie in Regionen tragen, in denen sie bisher zu wenige vernommen worden ist. Zu all dem war General Sulaimani nicht in der Lage. Doch es ist der Schöpfer, der den Menschen, die er liebt, die hohen Stufen der Ewigkeit und wahren Liebe gewährt.

Im Heiligen Quran heiß es: Und sagt nicht, dass jene, die auf Allahs Weg getötet worden sind, Tote sind. Vielmehr sind sie Lebende, jedoch erahnt ihr es nicht. (2:154)

[1] https://www.legit.ng/1291075-iran-syrian...-soleimani.html
[2] http://www.eslam.de/begriffe/m/musawi_sayyid_abbas.htm
[3] http://www.eslam.de/begriffe/q/qani_ismail.htm
[4] https://www.powerlineblog.com/archives/2...s-soleimani.php
[5] https://edition.cnn.com/2020/01/18/middl...intl/index.html
[6] Die grandiose Chance zur Befreiung des Irak aus der Verfluchung durch Zaynab
[7] https://ahtribune.com/world/north-africa...flight-752.html
[8] https://www.nytimes.com/aponline/2020/01...osovo-iran.html

 

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