IQNA

Christlicher Denker im Interview mit IQNA:

Fortgesetzte Mission Christi (Friede sei mit ihm) bis zur Mission des Propheten (Friede sei mit ihm)

10:26 - December 27, 2025
Nachrichten-ID: 3014131
IQNA- Michel Qaadi erklärte, dass Jesus (Friede sei mit ihm) viele gute Nachrichten über die Mission des Propheten verkündete: Wenn Christus diese guten Nachrichten gibt, möchte er seine Mission als fortwährenden Prozess darstellen. Er verkündete die gute Nachricht vom Kommen Ahmads weil er wollte, dass die moralischen Werte nach ihm mit dem Kommen des Siegels der Propheten weiterleben! Beide Propheten sahen ihre Mission in der Festigung moralischer Werte und Liebe Gottes.

Michel Kaadi , ein 1944 geborener libanesischer christlicher Schriftsteller, Dichter und Literat, zählt zu den wenigen und bedeutendsten Persönlichkeiten der arabischen Welt, die ihr intellektuelles Leben dem Schreiben und Verbreitung der Ideen der Ahl al-Bait (Friede sei mit ihnen) widmeten. Als christlicher Denker betrachtet Kaadi die Ahl al-Bayt als „Heilige“ und „Auserwählten Gottes“ und verfasste zahlreiche Werke mit tiefgründigen spirituellen Themen über Persönlichkeiten wie Imam Ali (Friede sei mit ihm) und der edlen Fatima (Friede sei mit ihr). Dieser einzigartige Ansatz brachte ihm sowohl in christlichen als auch in muslimischen Gemeinschaften hohes Ansehen und seine Werke gelten als herausragendes Beispiel für interreligiösen Dialog und intellektuelle Annäherung.

Trotz seines tiefen Interesses an der Ahl al-Bait und islamischen Persönlichkeiten besitzt Michel Kaadi als überzeugter Christ eine einzigartige und tiefgründige Perspektive auf Jesus Christus (Friede sei mit ihm) und Lehren des Christentums, die über den rein theologischen Rahmen hinausgeht. Kaadis Verständnis des Christentums basiert auf dem Konzept der Heiligkeit und Askese, das in den von ihm verehrten spirituellen Gestalten verkörpert ist. Er sieht Jesus (Friede sei mit ihm) nicht nur als Propheten, sondern auch als Verkörperung höchster Mystik und Heiligkeit – eine Sichtweise, die eine wichtige Gemeinsamkeit mit seiner Verehrung der Heiligen im Islam schafft. In seinen Schriften präsentiert er das Christentum als eine reiche spirituelle Tradition, die in der Suche nach Wahrheit und reiner Moral wurzelt und den Gläubigen verschiedener Religionen hilft einander besser zu verstehen. Liebe und Opferbereitschaft gelten dabei als die zentralen Säulen der Mission aller von Gott Auserwählten.

Am Jahrestag der Geburt Jesu Christi (Friede sei mit ihm), dem 25. Dezember, sprach die Nachrichtenagentur IQNA mit diesem libanesischen christlichen Denker, Schriftsteller und Literaten Michel Kaadis über die interreligiöse Perspektive.

Zu Beginn seiner Ausführungen zum Geburtstag Jesu Christi (Friede sei mit ihm) erklärte er: Es ist wichtig zu betonen, dass Christentum und Islam auf dem Weg des Glaubens und Monotheismus einander verbunden sind. Der Ausspruch ‚La ilaha illallah‘ existierte im Christentum bereits vor dem Islam. Das Christentum vergass nicht, dass die Heiligen Drei Könige aus dem Land Iran nach Bethlehem kamen um zur Geburt Jesu (Friede sei mit ihm) zu gratulieren und ihm Gaben mitbrachten. Bei ihrer Ankunft warfen sie sich aus Respekt und Ehrerbietung vor dem neugeborenen Jesus (Friede sei mit ihm) nieder. Es ist wichtig zu betonen, dass es keinen Unterschied zwischen Christentum und Islam gibt, insbesondere da wir alle Muslime sind und die Unterwerfung unter Gott somit unzweifelhaft ein Bestandteil des muslimischen Glaubens ist.

 

Grundlage von Islam und Christentum ist Einheit

Dementsprechend sage ich in meinen Reden und Schriften über die Ahl al-Bait (Friede sei mit ihnen), die mehr als elf Bände umfassen, dass wir alle vor Gott Muslime sind und es keinen Unterschied zwischen diesen beiden Religionen gibt. Ich beziehe mich hier auf das Treffen des Papstes mit der höchsten schiitischen Autorität im Irak Ayatollah Sayyid Ali al-Sistani. Dies ist ein entscheidender Beweis dafür, dass Islam und Christentum Grundlagen Gottes haben und der Monotheismus eins ist. Wir Christen lieben den Islam weil er der Beweis für den Monotheismus und Gottesdienst ist.

Er wies darauf hin, dass viele christliche Geistliche das zivilisierte Land Iran besuchten und dort Reden hielten und fügte hinzu: Wir Christen, mehr als 400 Schriftsteller, Dichter und Historiker, sind stolz darauf, Bücher über die Ahl al-Bait (AS) verfasst und die Heiligkeit des Islam und des Propheten (Friede sei mit ihm) anerkannten, der unter dem Banner „La ilaha illallah“ und dem Monotheismus Götzen und Götzendienst vernichtete. Abschließend möchte ich sagen, dass der Monotheismus das Fundament des Islam und des Christentums ist.

