IQNA- Die Schwedendemokraten verschärften ihre Rhetorik gegen den Islam und Muslime während der Partei zugesagt wurde im Fall eines Wahlsiegs Ministerposten übernehmen zu können.
IQNA: Der Abgeordnete der Schwedendemokraten im schwedischen Parlament Richard Jomshof sagte zu den Muslimen des Landes: Vor allem können sie aufhören Muslime zu sein. (Quelle: Alkompis)

Der Zeitung Dagens Nyheter (DN) zufolge äußerte Jomshof dies während eines Gesprächs mit Medien über sein neues Buch mit dem Titel „Ungläubiger“. Das Buch behandelt den Islam und bildet einen wichtigen Bestandteil des Wahlkampfs seiner Partei.
Jomshof sagte am Samstag während des Wahlkampfs des Parteivorsitzenden: Ich bin hier um Wähler zu treffen und über den Islam zu sprechen. Eigentlich sollte ich meine Bücher signieren, aber bereits am ersten Tag waren sie ausverkauft.
Mit neuen Exemplaren seines Buches will er bis zum Wahltag weiter an der Wahlkampftour der Partei teilnehmen.
Die Partei „Schwedendemokraten“ (SD) zog 2010 ins Parlament ein nachdem sie Positionen gegen den Islam und Muslime vertreten hatte. Dazu gehörte ein Artikel ihres Parteivorsitzenden Jimmie Åkesson in der Zeitung Aftonbladet mit dem Titel „Muslime sind unsere größte außenpolitische Bedrohung“.
Auf die Frage nach den Auswirkungen der Rhetorik und Positionen seiner Partei auf die Muslime Schwedens sagte Jomshof: Ich denke wir sollten die Fragestellung ändern und fragen: Welche Auswirkungen hat die umfangreiche Einwanderung aus der islamischen Welt auf uns? Natürlich kann man über Terroranschläge sprechen, aber auch über den schleichenden Prozess der Islamisierung.
Als er nach einer Botschaft an jene Muslime Schwedens gefragt wurde, die nicht seinen Beschreibungen entsprechen und ein friedliches Leben führen, antwortete er unverblümt: Vor allem können sie aufhören Muslime zu sein.
Die schwedische Verfassung schreibt vor, dass staatliche Stellen Menschen nicht diskriminieren dürfen, auch nicht aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit.
Es gibt keine offiziellen Statistiken darüber wie die Einwohner Schwedens ihre Religionszugehörigkeit definieren. Daher ist die Zahl der Menschen, die sich selbst als Muslime bezeichnen, unklar. Das US-amerikanische Pew Research Center schätzt den Anteil der Muslime an der Bevölkerung Schwedens auf etwa 8 bis 10 Prozent, also auf ungefähr eine Million.
Der laufende Wahlkampf verschiedener Gliederungen der Schwedendemokraten – auf nationaler und lokaler Ebene, im Europäischen Parlament sowie in der Jugendorganisation der Partei – umfasst Vorschläge zum Abriss von Moscheen, Beendigung der Einhaltung von Ramadanbräuchen und einem landesweiten Verbot des Gebetsrufs.
Auf die Frage, ob ein Politiker Menschen auffordern dürfe eine bestimmte Religion aufzugeben sagte Jomshof ebenfalls unverblümt: Warum sollten Religionen besonderen Schutz genießen? Religiöse Gruppen haben das Recht an alles zu glauben was sie wollen. Sie müssen akzeptieren, dass auch wir Meinungen über sie haben und es muss möglich sein, dass Menschen einander hassen!
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