IQNA

8:17 - June 17, 2021
Nachrichten-ID: 3004354
Teheran (IQNA) - Der tschechische Ministerpräsident, der durch seine islamfeindliche Politik als „Trumpf der Tschechischen Republik“ bekannt ist, hat vor einiger Zeit eine überraschende Aussage gemacht. Er behauptete nämlich, dass Muslime in den kommenden Jahrzehnten in den Niederlanden und in Schweden die Mehrheit bilden würden. Seine Äußerungen haben heftige Kritik ausgelöst.

Laut „Sputnik News“ ist der Islam die zweitgrößte Religion in den Niederlanden und in Schweden. Man schätzt, dass 5 Prozent der niederländischen Bevölkerung  und 8 Prozent der schwedischen Bevölkerung Muslime sind.

Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš hat behauptet, dass die Niederlande und Schweden, die für ihre liberale Einwanderungspolitik bekannt seien, in den kommenden Jahrzehnten zu den Ländern mit einer mehrheitlich muslimischen Bevölkerung gehören würden.

In seinem Meinungsbeitrag zum Thema „Die Gefahren der Einwanderung“, der kürzlich in der tschechischen Tageszeitung Právo veröffentlicht wurd, nannte er als Beipsiel diese beiden Länder. Babiš behauptete in seinem Beitrag, dass die Muslime bis 2044 die Mehrheit der niederländischen Bevölkerung bilden würden. Schweden werde laut seiner Behauptung den gleichen Weg einschlagen und bis 2065 eine muslimische Bevölkerungsmehrheit haben.

Die Behauptungen von Babis haben große Überraschung ausgelöst. Daniel Prokop, Soziologe und Forscher an der Karls-Universität in Prag, sagte in einem Interview mit der schwedischen Zeitung Svenska Dagbladet: „Das ist völlig falsch. Er versucht, den Leuten Angst zu machen. Vor einem Jahr hatte er gesagt, dass Belgien bis 2040 eine muslimische Mehrheit haben werde.“

Der tschechische Ministerpräsident versuche, die Aufmerksamkeit von den akuten innenpolitischen Problemen abzulenken, indem er künftige Migrationsströme als Bedrohung für Tschechien bezeichne, so Prokop weiter.

„Ich möchte keinesfalls die mit der Einwanderung verbundenen Probleme herunterspielen. Aber diese Äußerungen sind sinnlos, seine Vorhersagen sind deutlich übertrieben“, fügte Prokop hinzu.

Babiš, der von dem Wirtschaftsmagazin Forbes als „Tschechischer Trump“ bezeichnet wurde, ist ein überzeugter Befürworter der Politik der begrenzten Einwanderung. Während der Flüchtlingskrise 2015 weigerte sich Tschechien, Migranten aufzunehmen und die von der EU vorgeschlagenen Verteilungsquoten zu akzeptieren. Die muslimische Bevölkerung macht weniger als ein Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes aus. Dieser Prozentwert gehört zu den niedrigsten in ganz Europa.

Zuvor hatte die ungarische Regierungspartei Fidesz Schweden als warnendes Beispiel für eine falsche Einwanderungspolitik bezeichnet.

 

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