IQNA

Entwicklung im besetzten Palästina:

Zionistische Siedler stürmen Al-Aqsa-Moschee vor Flaggenmarsch

22:50 - May 30, 2022
Nachrichten-ID: 3006212
TEHERAN (IQNA) – Trotz früherer Warnungen von palästinensischen Gruppen stürmten Duzende palästinensische Siedler vor dem Flaggenmarsch die Al-Aqsa-Moschee im besetzten Jerusalem (al-Quds).

Etwa 1800 israelische Siedler, die von Militärkräften eskortiert worden waren, haben das Gelände der al-Aqsa-Moschee in der besetzten Altstadt von al-Quds gestürmt.

Nach der arabischsprachigen Nachrichtenwebseite Arab48 hatten israelische Siedler das Gelände am Sonntagmorgen durch das  Al-Maghrib -Tor betreten.

In der Zwischenzeit waren israelische Truppen am Hauptgebetsgebäude der al-Aqsa-Moschee, das sich auf der Südseite des Komplexes befindet, stationiert worden und belagerten die palästinensischen Betenden in der Moschee.

Die Siedler vollzogen auf der Seite, welche sowohl von Juden, Christen und Muslimen verehrt wird, Riten nach dem Talmud.

Die Entwicklung setzte sich in Gang, als Tausende an extremistischen jüdisch israelischen Siedlern einen extrem rechts gerichteten Marsch durch muslimische Gebiete der heiligen Stadt durchgeführt hatten, obwohl die Palästinenser gewarnt hatten, dass dies ernsthafte Konfrontationen hervorrufen könne.

Nach palästinensischen Medien hatten israelische Militärkräfte den vorwiegend von Palästinensern bewohnten Stadtteil Jabel Mukaber im Südosten von al-Quds angegriffen.

Der Angriff verursachte, dass eine Gruppe junger Palästinenser leuchtende Molotovcocktails nach den israelischen Truppen warf, die im Gegenzug Blendgranaten und aktive Geschosse abfeuerten, um die Gruppe zu zerstreuen.

Der palästinensische al-Quds TV Satellitenkanal sagte zudem, dass ein improvisierter Explosionskörper den Kontrollpunkt in dem Dorf al-Jalma, welcher im Norden von Nord-al-Quds liegt, getroffen hätte.

Nach der Shehab Nachrichtenagentur attackierten extremistische jüdische Siedler mal wieder die Wohnungen ortsansässiger Palästinenser im nördlichen Ortsteil von al-Quds al-Huwara.

Die palästinensische Rote-Kreuz-Gesellschaft berichtete, dass 30 Palästinenser während der Zusammenstöße mit den israelischen Siedlern im Ortsteil Huwara als auch in Kafr Qaddum, 13 Kilometer (8 Meilen) westlich von Nablus, verletzt worden waren.

Lokale Quellen, die nicht genannt werden wollen, sagten, dass es auch Zusammenstöße zwischen jungen Palästinensern  und israelischen Kräften am Eingang des Jamain-Gebiets südlich von Nablus gegeben hätte.

Israelische Streitkräfte hatte schon vor dem geplanten rechtsextremistischen israelischen Flaggenmarsch fast 100 Palästinenser festgenommen.

Etwa 20 Palästinenser waren zwischen Mittwoch und Donnerstag in al-Quds inhaftiert worden und 80 weitere befanden sich in den von Israel besetzten Gebieten.

Der Kommitteesprecher der Familien der Gefangenen von al-Quds, Amjad Abu Asab, sagte: „Von den Inhaftierungen waren vor allem Palästinenser, die schon bei vorherigen Protestwellen in al-Quds inhaftiert worden waren und Palästinenser, denen der Zutritt zu dem al-Aqsa-Moscheenkomplex verwehrt worden war. All dies geschah unserer Ansicht nach als Vorbereitung auf den Flaggenmarsch am Sonntag. Israelische Behörden inhaftieren üblicherweise Palästinenser, von denen sie denken, dass sie bei erwarteten Gegenprotesten aktiv werden könnten.“

Der sogenannte Flaggenmarsch, der Hunderte an jüdischen Siedlern und Rechtsextremisten anzieht, feiert den Sieg des israelischen Regimes über al-Quds im Krieg von 1967.

