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Darstellung eines indischen Mediums über das Geheimnis der Beständigkeit von Arba'in

11:24 - August 04, 2026
Nachrichten-ID: 3015196
IQNA- Ein indisches Medium schrieb: Für die Millionen Pilger, die jedes Jahr zu Arba'in in Karbala ankommen, ist die Botschaft dieser Zeremonie zugleich historisch und gegenwärtig: Aufsuchen des Grabes eines Mannes der vor 14 Jahrhunderten den Märtyrertod erlitt und Bekräftigung der Tatsache, dass sein Widerstand gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit für die heutige Welt weiterhin Bedeutung und Relevanz besitzt.

IQNA: wandern jedes Jahr Millionen von Pilgern durch die Wüsten des Südirak bis zur heiligen Stadt Karbala, um an der Arba'in-Zeremonie, einer der größten jährlichen Versammlungen der Welt, teilzunehmen. In diesem Jahr werden die Pilger am 5. August in Karbala zusammenkommen. (Quelle: Outlook India)

 

Darstellung eines indischen Mediums über das Geheimnis der Beständigkeit von Arba'in

 

Dieses indische Medium schrieb: Arba'in wird 40 Tage nach Aschura begangen; an diesem Tag ehren die Schiiten den Märtyrertod vom Enkel des Propheten Gottes (s.) Imam Hussein (a.).

Laut diesem Bericht kann kaum ein Ritual die verschiedenen Dimensionen des Schiitentums so sichtbar machen wie Arba'in: Von Selbstaufopferung und Märtyrertum über Kampf gegen Unterdrückung bis hin zu seiner Fähigkeit Millionen Menschen zusammenzuführen.

 

Tradition prägende Märtyrertode

Um Arba'in zu verstehen, muss man in das Jahr 680 n. Chr. auf die Ebene von Karbala zurückgehen. Nach dem Märtyrertod von Imam Ali (a.) und anschließend seines älteren Sohnes Imam Hassan (a.) fiel das Kalifat an den umayyadischen Herrscher Yazid ibn Muawiya. Die umayyadische Herrschaft war die erste Erbmonarchie in der islamischen Welt nach dem Tod des Propheten Gottes (s.) im Jahr 632 n. Chr.

Imam Hussein (a.) erkannte die Legitimität der Herrschaft Yazids nicht an, weil er ihn in moralischer Hinsicht nicht für würdig hielt die islamische Gemeinschaft zu leiten.

Im Jahr 680 n. Chr. machte sich Imam Hussein (a.) gemeinsam mit einer kleinen Gruppe von Familienmitgliedern und Gefährten auf den Weg in den Irak. In der Nähe von Karbala wurde er jedoch von einem viel größeren Heer eingeschlossen und erlitt gemeinsam mit rund 70 seiner Gefährten den Märtyrertod. Die Frauen und Kinder der Karawane wurden danach gefangen genommen und in die Hauptstadt der umayyadischen Herrschaft Damaskus gebracht.

Für die Schiiten war dieses Ereignis nicht bloß eine politische Niederlage, sondern galt als Opfer zur Bewahrung der Wahrheit der Religion. Imam Hussein (a.) erhob sich durch seinen Widerstand gegen die umayyadische Herrschaft gegen eine Regierung, die er als unterdrückerisch und den Lehren des Islam widersprechend ansah.

Das Gedenken an den Märtyrertod von Imam Hussein (a.) erinnert die Schiiten an die Lehren des Propheten Gottes (s.) und seiner Familie. Dieses Ereignis ist ein Symbol für den ewigen Kampf zwischen Wahrheit und Falschheit und erinnert an die Bindung an moralische Grundsätze, unabhängig vom Verhalten und Wünschen der Machthaber.

Nach dem Ereignis von Karbala begaben sich die Überlebenden, als sie aus Damaskus zurückkehrten, zum Grab von Imam Hussein (a.). Auch der Gefährte des Propheten Gottes (s.) Dschabir ibn Abdullah al-Ansari schloss sich ihnen an und gilt im schiitischen Glauben als der erste Pilger am Schrein von Imam Hussein (a.).

