
IQNA: Religionsführer verschiedener Glaubensrichtungen in New York City forderten die Vorsitzende des Stadtrats dieser Metropole Julie Menin auf gegen das republikanische Ratsmitglied Inna Vernikov wegen Veröffentlichung zahlreicher islamfeindlicher Inhalte vorzugehen. Kritiker sagen, dass die Gleichgültigkeit der Stadtverwaltung gegenüber diesen Äußerungen das Engagement der New Yorker Behörden für den Schutz der Muslime in Frage stellte. (Quelle: Zeitung New York Times)
Dem Bericht zufolge hatte Vernikov, die auch den Vorsitz der Arbeitsgruppe des Stadtrats zur Bekämpfung des Antisemitismus innehat im vergangenen Monat in sozialen Medien die Anwesenheit einer Gruppe von Muslimen beim Gebet in der Nähe einer jüdischen Schule im Stadtteil Brooklyn, einem der fünf Bezirke von New York City, als absichtliche Einschüchterungsmaßnahme bezeichnete. Sie, die bereits zuvor solche Inhalte veröffentlichte, hatte früher Beiträge gegen den muslimischen Bürgermeister von New York Zohran Mamdani veröffentlicht; diese Äußerungen stießen auf breite Reaktionen muslimischer Aktivisten und zivilgesellschaftlicher Gruppen.
Julie Menin hatte zuvor versprochen im Falle einer Wiederholung antiislamischer Äußerungen durch Vernikov deren Absetzung von ihrer Funktion in der Arbeitsgruppe zur Bekämpfung des Antisemitismus anzustreben; nun erklärte sie jedoch dass die Entscheidung über Vernikovs Zukunft bei der jüdischen Fraktion des Stadtrats liege. Das Büro von Menin teilte außerdem mit, dass man sich um die Organisation eines Treffens zwischen Oberhäuptern der muslimischen Gemeinschaft und diesem Ratsmitglied bemühe.
Die Oberhäupter muslimischer, jüdischer, christlicher, hinduistischer und sikhischer Gemeinschaften erklärten bei einer Kundgebung vor dem New Yorker Rathaus, dass die Reaktion der städtischen Verantwortlichen auf Vernikovs Äußerungen auf einen doppelten Standard im Umgang mit Hassrede gegen Muslime im Vergleich zu anderen Religionsgemeinschaften hinweist. Gleichzeitig bezeichneten die Protestierenden in einem offenen Brief ihre weitere Präsenz an der Spitze der Arbeitsgruppe zur Bekämpfung des Antisemitismus als Verspottung öffentlicher Verantwortung.
Wie die New York Times schrieb, forderte die Organisation „Council on American-Islamic Relations“ (CAIR) in New York die Einleitung ethischer Untersuchungen zum Verhalten Vernikovs. Der Geschäftsführerin dieser Einrichtung Afaf Nasser betonte, dass gewählte Amtsträger ihre offizielle Position und Plattform nicht zur Verbreitung von Hass nutzen dürfen, da ein solches Verhalten zur Ausweitung von Diskriminierung gegen Muslime in öffentlichen und privaten Institutionen führen kann.
Diese Proteste werden vorgebracht während nach Angaben der Teilnehmer der Kundgebung die muslimische Gemeinschaft in den USA in den vergangenen Monaten Besorgnis über die Zunahme einer antiislamischen Atmosphäre und von Sicherheitsbedrohungen äußerte.
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