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80 % der christlichen Häuser in Gaza nach 800 Tagen Völkermord zerstört

9:54 - January 06, 2026
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IQNA- In diesem Jahr fällt Weihnachten in eine Zeit in der nach 800 Tagen Völkermord im Gazastreifen etwa 80 Prozent der Häuser der dort lebenden Christen zu Schutthaufen reduziert wurden.

Seit zwei Jahren sind die Christen im Gazastreifen Teil der brutalsten humanitären Krise in der modernen palästinensischen Geschichte. Ganze Viertel wurden zerstört, Kirchen, Schulen und Gemeindezentren liegen in Trümmern. Von ihren Häusern sind nur noch die Geschichten und die Widerstandskraft in ihren Herzen übrig.

 

Christen, Teil der kulturellen und menschlichen Identität von Gaza

Obwohl Christen eine der kleinsten Bevölkerungsgruppen im Gazastreifen darstellen, ist das Ausmaß ihrer Verluste schockierend und beispiellos. Fast 80 Prozent ihrer Häuser wurden zerstört und ihre historische Präsenz, die seit Jahrzehnten ein prägender Aspekt der kulturellen und menschlichen Identität Gazas ist wurde gezielt angegriffen.

Inmitten dieser weit verbreiteten Zerstörung erleben Christen heute eine doppelte Tragödie aus Verlust und Widerstandsfähigkeit: Verlust von Angehörigen, ihren heiligen Stätten und ihren Häusern sowie die Widerstandsfähigkeit, die sich in ihrem Festhalten an ihrem Ort, ihrer Identität und ihren Ritualen trotz des Krieges verkörpert, im Glauben, dass ihre Präsenz in Gaza eine humanitäre und nationale Mission ist und nicht bloß eine demografische Präsenz.

Während das Leid, das durch die Belagerung, Isolation, Reisebeschränkungen und Entzug der grundlegendsten Bedürfnisse verursacht wird, anhält, spielen die Mitglieder der christlichen Gemeinde in Gaza weiterhin ihre Rolle beim Schutz des sozialen Gefüges und tragen das Banner der Hoffnung in einer Zeit, in der die Besatzer versuchen, alles auszulöschen, was mit Leben verbunden ist.

Dies ist die Geschichte zweier langer Jahre der Finsternis, erzählt von Christen aus Gaza mit schwerem Herzen, aber fester Entschlossenheit.

Der Präsident der Nationalversammlung der Christen im Heiligen Land Dimitri Deliani sagte, dass das diesjährige Weihnachtsfest in eine Zeit fällt in der Palästina nach fast 800 Tagen Völkermord im Gazastreifen eine seiner schwierigsten und brutalsten Phasen durchlebt wo die unerbittlichen Bombenangriffe andauern und Wohngebiete, Gotteshäuser, Krankenhäuser und humanitäre Einrichtungen zerstört werden.

 

Weihnachten: Ein Fest der Geduld und Widerstandsfähigkeit

Er fügte hinzu: Weihnachten ist in diesem Jahr in erster Linie ein Fest des Widerstands. Es ist ein Anlass, der die Verbundenheit des palästinensischen Volkes mit seinen Wurzeln unterstreicht, trotz der Bemühungen der Besatzer alles Lebendige auszulöschen. Weihnachten unter diesen Umständen zu feiern ist ein Bekenntnis zum Überleben und ein fester Entschluss unsere nationale und menschliche Existenz zu schützen.

Er wies darauf hin, dass Jerusalem und die übrigen Städte im Westjordanland unter einem beispiellosen Druck der Besatzung stünden, angesichts zunehmender Angriffe von Siedler-Terrorgruppen, die vom Militär unterstützt würden. Diese Angriffe verwandelten das Leben der Palästinenser in eine Reihe koordinierter Attacken, die sich gegen Menschen und Eigentum richteten und ihnen die Religionsfreiheit raubten, sodass selbst die Feier der Geburt Jesu Christi zu einer Herausforderung wurde.

Delian betonte: Der Wille des Volkes Palästinas ist trotz allen Drucks, der Unterdrückung und der gezielten Angriffe nicht gebrochen und wird es auch in Zukunft nicht. Die Zerstörung und die Angriffe auf Christen im Gazastreifen seien nur ein Teil eines umfassenderen Szenarios, das jeden Palästinenser unweigerlich betrifft, denn Bomben machen keinen Unterschied zwischen Religion, Gruppe oder Konfession.

