IQNA: In den letzten Monaten forderten Millionen von Menschen in verschiedenen Hauptstädten und Städten der Welt durch weitläufige Demonstrationen den Krieg gegen Gaza zu stoppen und die Übergriffe gegen Zivilisten Palästinas zu beenden. Gleichzeitig weiteten sich Kampagnen zum wissenschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Boykott des zionistischen Regimes aus und immer mehr Gewerkschaften, Studentenverbände, Universitäten, Kirchen sowie Persönlichkeiten aus dem intellektuellen und künstlerischen Bereich schlossen sich der Unterstützung Palästinas an. (Quelle: Informationszentrum Palästina)
Der Vorsitzender der marokkanischen Beobachtungsstelle gegen die Normalisierung der Beziehungen mit dem zionistischen Regime Ahmed Weihman ist der Ansicht, dass das was heute in der Welt geschieht nicht bloß eine vorübergehende Welle der Solidarität ist, sondern qualitative Veränderung im weltweiten Bewusstsein bezüglich der Palästina-Frage darstellt.

In einem Gespräch mit der Website „Al-Risalah Net“ betonte er, dass die Bewegungen der Bevölkerung, Flotten zum Brechen der Blockade und Landkonvois in Richtung Gaza eine wichtige Rolle dabei spielten die Maßnahmen des zionistischen Regimes vor der Weltöffentlichkeit offenzulegen und die Palästina-Frage wieder in das Zentrum des globalen Dialogs zurückzubringen.
Weihman fügte hinzu, dass das zionistische Narrativ nicht mehr wie in den vergangenen Jahrzehnten die Macht hat den medialen und politischen Raum zu monopolisieren. Ihm zufolge führte die Ausbreitung digitaler Medien und sozialer Netzwerke dazu, dass Millionen von Menschen weltweit die Ereignisse in Gaza direkt verfolgen können; eine Angelegenheit die die Kritik an der Politik des zionistischen Regimes selbst in einer Reihe westlicher Länder verstärkte.
Diese Solidarität beschränkt sich nicht mehr nur auf Straßendemonstrationen, sondern weitete sich auch auf rechtliche und diplomatische Bereiche aus. In den letzten Monaten sind die Forderungen nach einer strafrechtlichen Verfolgung der Verantwortlichen für die Verbrechen gegen Palästinenser gestiegen und es formierten sich Bewegungen in einigen Gerichten und internationalen Institutionen.
Der Vorsitzende der marokkanischen Beobachtungsstelle gegen die Normalisierung betonte, dass diese Entwicklung zeigt, dass das menschliche Gewissen weiterhin lebendig ist und Völker nicht unbedingt die Positionen ihrer Regierungen widerspiegeln. Ihm zufolge ist die Palästina-Frage heute für weite Teile der Weltöffentlichkeit nicht nur ein politisches Problem, sondern eine Angelegenheit die Menschenrechte, Würde und Gerechtigkeit betrifft.
Weihman verwies zudem auf die geführten Gespräche zwischen den Freiwilligen der globalen Flotte zum Brechen der Blockade von Gaza und sagte, dass die Anwesenheit von Aktivisten unterschiedlicher Nationalitäten sowie intellektueller, politischer und kultureller Ausrichtungen die Ausweitung des Umfangs der Solidarität mit Palästina und deren Überschreitung geografischer und ideologischer Grenzen zeigt.
Indem er die Notwendigkeit betonte diese globale Welle aufrechtzuerhalten sagte er, dass die Fortsetzung dieses Prozesses organisierte und nachhaltige Arbeit erfordert; dazu gehören die Dokumentation der Verbrechen, die Stärkung rechtlicher und medialer Bemühungen, die Ausweitung der Zusammenarbeit mit Menschenrechts- und zivilgesellschaftlichen Institutionen weltweit sowie Aktivierung der Volksdiplomatie um globale Empathie in praktische Positionen und wirkungsvolle politische Maßnahmen umzuwandeln.
Weihman forderte zudem die Vereinheitlichung der arabischen Bemühungen zur politischen, humanitären und rechtlichen Unterstützung des Volkes Palästinas und betonte, dass die internationale Gemeinschaft dazu verpflichtet werden muss das Völkerrecht zu respektieren, die Politik der doppelten Standards zu stoppen, Zivilisten zu schützen, Einfuhr humanitärer Hilfe zu garantieren und die Täter schwerer Verbrechen vor Gericht zu stellen; denn Kriegsverbrechen verjähren nicht.
Während die Volksbewegungen in verschiedenen Ländern der Welt anhalten sind Beobachter der Ansicht, dass die Hauptaufgabe nicht mehr das Ausmaß der globalen Solidarität mit Palästina ist, sondern die Fähigkeit dieser Bewegungen ihre Präsenz durch die Bevölkerung und auf rechtlicher Ebene in praktische Entscheidungen und politische Maßnahmen umzuwandeln; politische Maßnahmen die den Übergriffen ein Ende setzen, den Weg für die strafrechtliche Verfolgung der Täter ebnen und die legitimen Rechte des Volkes Palästinas auf Grundlage des Völkerrechts bewahren können.
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