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Großajatollah Safi Golpaygani richtete sich immer gegen Aberglauben

21:33 - March 15, 2022
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Teheran (IQNA) - Ajatollah Safi Golpaygani war ein islamischer Rechtsgelehrter, der sich immer dagegen erklärte, sich bei der Verbreitung der religiösen Lehren auf Aberglaube zu beziehen und es stets für einen wichtigen Teil der Religiosität ansah, sich um die Angelegenheiten der Menschen zu kümmern.

Großajatollah Safi Golpaygani, eine der wichtigsten schiitischen Autoritäten, starb am Dienstag, 01.02.1022, im Alter von 103 Jahren. Er war der dienstälteste Mardschaʿ-e Taghlid (Quelle der Nachahmung) im Iran und ein hochrangiger schiitischer Rechtsgelehrter. Zu seinen persönlichen Eigenschaften gehörte, dass er stets die Verrichtung von Kulthandlungen Allahs aufrechtzuerhalten versuchte, ein sehr gutes Gedächtnis hatte, über eine wissenschaftliche Weltanschauung verfügte und freundschaftliche Beziehung zu anderen Menschen und seinen Studenten pflegte. IQNA hat mit Ajatollah Mohsen Faqihi, einem Professor an der Theologischen Hochschule, diesbezüglich ein Interview geführt. Hier folgt eine deutsche Übersetzung dieses Interviews:

 

IQNA: Wie bewerten Sie die Rolle des verstorbenen Ajatollah Safi Golpaygani bei der Förderung einer vernunftbasierten Religiosität und der Vermeidung des Aberglaubens?

Antwort: Eine seiner herausragenden Eigenschaften war es, dass er stets dagegen angekämpft hat und damit nicht zurecht kommen konnte, dass man sich bei der Verbreitung der religiösen Lehren auf Träume, Aberglauben und unbegründete Behauptungen bezieht. Manche haben sich daran gewöhnt, bei der Übermittlung und Verbreitung der religiösen Inhalte eine Wundergeschichte zu erzählen, z.B. sie erzählen die Geschichte eines Mannes, dessen Schuhe sich immer von selbst zu ihm hinbewegten, bis sie unmittelbar vor ihm standen. Aber Ayatollah Safi Golpaygani hat solche Geschichten nicht für achtenswert gehalten. Die Wundertaten, von denen sie erzählen, sind möglicherweise nicht leicht beweisbar und könnten Menschen dazu veranlassen, sich auf die Ausübung solcher Taten zu konzentrieren, anstatt eine rationale Sichtweise auf die Religion zu vertreten.

Er sagte immer: Wenn Sie wissen wollen, ob jemand eine rechtschaffene Person und ein Anhänger von Ahl-ul-Bait (a.) ist, achten Sie auf seine Verhaltensweise und sein Benehmen gegen, insbesondere auf seinem Umgang mit anderen Menschen. Je ehrlicher und enthusiastischer jemand anderen Menschen dient und armen Menschen hilft, desto besser ist er.

Er war der Ansicht, dass das Gedenken Gottes (Dhikr), die Lobpreisung Gottes (Tasbih) und das Anbeten Pflichten seien, die jeder Diener Gottes zu erfüllen habe, aber sie würden nicht ausreichen. Der Gläubige sollte bereit sein, seinem Volk, seinen Geschwistern oder Verwandten und den Menschen um ihn herum zu dienen und sich um ihre Probleme zu kümmern, und gemäß dem Heiligen Koran sollte er sich mit seiner eigenen Person und mit seinem Vermögen auf dem Weg Gottes einsetzen. Dieses Merkmal ist laut ihm wichtig und kann als Kriterium zur Messung der Religiosität einer Person herangezogen werden.

 

IQNA: Sollte es bedeuten, dass weder das Gedenken Gottes bzw. die Lobpreisung Gottes noch der Dienst am Volk allein ausreichen würden, um der Vollziehung der religiösen Pflichten sicher zu sein, sondern dass beide Faktoren gleichzeitig in der Beurteilung von Handlungen und Absichten eines Menschen berücksichtigt werden müssen?

Antwort: Ja, er legte immer großen Wert auf eine vollkommene und umfassende Religiosität, und dem Volk zu dienen, hatte für ihn oberste Priorität und war eines seiner Hauptkriterien. Dass im Islam soziale Aspekte der Glaubenspflichten wie Gemeinschaftsgebet, Freitagsgebet, Moscheebesuch, Krankenbesuche und Teilnahme an Beerdigungen besonders betont werden, liegt vielleicht darin begründet, dass Menschen nicht nur an sich selbst oder ihre eigene Familie denken, sondern sich um die Angelegenheiten der Allgemeinheit kümmern sollten.

 

IQNA: Welche Themen hat Ajatollah Safi Golpaygani in seinen Büchern behandelt?

Antwort: Er verfügte über einen flüssigen Schreibstil und hat sehr wertvolle Werke geschrieben. Darunter befinden sich folgende Bücher: das Buch „Al-Haddsch“ (Die Wallfahrt) in drei Bänden, „Das Gebet“ (Salat), „Al-Khums“ (Das islamische Fünftel) und „Bayān al-usūl“ (Prinzipien zum Ausdruck bringen). Notizen, die einzelne seiner Zuhörer in den Vorlesungen niedergeschrieben haben, sind auch als Buch veröffentlicht worden. Außerdem hat er viele Studenten ausgebildet. Ayatollah Safi war ein hochrangiger islamischer Rechtsgelehrter, der immer Prinzipien der islamischen Rechtsprechung für die Belegung seiner Argumente heranzog.

 

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Großajatollah Safi Golpaygani richtete sich immer gegen Aberglauben

 

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