IQNA: Der ehemalige Ankläger in den Verfahren zum Völkermord in Ruanda und zu den Kriegsverbrechen in Sierra Leone Stephen Rapp warnte, dass die Lage mit der Muslime in einigen indischen Bundesstaaten konfrontiert sind Anzeichen schwerwiegender Verbrechen aufweisen könnte, darunter Verfolgung, systematische Diskriminierung und möglicherweise Verbrechen gegen die Menschlichkeit. (Quelle: Website Wasl)

Rapps Äußerungen erfolgten nach seiner Mitwirkung an einem umfassenden Menschenrechtsbericht in dem davor gewarnt wurde, dass indische Muslime in den Bundesstaaten Assam und Uttar Pradesh wiederkehrenden Mustern von Misshandlungen ausgesetzt sind, darunter willkürliche Festnahmen, Zerstörung von Häusern, Entzug der Staatsbürgerschaft, Gewalt in Haft und die Unterdrückung von Protesten.
Rapps Warnung ist aufgrund seiner Erfahrung bei der strafrechtlichen Verfolgung der Verantwortlichen für einige der schwersten Massenverbrechen der modernen Zeit von besonderer Bedeutung. Er leitete das Anklageteam am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda, der Medienverantwortliche wegen der Anstiftung zur Ermordung der Tutsi-Minderheit während des Völkermords von 1994 verurteilte, bei dem etwa 800.000 Menschen getötet wurden.
Im Mai 2026 sagte Rapp vor der Kommission der Vereinigten Staaten für internationale Religionsfreiheit aus und legte einen 350-seitigen Bericht vor, den er gemeinsam mit den Menschenrechtsexperten Sonja Biserko und Marzuki Darusman verfasst hatte. Der Bericht warnte vor der Gefahr, dass Indien in ähnliche Gewaltmuster abgleiten könnte, wie sie in anderen Regionen zu beobachten waren, die Massenverbrechen erlebt haben.
Dieser von einer unabhängigen Gruppe von Experten für Gräueltaten veröffentlichte Bericht konzentriert sich auf die Bundesstaaten Assam und Uttar Pradesh und stellt fest, dass Muslime dort wiederholt mit Verletzungen ihrer Grundrechte konfrontiert sind.
In dem Bericht werden Fälle wie Tötungen bei Polizeieinsätzen, Todesfälle in Haft, Folter und Misshandlungen, willkürliche Inhaftierungen, Zerstörung von Häusern und Eigentum, Vertreibung ganzer Wohnviertel, Verfahren zum Entzug der Staatsbürgerschaft bestimmter Einwohner sowie Verfolgung von Demonstranten und Aktivisten angeführt.
Der Bericht kam zu dem Schluss, dass diese Verstöße, sofern sie durch unabhängige Untersuchungen bestätigt werden, nicht nur Menschenrechtsverletzungen darstellen, sondern auch internationale Verbrechen, darunter Verbrechen gegen die Menschlichkeit begründen könnten.
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