In der Zwischenzeit wird von den israelischen Beamten erwartet, dass sie dem extremistischen Gesetzgeber Itamar Ben-Gvir erlauben, die al-Aqsa Moschee am Sonntag unter den steigenden Spannungen um den umstrittenen Flaggenmarsch erlauben.

Am Anfang der Woche hatte Ben-Gvir die Knesset über seinen Plan informiert.

Am Samstagabend hatte eine Gruppe junger Israelis einen Übungsmarsch abgehalten, wobei sie zusammen durch die Haggai-Straße im muslimischen Viertel der Altstadt von al-Quds gelaufen waren, dabei die israelische Fahne schwenkten und Slogans riefen, wobei sie von der Polizei eskortiert worden war.

 

Haniyeh: Hamas für jedes mögliche Szenario vorbereitet

Inzwischen sagte das Haupt des politischen Büros der Hamas, Ismail Haniyeh, dass die palästinenische Widerstandsbewegung darauf vorbereitet sei, jedem möglichen Szenario gegenüberzutreten, da die Spannung in dem besetzten al-Quds vor dem extrem rechtsgerichteten und provokativen Flaggenmarsch hoch sei.

In einem Bericht vom Samstagabend hieß es. „Alle Optionen liegen auf dem Tisch, und wir sind auf alle Szenarien vorbereitet. Wir müssen mit der israelischen Besatzung, die schon so lange besteht, und jetzt ihr Ende erreicht hat, fertigwerden.“

Das besetzende israelische Regime möchte den sogenanten Flaggenmarsch als einen Teil seiner Bemühungen, die Errungenschaften der Operation „al-Quds-Schwert“  zu unterminieren und den status quo, der der Schlacht gefolgt war, zu folgen. Wir haben viele Möglichkeiten, dem Flaggenmarsch und den Versuchen, den Al-Aqsa-Moschee-Komplex zu entheiligen, entgegenzutreten.“

 

Islamischer Dschihad warnt

Der Leiter des Politbüros der islamischen Dschihad-Bewegung, Mohammad al-Hindi, sagte ebenfalls, dass die Palästinenser keine Mühe scheuen werden, dem israelischen Besatzungsplan entgegenzutreten, wobei sie betonten, dass alle Möglichkeiten auf dem Tisch lägen.

Hindi erzählte dem arabischsprachigen al-Mayadeen-Kanal in einem Interview, dass die israelischen Behörden versehentlich die Fähigkeiten der palästinensischen Widerstandbewegung unterschätzt hätten und jetzt unter dem Rückschlag der Operation al-Quds-Schwert leiden würden.

Er wies darauf hin, dass die Palästina-Frage nicht einfach auf Palästinenser und Araber beschränkt, sondern eher eine globale Angelegenheit sei, über die auf globalen Foren gesprochen wird.

Hindi wies darauf hin, dass Israel den USA, dem Westen und Mittleren Osten als Arm diene und dass Washington versuche, sich die ganze Region zu unterwerfen, um sie zu beherrschen.

 

Raketen von Gaza auf israelische Küste gefeuert

Zudem hatten am Samstag palästinensische Widerstandskämpfer aus dem Gazastreifen acht Raketen in Richtung Mittelmeer abgefeuert, was zu einer küstenabgewandten Explosion bei Tel Aviv geführt hatte.

Nach der palästinensischen Nachrichtenagentur Today waren die Raketen abgefeuert worden, als in Gaza basierte Widerstandsgruppen versucht hatten, ihre militärische Fähigkeiten zu erweitern und die Genauigkeit ihrer einheimischen Munition zu erhöhen.

Hebräischsprachige Medienkanäle berichteten, dass die Hamas acht Raketen von Gaza aus in die See abgefeuert hätte, wobei sie eine Warnung an das Regime in Tel Aviv geschickt hätte.

 

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