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#germanyisformany – Aktions­woche gegen antimus­li­mi­schen Rassismus startet

23:00 - June 24, 2022
Nachrichten-ID: 3006360
Vorurteile gegenüber Muslime beginnen im Kopf. Im Rahmen einer Aktionswoche möchte CLAIM auf den antimuslimischen Rassismus aufmerksam machen.

Antimuslimischer Rassismus endet in tagtäglichen Anfeindungen, in Ausgrenzung und viel zu oft in Gewalt. Vorurteile wirken wie Brandbeschleuniger für Hass: Was mit Klischees und Schwarz-Weiß-Denken im Kopf beginnt, wächst schnell zu einem gesellschaftlichen und strukturellen Problem und umgekehrt. Die rechtsextremistischen Anschläge von Hanau, München und Halle oder der Mord an Marwa el-Sherbini am 1. Juli 2009 sind keine Einzelfälle.

Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, organisiert die Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit „CLAIM“ erneut die bundesweite Aktionswoche (24. Juni – 1. Juli) gegen antimuslimischen Rassismus. Antimuslimischer Rassismus sei mehr als Gewalt und Hetze – „er ist ein strukturelles Problem und betrifft uns alle: Alltäglich ist, dass Menschen aus rassistischen Gründen einen Job oder eine Wohnung nicht erhalten oder Kinder im Schulalltag diskriminiert werden. „, erklärt CLAIM in einer Mitteilung.

Unter dem Motto #germanyisformany regt die diesjährige Kampagne im Rahmen der Aktionswoche gegen antimuslimischen Rassismus dazu an, sich mit den eigenen Vorurteilen und Stereotypen auseinanderzusetzen und diese kritisch zu hinterfragen. Damit soll deutlich werden, dass antimuslimischer Rassismus in unserem Alltagsdenken und -handeln verankert und kein Randphänomen sei. „Wer Rassismus wirksam bekämpfen und die Werte einer offenen und toleranten Gesellschaft schützen will, muss hinsehen, zuhören, sich solidarisieren und laut werden“, so CLAIM weiter.


Rassismus beginnt mit Worten im Alltag

Alle die ihre Stimmen gegen Rassismus erheben wollen, sind dazu eingeladen, ein Schild mit eigenem Statement zu beschreiben und ein Foto zu machen. Das Foto soll online mit dem Hashtag #germanyisformany geteilt werden.

Dieses Jahr ist die Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration und Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus, Reem Alabali-Radovam, die Schirmherrin. In einer Videobotschaft erklärt sie, dass antimuslimischer Rassismus in Deutschland leider Alltag sei und eine Bedrohung für den Zusammenhalt unserer gesamten Gesellschaft. „Wir alle wissen, Rassismus fängt nicht mit Gewalt an. Rassismus beginnt mit Worten im Alltag, jeden Tag!“, erklärt die Integrationsministerin abschließend


Mehrere Aktionen geplant

Im Rahmen der Aktionswochen sind unterschiedliche Aktionen. Auch die Frauenorganisation und die Frauenjugend der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) veranstalten in den kommenden Tagen und Wochen unter dem Motto „Du kannst das ändern“ eine Straßenaktion gegen Diskriminierung von muslimischen Frauen. „Muslimische Frauen sind leider das erste Ziel antimuslimischem Rassismuses“, erklären die Veranstalter in einer Mitteilung. Um auf die Diskriminierung muslimischer Frauen aufmerksam zu machen, sei man nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause wieder auf der Straße. Hierzu wurden vergangenen Samstag die ersten Begegnungsstände in Köln un Bergkamen eingerichtet. Weitere sollen deutschlandweit am Wochenende folgen.

 

islamiq.de

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