Michel Kaadi fuhr fort: Ich muss zugeben, dass ich Jesus aus den Versen des Korans kannte bevor der Westen ihn anhand gefälschter Bibelberichte darstellte oder Zweifel und Zweifel an seinen Überlieferungen las. Nachdem ich den Koran sieben Mal vollständig las erkannte ich, dass Gott über Jesus sagte, dass er ein Bote des Friedens und Gesandter Gottes auf Erden ist.

Er erklärte weiter: Die Persönlichkeiten des Heiligen Propheten (Friede sei mit ihm) und Jesu (Friede sei mit ihm) entstammen beide dem Wesen Gottes und sind dazu bestimmtauf Erden aufzuerstehen. Wie Gott der Allmächtige in Sure Maryam, Vers 33, sagt: „ Und Friede sei mit mir am Tag meiner Geburt, Tag meines Todes und Tag meiner Auferstehung.“ Dieser Vers belegt eindeutig, dass Jesus eine reine und heilige Geburt hatte, genau wie wir im Christentum sagen! Aus diesem Grund glaube ich, dass sogar die Wurzeln des Islam und des Christentums dieselben sind und beide Religionen auf denselben Ursprung zurückgehen.

 

Gemeinsamkeiten zwischen Islam und Christentum

Dieser christliche Denker fuhr fort: Was die menschlichen Prinzipien der Persönlichkeit Jesu betrifft so muss gesagt werden, dass er von Geburt an und sein ganzes Leben lang menschliche Werte lehrte, viele unmoralische Gewohnheiten der Menschheit veränderte und ihr ein göttliches Antlitz verlieh. Daher bin ich der Überzeugung, dass wir der ganzen Welt verkünden sollten, dass alles was wir über Jesus wissen und erfahren haben genau im Heiligen Koran erwähnt wird. Dazu gehören Jesu Liebe zu den Dienern Gottes, sein Ruf nach Gleichheit und Gerechtigkeit sowie viele der menschlichen und sozialen Fragen, zu denen er die Menschheit führte. All dies zielte auf das Wachstum und die Entwicklung des Menschen hin zur Vollkommenheit ab, um ein großes Beispiel eines vollkommenen Menschen aus der Menschheit hervorzubringen.

 

Habe das Christentum aus dem Herzen des Korans kennengelernt

Michel Kaadi stellte klar: Wir sollten zumindest lernen einander zu lieben und zu achten indem wir die menschlichen Werte vorleben, die das Christentum verkündete. Und zumindest sollten die Menschen verstehen, dass die Nächstenliebe das Fundament aller menschlichen Gemeinschaften ist – genau das predigte Christus und dazu ruft der Heilige Koran auf! Deshalb sagte ich, dass ich das Christentum aus dem Herzen des Korans lernte.

Dieser libanesische Autor fuhr fort indem er auf die Mission der beiden entschlossensten Propheten, Jesus (Friede sei mit ihm) und des Heiligen Propheten (Friede sei mit ihm), ein auf Werten Gottes basierendes Wesen zu entwickeln und zu fördern einging und sagte: Die wundersame Geburt Jesu und sein Sprechen vom Augenblick seiner Geburt an verdeutlichen die Größe der Mission dieses  Boten Gottes, denn vom Augenblick seiner Geburt an war er inspiriert die Menschheit zu führen, von Gott auserwählt und sprach. Ebenso übermittelte der Heilige Prophet (Friede sei mit ihm) seine Mission der Menschheit durch die ihm offenbarten Verse. Daher waren Jesus (Friede sei mit ihm) und Mohammed (Friede sei mit ihm) beide auserwählte Diener Gottes, um die Menschheit in all ihren Facetten darzustellen.

 

Kein Unterschied zwischen Botschaften des Himmels der Propheten

Michel Kaadi fügte hinzu: Koran und Bibel sind beides heilige Schriften voller moralischer und erzieherischer Lehren für die Entwicklung des Menschen und seiner Prinzipien. Gemeinsames Merkmal beider Schriften ist Respekt vor Mitmenschen und gegenseitiges Verständnis um den Menschen zu seinem Ziel zu führen: Liebe Gottes und vorbildliche Wahrheit. Beide Propheten widmeten ihr ganzes Leben dieser Mission den Menschen zur Vollkommenheit zu führen. Sowohl Jesus als auch der Prophet opferten sich um moralische Werte zu etablieren und der Islam hat dieselbe Bedeutung für die Menschheit.

Er erklärte, dass Jesus viele gute Nachrichten über die Mission des Propheten verkündete und erläuterte: Wenn Christus diese gute Nachricht gibt möchte er seine Mission als fortwährende Angelegenheit darstellen. Er verkündete die gute Nachricht vom Kommen Ahmads, des Auserwählten Gottes, der lobenswert ist weil er wollte, dass die moralischen Werte nach ihm mit dem Kommen des Siegels der Propheten weiterleben. Wie wir in Sure At-Tauba, Vers 128, lesen:  Wahrlich! Ein Gesandter aus eurer Mitte kam zu euch! Es schmerzt ihn sehr wenn ihr unter etwas leidet! Er setzt sich eifrig für euer Wohl ein! Gegen Gläubigen ist er mitleidig und barmherzig.

Michel Kaadi schloss mit der Betonung: Wir sollten keinesfalls zwischen der Mission der Religionen Gottes Islam und Christentum unterscheiden, denn das Ziel beider ist Liebe, Zuneigung zu Gott und Barmherzigkeit. Wie es im Heiligen Koran, Sure Al-Kahf, Vers 110, heißt: „Sprich: Ich bin nur ein Mensch wie ihr! Mir wurde offenbart, dass euer Gott ein einziger Gott ist. Wer also auf die Begegnung mit seinem Herrn hofft, der soll Rechtschaffenes tun und seinem Herrn niemanden beigesellen!

 

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