Arba'in ist das Gedenken an eben diese Pilgerfahrt und kennzeichnet das Ende der Trauerzeit. Symbolisch steht der Märtyrertod von Imam Hussein (a.) für den Zusammenbruch der Welt, während Arba'in deren Wiederaufbau und Erneuerung symbolisiert.

 

Fußmarsch nach Karbala

Heute erstreckt sich die bekannteste Route der Arba'in-Wanderung über etwa 78 Kilometer von Nadschaf, der Begräbnisstätte von Imam Ali (a.), bis zum Schrein von Imam Hussein (a.) in Karbala; eine Strecke die üblicherweise in etwa drei Tagen zurückgelegt wird. Entlang des Weges sind Maukibs (eine Art Stand) aufgebaut und Freiwillige stellen den Pilgern kostenlos Essen, Tee, medizinische Versorgung und Ruheplätze zur Verfügung.

Der Forscher für schiitische Studien Seyyed Akbar Haider schrieb: Ich besuchte Karbala während der Arba'in-Tage. Es war für mich erstaunlich, dass ein Land mit jahrzehntelangen Konflikten und Instabilität eine Woche lang Millionen Menschen kostenlos mit Speisen und Getränken versorgen kann. Diese Erfahrung zeigte, dass die Erzählung von Imam Husseins (a.) Selbstaufopferung selbst unter schwierigsten Umständen weiterhin eine beispiellose Form der Gastfreundschaft inspiriert.

In den letzten Jahren wurde die Zahl der Teilnehmenden an Arba'in auf mehr als 20 Millionen Menschen geschätzt und viele betrachten es als die größte jährliche Versammlung der Welt.

Natürlich hatte Arba'in nicht immer eine derart sichtbare Präsenz. Während der diktatorischen Herrschaft Saddam Husseins (1979 bis 2003) waren schiitische Trauerzeremonien stark eingeschränkt und der Arba'in-Fußmarsch war faktisch verboten. Erst nach dem Sturz Saddams wurde diese Zeremonie wieder frei abgehalten und entwickelte sich rasch zu einer Pilgerfahrt mit Millionen Teilnehmenden aus der ganzen Welt.

 

Über die Trauer hinaus

Für die meisten Schiiten ist der Märtyrertod von Imam Hussein (a.) nicht bloß eine historische Tragödie. Die Selbstaufopferung von Imam Hussein (a.) beeinflusste nicht nur die religiösen Überzeugungen, sondern auch das politische Denken. Haider ist der Ansicht, dass dieses Ereignis ein Modell für den Widerstand gegen Unterdrückung bietet das als „Karbala-Paradigma“ bekannt ist.

Ein Beispiel für die politische Anwendung dieses Modells zeigte sich während der Islamischen Revolution im Iran im Jahr 1979 als Imam Chomeini (r.) Mohammad Reza Pahlavi stürzte.

Der Märtyrertod von Imam Hussein (a.) inspirierte außerdem schiitische Gemeinschaften auf der ganzen Welt dazu Gedichte, Theaterstücke und Trauerrituale in verschiedenen Sprachen zu schaffen.

Zu den bekanntesten Beispielen gehört das epische Gedicht „Der Krieg von Karbala“ des bedeutenden schiitischen Dichters Indiens Mir Anis aus dem 19. Jahrhundert. Er beschreibt eine Szene in der die edle die vierjährige Tochter von Imam Hussein Sukaina (a.) ihren Onkel auf der Suche nach ihrem Vater nach ihm fragt ohne zu wissen, dass ihr Vater auf dem Schlachtfeld den Märtyrertod erlittem hatte. Schiiten betrachten diese Trauer nicht bloß als historische Erzählung, sondern als lebendigen und stets gegenwärtigen Schmerz.

Am Ende dieses Berichts heißt es: Für die Millionen Pilger, die jedes Jahr zu Arba'in in Karbala ankommen, ist die Botschaft dieser Zeremonie zugleich historisch und gegenwärtig: Aufsuchen des Grabes eines Mannes der vor 14 Jahrhunderten den Märtyrertod erlitt und Bekräftigung der Tatsache, dass sein Widerstand gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit für die heutige Welt weiterhin Bedeutung und Relevanz besitzt.

 

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