IQNA

Interview mit Rabbiner Aaron Cohen:
23:37 - May 18, 2021
Nachrichten-ID: 3004256
Teheran (IQNA) - Rabbiner Aaron Cohen sagte: „Unsere ablehnende Haltung gegenüber dem Zionismus liegt vielmehr darin begründet, dass wir dadurch das jüdische Volk unterstützen wollen. Wir betrachten nämlich den Zionismus als das größte Unglück, das die Juden in den letzten 150 Jahren getroffen hat. Ein Blick in die Geschichte lässt erkennen, dass außer den Palästinensern noch Zehntausende von Juden durch die Idee des Zionismus getötet worden sind.“

Laut IQNA ist eine ablehnende Haltung gegenüber dem zionistischen Regime kein Thema, das nur die Muslime und die islamische Welt angeht. Viele Menschenrechtsgruppen und Friedensaktivisten haben ebenso ihre Besorgnis über die Ereignisse in den besetzten palästinensischen Gebieten zum Ausdruck gebracht.

Entgegen der landläufigen Meinung sind die Verbrechen des zionistischen Regimes nicht nur für die Juden der Welt inakzeptabel, sondern einige von ihnen bestreiten die staatliche Existenz Israels und betrachten die Errichtung eines jüdischen Staates in Palästina als Verstoß gegen das jüdische Recht und die göttliche Vorsehung. Diese Gruppe von Juden heißt „Neturei Karta“.

Natura Karta ist der Name einer Gruppe orthodoxer Juden, die sich dem Zionismus widersetzen. Diese Gruppe, die 1935 gegründet wurde, wird zudem die „antizionistisch-jüdische Allianz“ genannt. Die Mitglieder der Gruppe fordert die Vernichtung Israels und glauben, dass gemäß dem Talmud oder dem Gesetzbuch des jüdischen Volkes die Errichtung eines jüdischen Staates vor dem Kommen des Messias oder „Retters der ganzen Welt“ verboten und unzulässig ist. Tausende orthodoxer Juden, die Mitglieder dieser Gruppe sind, sehen den Zionismus als ein „Gift“, welches das Leben echter Juden bedroht.

Rabbiner Aaron Cohen ist einer der aktivsten Mitglieder der „Neturei Karta“-Gruppe in Großbritannien. In den letzten Jahren hat er sich zunehmend mit religiösen Angelegenheiten der jüdischen Gemeinden in Großbritannien befasst, insbesondere beteiligt er sich an der Erziehung junger Menschen. Heute verbringt er die meiste Zeit damit, ein wichtiges, aber weniger bekanntes Thema, nämlich die jüdische Opposition gegen den Zionismus, öffentlich zu machen, und die Tatsache zu verkünden, dass Judentum und Zionismus vollkommen unterschiedlich, ja sogar gegensätzlich sind. Er ist ein orthodoxer Jude, der sich im Einklang mit den Palästinensern befindet, was den Kampf gegen den zionistischen Staat angeht. Im Interview mit IQNA stellt Rabbiner Aaron Cohen unterschiedliche Ziele der „Neturei Karta“-Gruppe dar:

IQNA: Warum unterstützt Neturei Karta das palästinensische Volk?

Das Problem ist teilweise darauf zurückzuführen, dass das palästinensische Volk in den besetzten Gebieten Palästinas von den Zionisten ganz unmenschlich behandelt wird. Wir stellen uns gegen diese falschen Verhaltensweisen. Das palästinensische Volk und die Juden haben immer freundliche Beziehungen miteinander unterhalten und seit Jahrhunderten und Jahrtausenden friedlich nebeneinander gelebt. Die Probleme entstanden erst dann, wenn die Zionisten kamen und die Palästinenser bemerkten, dass sie ihr Land besetzen wollen.

IQNA: Einige glauben, dass Neturei Karta eine antisemitische Organisation ist, weil sie Israel nicht anerkennt. Was sagen Sie zu diesen Vorwürfen?

Juden können nicht des Antisemitismus beschuldigt werden. Wir unterstützen unsere Glaubensbrüder und helfen ihnen. Der Zionismus hat seine eigenen Probleme und hat eine Konfrontation zwischen den Besatzern und der eingeborenen Bevölkerung Palästinas verursacht. Das hatte tatsächlich negative Folgen für die jüdische Bevölkerung in Palästina. Unsere ablehnende Haltung gegenüber dem Zionismus liegt vielmehr darin begründet, dass wir dadurch das jüdische Volk unterstützen wollen. Wir betrachten nämlich den Zionismus als das größte Unglück, das die Juden in den letzten 150 Jahren getroffen hat. Ein Blick in die Geschichte lässt erkennen, dass außer den Palästinensern noch Zehntausende von Juden durch die Idee des Zionismus getötet worden sind.

Wie kann man also behaupten, dass Neturei Karta eine antisemitische Gruppe sei, während die jüdische Opposition gegen den Zionismus im Interesse aller Juden der Welt liegt?

IQNA: Ist Ihre ablehnende Haltung gegenüber der Existenz Israels politisch motiviert oder aus vorwiegend religiösen Gründen?

Neturei Karta ist keine politische Gruppe. Wir bemühen uns vielmehr darum, durch politische Mittel die Pläne der Zionisten zu stören. Aber wir sind keine Politiker im herkömmlichen Sinne, sondern führen unser Leben nach religiösen Maßstäben.

Unsere ablehnende Haltung beruht selbstverständlich auf religiösen Gründen und ist eine Reaktion auf die durch den Zionismus verursachten Probleme. Es ist an der Zeit, dass die Idee des Zionismus vollständig ersticken wird und man einen palästinensischen Staat errichtet, den alle jüdischen und nichtjüdischen Palästinenser akzeptieren.

Dies könnte zu einem vollständigen Frieden in Palästina führen und dafür sorgen, dass Menschen in Palästina leben können, ohne ein fremdes Land zu besetzen.

 

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