Er bemerkte: Die Kirchen von Gaza, die die Erinnerung und Geschichte des Gazastreifens verkörpern, haben dieselbe Zerstörung, Vertreibung und dieselben Angriffe erlitten wie alles was das Leben Palästinas repräsentiert. Dieser immense Schmerz bestärkt die Palästinenser nur in ihrem Engagement für ihre humanitäre Mission und ihre historische Präsenz in diesem Land.

Deliani fuhr fort: Weihnachten ist trotz der Wunden immer noch eine Gelegenheit für Palästinenser – Christen wie Muslime –, zu zeigen, dass sie da sind und ihren Kindern Freude bereiten können, ungeachtet all dessen, was die Besatzer ihnen nehmen wollen. Diese spirituelle und nationale Botschaft ist es, die Christen der Welt während dieses Festes übermitteln.

 

Jahr 2026: Fenster der Hoffnung für einen Neuanfang

Elias Al-Jalda, Mitglied des Repräsentantenrats der Orthodoxen Kirche in Gaza betonte hingegen: Weihnachten 2026 fällt in eine der traurigsten Zeiten in der Geschichte des Gazastreifens für die Palästinenser. Die Geburt Jesu Christi hat in diesem Jahr eine besondere Bedeutung für die Palästinenser und stellt ein Fenster der Hoffnung auf einen Neuanfang nach dem Ende der Kampfhandlungen dar.

Er erklärte: Die christliche Gemeinde in Gaza erlitt beispiellose und verheerende Schläge. Die Zahl der zerstörten Häuser christlicher Familien erreicht fast 80 Prozent – eine Zahl, die das Ausmaß der Katastrophe widerspiegelt, die die Gemeinde seit Jahrzehnten nicht mehr erlebte.

Al-Jalda stellte fest, dass die Mitglieder der Gemeinde trotz des tiefen Leids an der Bedeutung von Weihnachten als Symbol der Hoffnung festhalten, als Wendepunkt, durch den die Menschen danach streben sich von Ungerechtigkeit zu befreien und ihr Leben wie der Rest der Welt wieder aufzubauen.

Er fügte hinzu: Die Bedeutung der Neujahrsfeier liegt in ihrem doppelten Ausdruck: dem Überleben nach einem verheerenden Krieg und der Hoffnung auf eine Zukunft in der die Besatzung endet und das den Palästinensern angetane Unrecht wiedergutgemacht wird. Dieser spirituelle Wert ist die Hauptbotschaft, die die Christen in Gaza der internationalen Gemeinschaft übermitteln.

Al-Jalda fuhr fort: Zum dritten Mal in Folge werden aufgrund der vollständigen Abriegelung des Gazastreifens und des Mangels an Genehmigungen Reisen oder die Teilnahme an Feierlichkeiten außerhalb des Gazastreifens verhindert und Dutzende von Familien werden nicht in der Lage sein die Zeremonien durchzuführen, die den Grundstein ihres spirituellen Lebens bilden.

Er gab bekannt, dass der Krieg der christlichen Gemeinschaft schwere menschliche Verluste zufügte, darunter etwa 25 Märtyrer und eine ähnliche Anzahl von Menschen die aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung starben und dass die Zahl der Verwundeten und Verletzten 500 überschritt.

Al-Jalda betonte außerdem: Kirchliche Einrichtungen sowie Bildungs- und Kulturinstitutionen der Gemeinde wurden schwer beschädigt. Kirchen, Schulen, Gemeindezentren, die Holy Family School und andere Einrichtungen, die den Grundstein des christlichen Lebens im Gazastreifen bildeten, wurden zerstört.

Er merkte an, dass die meisten christlichen Häuser vollständig dem Erdboden gleichgemacht wurden, wodurch eine große Anzahl von Familien gezwungen ist unter schwierigen Lebensbedingungen in provisorischen Unterkünften zu leben.

Al-Jalda schloss: Trotz all ihrer Verluste hoffen die Christen in Gaza weiterhin, dass die Welt ihrer moralischen Verantwortung gerecht wird, dass die gegenwärtige Tragödie ein Ende findet und dass dieses Eid-Fest ein Wendepunkt hin zu einer würdevolleren und friedlicheren Zukunft für ein Volk sein wird, das sich nach Überleben und einem Leben in Freiheit sehnt.

 

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Stichworte: gaza ، Kirchen ، Völkermord ، Weihnachten
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